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Dienstag, 03 Mai 2011 14:14

Terroristen töten Osama bin Laden

Terroristen töten Osama bin Laden
Terroristen töten Osama bin Laden Von Rüdiger Göbel US-Präsident Barack Obama läßt seine Landsleute jubeln. Der als Staatsfeind Nummer eins gejagte Al-Qaida-Chef Osama bin Laden ist tot, verkündete der Staatschef am Sonntag abend im Weißen Haus in einer Rede an die Nation. Ein US-Spezialkommando soll bin Laden wenige Stunden zuvor in Pakistan erschossen haben. »Der Gerechtigkeit wurde Genüge getan«, behauptete Obama. Jubelbilder und -berichte aus Washington und New York gingen am Montag um die Welt. In den Medien war der Coup gegen den angeblichen Drahtzieher der Anschläge vom 11.September 2001, bei denen fast 3000 Menschen getötet wurden, das alles dominierende Thema. Nach offiziellen Darstellungen des Weißen Hauses war ein Spezialkommando der US-Armee in der Nacht zu Sonntag (Ortszeit) mit zwei Hubschraubern auf einem schwer bewachten Anwesen in Abbottabad nördlich der pakistanischen Hauptstadt Islamabad gelandet. Dort soll bin Laden bei einem Schußwechsel getötet worden sein. Eine unabhängige Bestätigung gibt es nicht. Die Leiche wurde außer Landes geflogen und ins Meer geworfen. Berichten zufolge wurden drei weitere Männer und eine Frau bei der Operation getötet. Die US-Armee meldete – von einem zerstörten Hubschrauber abgesehen – keine Verluste. Die pakistanischen Behörden wurden im Vorfeld nicht über den Einsatz informiert. Ein US-Regierungsvertreter stellte am Montag gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters klar, das Ziel der Militäraktion im pakistanischen Abbottabad sei der Tod bin Ladens gewesen. Den als »Terrorchef« Gesuchten festzunehmen und vor Gericht zu stellen war offensichtlich nicht vorgesehen. Washingtons Demokraten setzten demnach auf kurzen Prozeß statt rechtsstaatliches Verfahren. »Das war eine Operation mit Tötungsauftrag«, zitierte Reuters den Beamten. Am Samstag erst hatte sich die ¬NATO zu einem Mordanschlag auf die libysche Führung ermächtigt und bei Luftangriffen auf ein Wohnhaus in Tripolis einen Sohn und drei Enkelkinder von Revolutionsführer Muammar Al-Ghaddafi getötet. Kritik an diesen Mordanschlägen gibt es kaum. Im Gegenteil: Die britische Zeitung The Guardian nannte die Tötung bin Ladens einen »Wendepunkt« im Kampf gegen den Terror. Auch sei Obamas Wiederwahl im kommenden Jahr nun wohl gesichert. BBC-Washington-Korrespondent Mark Mardell konstatierte, die Nachricht sei »ein erlösender Moment« für die USA. »Dies ist kein Land, das sich in stiller Genugtuung übt«, erklärte er die Partystimmung vor und wohl auch im Weißen Haus. Zu einer Zeit, da es so viele Zweifel an Amerikas Rolle in der Welt gebe, »hat es etwas Einfaches und Klares, das ›Ausradieren‹ eines bösen Feindes zu feiern«. Politiker in den mit Washington verbündeten NATO-Staaten äußerten sich zufrieden mit dem nächtlichen Anschlag auf fremdem Territorium. Uneins war man zunächst in der Bewertung, ob die Welt nach der Tötung Osama bin Ladens nun sicherer wird oder nicht. EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy behaupteten, bin Ladens Tod mache »die Welt sicherer und zeigt, daß solche Verbrechen nicht unbestraft bleiben«. Mit keinem Wort bedauerten sie, daß eine Verhaftung besser gewesen wäre, weil sie ein rechtsstaatliches Verfahren ermöglicht hätte. Bundeskanzlerin Angela Merkel beglückwünschte Obama und rief zu anhaltender Wachsamkeit auf. Die »Kräfte des Friedens« hätten einen Erfolg errungen, besiegt sei der Terrorismus damit allerdings noch nicht. Klaus Ernst, Chef der Linkspartei, sprach angesichts der Tötung bin Ladens im ZDF-Morgenmagazin von einem »moralischen Sieg« und mahnte ebenfalls in der Wachsamkeit gegenüber terroristischen Gefahren nicht nachzulassen. Zeitgleich diskutiert die schwarz-gelbe Regierung über die Verlängerung der Antiterrorgesetze. »Die Bundesregierung ist bislang jeden Nachweis schuldig geblieben, daß die Überwachungsgesetze tatsächlich auch nur ein einziges Verbrechen verhindert haben«, erklärte die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Ulla Jelpke. Sie nannte das Antiterrorpaket einen »permanenten Anschlag auf den Rechtsstaat«.(jW)

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