Diese Webseite wurde abgebrochen. Wir wechseln auf Pars Today German.
Sonntag, 18 Juli 2010 15:53

Weltweiter Menschenschmuggel und seine Ziele

Weltweiter Menschenschmuggel und seine Ziele
Das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) gab in einem neuen Bericht bekannt, dass der meiste Menschenschmuggel Richtung Europa vonstatten geht.

Dabei verdienen Verbrechergruppen jährlich etwa drei Milliarden Dollar daran. Wie es in dem Bericht ferner heißt, wird durch den Menschenschmuggel in Europa eine neue Art von Sklaverei in der modernen Welt praktiziert. Allein in Europa fallen über 140 tausend Menschen Gewalttaten dieser Banden zum Opfer, wobei die Zahl jährlich um das Doppelte ansteigt.

Im Jahresbericht der UNOCD heißt es: „Viele Frauen und Kinder aus osteuropäischen Ländern, wie auch aus Afrika und Lateinamerika werden mit dem Verspechen nach Arbeit, nach Europa gebracht, wo sie dann jedoch sofort nach ihrer Ankunft zur Prostitution oder Zwangsarbeit gezwungen werden. 21 Prozent dieser Opfer stammen dabei aus dem Balkan und den GUS-Länder, 13 Prozent sind aus Lateinamerika, 7 Prozent aus Osteuropa und 5 Prozent werden von Afrika nach Europa geholt.

Antonio Maria Kosta, der Exkutivdirektor der UNOCD sagte darüber: „Viele Europäer glauben, dass die Sklaverei schon seit mehreren 100 Jahren abgeschafft worden sei, während aber gegenwärtig auch Sklaven unter uns leben.“ Die Zahl der Opfer des Menschenschmuggels beläuft sich dabei jährlich auf mehr als 2 Millionen 400 tausend Menschen auf der Welt, 80 Prozent davon sind Frauen und Mädchen.

Frauen und volljährige Mädchen gehören zu den größten Opfern des Menschenschmuggels. Im Vordergrund dieses Phänomens stehen die sexuelle Ausbeutung oder Zwangsarbeit. Die Liste der Staaten, die im UNODC-Bericht als Ursprungsländer genannt werden, sind: Albanien, Weißrussland, Bulgarien, China, Litauen, Nigeria, Moldawien, Rumänien, Russland, Thailand und die Ukraine. Zielländer sind unter anderem Belgien, Deutschland, Griechenland, Israel, Italien, Japan, Holland, die Türkei und die Vereinigten Staaten.

Der Menschenschmuggel ist eine weltweite Tragödie, die nach dem Drogen- und Waffenschmuggel zu den lukrativsten Geschäften der mafiotischen Organisationen gehört.

Nach Einschätzung der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) sind mindestens 12 Millionen 300 tausend Erwachsene und Kinder der Zwangsarbeit und sexueller Sklaverei zum Opfer gefallen. Aufgrund der Nachforschungen des Sonderberichterstatters für Menschenschmuggel, die am 23. Oktober 2009 der Vollversammlung der Vereinten Nationen vorgelegt wurden, haben die ungünstigen Bedingungen der Weltwirtschaft zum Anstieg des Menschenschmuggels geführt. Armut und Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen werden durch die Forderung nach Billigarbeitern noch verstärkt. So bilden sie die Wurzeln für den Menschenschmuggel. Der UN-Sonderberichterstatter hat unterstrichen: Der Schmuggel mit Menschen nimmt dann zu, wenn die faktischen Opfer keine Hoffnung mehr haben, ihre prekäre Lage ändern zu können.

Auch ist der Verfall der moralischen Wertmaßstäbe im Westen einer der wichtigen Faktoren, die diese Länder zu einem großen Absatzmarkt für den Menschenschmuggel, insbesondere für den Handel mit Frauen und Mädchen mit dem Ziel der sexuellen Ausbeutung gemacht haben. Die Änderung des Migrationsmodels und die Armut der Frauen und jungen Mädchen trägt dazu bei, dass diese organisierten Banden zum Opfer fallen. Anstieg der Armut und ungleiche Einkommens- und Kapitalverteilung in der Welt haben besonders Frauen hart getroffen, sodass von 1,3 Millionen Bedürftigen in der Welt 70 Prozent aus Frauen und Kindern bestehen. Die Frauen geraten mit der Hoffnung ihre Familie finanziell zu schützen, oder ihre eigene wirtschaftliche Zukunft zu garantieren, an die Hände von Schmuggelbanden. Die Makler nehmen ihre Opfer als Babysitter, Kellnerinnen oder für andere Arbeitsdienste in die Gruppen auf. Man entwendet ihnen ihre Ausweise und Reisepässen, bedroht ihre Familien und zwingt sie durch Gewalt und Folter zur Prostitution. Für viele dieser Frauen und Mädchen gibt es dann kein Zurück mehr und sie werden gezwungen, nach den Wünschen ihrer schmutzigen Herren zu handeln. Das hat die Bekämpfung dieser neuartigen Sklaverei erschwert.

Dennoch wurden auf Weltebene Maßnahmen zur Bekämpfung des Menschenschmuggels getroffen. Eine davon ist das Palermo-Protokoll. Gegenwärtig haben 133 Länder dieses Protokoll unterzeichnet und in ihren Parlamenten ratifiziert. Das Palermo-Protokoll fordert die besondere Aufmerksamkeit der Weltgemeinschaft auf die Bekämpfung dieses Phänomens und es hat zum ersten Mal als ein internationales Dokument jede neuartige Sklaverei, darunter die Zwangsarbeit und verschiedenen Arten der Sklaverei verurteilt. In diesem Protokoll stützt sich die Bekämpfung des Menschenschmuggels auf drei Grundsätze: Unterbindung von Straftaten, strafrechtliche Verfolgung der Straftäter und Unterstützung der Opfer.

Bedauerlicherweise haben die internationalen Maßnahmen zur Bekämpfung des Menschenhandels bislang nicht zu den erwarteten Ergebnissen geführt.

Manche sind der Auffassung, dass Handel mit Menschen lediglich eine Folge der schlechten wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen in der Welt ist. Allerdings besteht kein Zweifel daran, dass das Phänomen eine Folge der ungleichen Bedingungen und der wirtschaftlichen Kluft zwischen Nord- und Südländern ist. Aber das ist nur eine der Ursachen der Ausdehnung dieser neuen Sklaverei. Wichtigster Faktor für die Zunahme des Menschenschmuggels ist der Verfall der moralischen und menschlichen Wertmaßstäbe in den westlichen Gemeinschaften.

So wie es im Bericht der UNODC heißt, stellt Westeuropa das Hauptziel der Schmugglerbanden dar. Das heißt also, Länder, die den höchsten wirtschaftlichen Zuwachs und Wohlstand aufweisen. Dabei verfechten diese Staaten die Menschenliebe und Wahrung des bürgerlichen Rechtes auf der Welt. Dennoch fallen laut dem UN-Bericht jährlich Tausende junge Frauen und Mädchen in den Prostitutionszentren in Westeuropa der Sklaverei zum Opfer. Es kann demnach nicht glaubhaft sein, dass Länder, die Gesetzestreue und Verteidigung der Menschenrechte predigen, nicht imstande sind, die Menschenhändler ernsthaft zu bekämpfen? Die fortschrittlichen europäischen Staaten gehen dabei den Opfern des Menschenschmuggels von Doppelmoral aus. Denn ihrer Meinung nach sind diejenigen, die aus den armen Ländern durch die Menschenschmuggler in den Westen gebracht werden nur Menschen zweiten oder dritten Ranges ihrer Heimat und die Wahrung der primären Rechte von ihnen stellen für die westlichen Staaten keine Priorität dar.

 

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren