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Montag, 18 Februar 2013 10:56

Mit uns durch den Iran - Teil 19

Wieder einmal begrüßen wir Sie aufs herzlichste zu unserer Rundreise im schönen Isfahan. Wir befinden uns
Dienstag, 08 Januar 2013 09:32

Mit uns durch den Iran - Teil 18

Mit uns durch den Iran -   Teil 18   Beim letzten Besuch in Isfahan haben wir vom Emam-Platz aus durch das Kaiser-Tor den großen Bazar von Isfahan betreten
Mittwoch, 26 Dezember 2012 06:40

Mit uns durch den Iran - Teil 17

Langsam werden wir immer vertrauter mit dem Meydane- Emam in Isfahan.
Dienstag, 27 November 2012 19:47

Mit uns durch den Iran - Teil 16

Wie Sie sich sicherlich erinnern, haben wir beim letzten Beitrag dieser Sendereihe unseren Besuch auf dem weltbekannten Meydan-e Emam oder "Naqsche dschahan" in Isfahan begonnen. Wir berichteten, dass dieser zu den größten Plätzen der Welt gehört und in früheren Zeiten u.a. für das Polo-Spiel, eine in Iran heimische Sportart auf Pferden, und andere gesellschaftliche Ereignisse der damaligen Zeit genutzt wurde.
Montag, 12 November 2012 16:47

Mit uns durch den Iran - Teil 15

  Esfahan – nesf-e dschahan – Isfahan ist die Hälfte der Welt so sagt es ein persisches Sprichwort. Diese großartige Behauptung stammt wohl aus der Zeit,
Montag, 22 Oktober 2012 12:18

Mit uns durch den Iran - Teil 14

Gemeinsam mit Ihnen reisen wir durch die iranischen Provinzen und machen Sie mit den Sehenswürdigkeiten und historischen Denkmälern sowie auch wirtschaftlichen, touristischen und allgemeinen Aspekten bekannt.
Mittwoch, 10 Oktober 2012 06:58

Mit uns durch den Iran - Teil 13

Im vorhergehenden Beitrag haben wir uns mit einem letzten Blick auf die vielfältigen Kapazitäten, seien es die  im wirtschaftlichen, landwirtschaftlichen, kunsthandwerklichen oder im Natur-Bereich, von der schönen Provinz Fars im Südwesten Irans verabschiedet. Nun wollen wir eine nicht weniger bekannte und interessante Provinz aufsuchen, die im Norden der Provinz Fars angrenzt, es ist die Provinz
Donnerstag, 27 September 2012 06:58

Mit uns durch den Iran - Teil 12

Wir befinden uns in der südwestiranischen Provinz Fars und wollen heute noch einmal einen Blick auf weitere Besonderheiten dieses schönen Gebietes werfen. Nun also mehr von dem Interessante was es in der Provinz Fars gibt.
Dienstag, 11 September 2012 05:53

Mit uns durch den Iran - Teil 11

Im letzten Teil unserer Sendereihe hatten wir ja die schöne, sehenswerte und erlebnisreiche Stadt Schiraz in der Provinz Fars im Südiran verlassen und uns ein wenig dem Leben der zum Teil noch wandernden Nomadenstämme in dieser Gegend gewidmet. Wir haben ihnen dann überwiegend von einem der größten iranischen Stämme, nämlich den Qaschqa'i erzählt und auch erwähnt, dass die Knüpf- und Webarbeiten der Frauen dieses Stammes zu den Besonderheiten der iranischen Teppichknüpfkunst gehören. Nun mehr zu diesem Thema.
Freitag, 31 August 2012 10:21

Mit uns durch den Iran- Teil 10

Die Provinzhauptstadt Schiraz lassen wir nun hinter uns und begeben uns mit Ihnen in die freie Natur. Die ist nämlich der Lebensraum der Menschen, über die wir in diesem Beitrag berichten wollen. Die Provinz Fars ist seit alters her eine der bedeutendsten und größten Zentren iranischer Nomadenstämme.
Samstag, 11 August 2012 07:52

Mit uns durch den Iran - Teil 9b

So viel Sehenswertes, so viel Wissenswertes gibt es in und über Schiraz, dass wir auch in diesem Teil unserer Sendereihe, noch einmal in dieser schönen Stadt verweilen wollen. Aber mit unserem heutigen Spaziergang durch zwei der wunderschönen und berühmten historischen Gärten der Stadt wollen wir uns dann doch von hier verabschieden, um weiter in der Provinz Fars zu wandern und Ihnen mehr von dort zu berichten. Nicht umsonst hat der große persische Dichter Saadi, den wir Ihnen in der letzten Woche vorgestellt haben, seine Werke "Duftgarten" oder "Rosengarten" und "Fruchtgarten" genannt, denn diese wunderschönen Gärten der Stadt haben auch auf ihre Dichter großen Einfluss ausgeübt. Und dies war wiederum ein Grund, warum die bekanntesten iranischen Dichter dieser Stadt, nämlich Saadi und Hafez auch in parkähnlichen Gartenanlagen in Schiraz ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Das Gärten und Wasser in einem Land wie Iran mit großen Wüsten und Ödflächen von besonderer Bedeutung sind, das ist sicher leicht zu verstehen. Deshalb haben sich die persischen Gärten im Verlaufe von tausenden Jahren in dieser Schönheit entwickelt. Und ihre einzigartige Architektur und Kultur wurde nun auch von der UNESCO anerkannt und somit wurden die "Persischen Gärten" im Juni 2011 in die Weltkulturerbeliste aufgenommen. Heute können wir solche historischen Gartentypen u.a. also noch in Schiraz bewundern. Da sind der Bagh-e Eram, Bagh-e Delgoscha, Bagh-e DschahanNama, der Bagh-e Nasr und der Bagh-e Narendschestan. So viele bekannte und berühmte Gartenanlagen in einer Stadt, dass lässt wie gesagt auf deren große Bedeutung in der Kultur des Landes und hier insbesondere in der Provinz Fars schließen. Schon der marokkanische Forschungsreisende Ibn-e Battuta (Abu Abdullah Muhammad ibnBattuta) hat im 14. Jahrhundert geschrieben: „Im Morgenland reicht keine Stadt aus Sicht der Schönheit ihrer Bazare, Gärten, Wasseranlagen und Menschen an Damaskus heran, es sei denn Schiraz. Diese Stadt liegt in einer Ebene und um sie herum sind überall Gärten.“ Es ist ganz offensichtlich, dass das gute und gemäßigte Klima in der Provinz Fars die Grundlage für die Existenz dieser schönen Gärten ist. Der Bagh-e Eram ist der berühmteste unter den historischen Gärten in Schiraz und hat die längste Vergangenheit. Mit seinen Gebäuden in originaler und traditioneller Architektur, den idyllischen Aussichten und den himmelhohen Zypressen, gehört dieser Garten zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Die ersten Gebäude in diesem Gartenpark stammen aus dem 13. Jahrhundert n.Chr., als die Ilchane, eine Mongolen-Dynastie, in Iran herrschten. Späterhin wurden die Gebäude von geschickten Baumeistern aus Schiraz repariert und restauriert. Vor etwa 100 Jahren wurde dann ein dreistöckiges Gebäude in diesem Gartenpark errichtet. Architektur, Steinmetzarbeiten, Malereien, Stuckarbeiten und Kachelmosaiken, alle diese sind Meisterwerke der iranischen Kunsthandwerker aus der Qadscharenzeit, also im 19. Jahrhundert n.Chr.. Das untere Stockwerk (ebenerdig) wurde an der Außenseite durch die Hand von Bildhauern mit Bildern aus der iranischen Geschichte und mit Werken berühmter Dichter dieser Stadt, wie Hafez verziert. Die wunderschönen Kachelarbeiten der Gebäude im Eram-Garten unterscheiden ihn von anderen Gartenanlagen. Diese Kachelarbeiten zeigen Bilder aus Geschichten wie von Salomon oder aus Werken des Dichters NezamiGandschawi (bekannt vor allem durch seine Werke 'Leili und Madschnun' oder 'Chosrou und Schirin') oder von gesellschaftlichen Anlässen wie Festmahlen zeigen. Alle diese Kachelarbeiten und Malereien zeigen die alte und traditionelle iranische Kultur und die Vorlieben des iranischen Volkes, die hier u.a. in den Bildern aus Geschichten des Heiligen Koran oder dem Schahname von Ferdowsi sowie den genannten Werken zum Ausdruck kommen. Im Eram-Garten kommt von der Nordseite her das Wasser in einem blau gekachelten offenen Kanal und führt durch die ebenerdige Etage des Gebäudes, wo es eine kühlende Funktion übernimmt. Der Raum den es durchfließt, ist als "Hos-Khane" bekannt. In vielen traditionellen iranischen Häusern findet man ein "Hos-Khane", d.h. ein Zimmer mit einem Wasserbecken, oft einem Springbrunnen, dass sowohl der Kühlung als auch der Entspannung dient und oft auch für Gespräche genutzt wurde, bei denen nicht jeder zuhören sollte. Denn die Geräusche des Wassers überdecken die Stimmen bzw. machen die Worte für andere undeutlich, somit kann nicht jeder hören was in diesem Raum gesprochen wird. Nun aber wieder zurück zum Eram Garten. Das durch das Gebäude hindurchgeleitete Wasser wird vor dem Gebäude in einem großen Becken gesammelt, von wo aus es dann weiter in einem blau gekachelten Kanal durch die Gartenanlage geführt wird. Das ebenfalls blau gekachelte Wasserbecken vor dem schön bemalten und verzierten Hauptgebäude und die himmelhohen Zypressen und anderen Bepflanzungen des Gartenparks bilden einen schönen Anblick und haben große Anziehungskraft auf alle Besucher. Besonders berühmt sind auch die schon erwähnten Zypressen unter denen eine, die 250 Jahre alt sein soll, und eine Höhe von 36 Metern hat, eine besondere Bekanntheit besitzt. Sie steht an der Südseite des Hauptgebäudes in der Nähe des schon genannten Wasserbeckens. Der Eram-Gartenpark dient heute der Universität Schiraz als Botanischer Garten und wird nicht nur von Studenten, sondern auch vielen inländischen Besuchern und Reisenden sowie auch ausländischen Touristen und Wissenschaftlern besucht. In dieser Gartenanlage, die Teil des Projektes "Wiederaufbau und Wiederherstellung des Eram-Gartens" der Universität von Schiraz ist, finden sich rund 500 zum Teil seltene einheimische und eingeführte Blumen- und Pflanzenarten. Besuchen wir nun einen anderen historischen Garten in Schiraz, es ist der Bagh-e Narendschestan. Auch im Zentrum dieser Gartenparkanlage steht ein herrschaftliches Gebäude, dass in der Qadscharenzeit (19. Jahrhundert n.Chr.) erbaut wurde. Da in diesem Garten sehr viele Bitterorangenbäume (Narendsch) stehen, trägt er den Namen Narendschestan. Der Bau dieser Gartenanlage und ihrer Gebäude wurde von Ali Mohammad Chan Qawam al-Mulk begonnen und später von seinem Sohn Mohammad Reza Qawam al-Mulk fertig gestellt. Der Haupteingang der Gartenanlage befindet sich auf der Südseite. Über dem Eingangstor aus Holz mit wertvollen Intarsien befindet sich eine Toreinfassung aus Ziegeln und bildhauerisch verzierten Steinen sowie rotfarbigem Marmor, auf dem Verse aus dem Heiligen Koran geschrieben stehen. Durch das Tor betreten wir eine Art Vorhof oder Vorplatz, von dem dann parallel zwei Wege durch den Garten in Richtung des zweistöckigen herrschaftlichen Haupthauses an der Nordseite des Gartens führen. Das Gebäude hat einen Zwei-Säulen-Balkon, der ebenso wie das Innere des Gebäudes mit schönen Spiegelmosaiken verziert ist. Die beiden Säulen des Balkons sind jeweils aus einem Stück Marmor gearbeitet. Außerdem schmücken vielfarbige Ornamentmalereien die Fassade. Auf den rund 3500 Quadratmetern dieses historischen Gartens finden wir viele Bäume und Pflanzen und vor allem buntfarbige Blumenbeete, die z.B. auch als Umrandung des kleinen Wasserkanals in der Mitte einen schönen Blickfang bieten. Der zentrale Wasserlauf ist nicht wie im Eram-Garten nur gerade, sondern er ist an mehreren Stellen durch kreisrunde Ausbuchtungen aufgelockert. Im Jahre 1974 wurde dieser historische Garten in die iranische  Nationalerbe-Liste eingetragen. Aufgrund ihrer wunderschönen Spiegelmosaiken, Glasarbeiten, Malereien, Relief- und Intarsien-Arbeiten gehören die Gebäude dieses Gartenparks zu den schönsten Bauwerken aus der Qadscharen-Zeit. Im Jahr 1966 wurde auch diese historische Gartenanlage an die Universität von Schiraz übereignet. 1969 wurde hier das Asieninstitut der Universität gegründet, zunächst unter der Leitung des bekannten amerikanischen Archäologen und Historikers für Persische Kunst, Professor Arthur Upham Pope. Im Jahr 1999 wurde der Narendschestan der Fakultät für Kunst und Architektur der Universität Schiraz zugeordnet. Hier nun einige wenige Zeilen aus dem 'Rosengarten' von Saadi, mit denen dieser große persische Dichter sicher auch die Vergänglichkeit des Lebens und des Lebendigen deutlich machen wollte: Wozu soll denn von Rosen für dich ein ganzer Strauß?  Aus meinem Rosengarten nimm dir ein Blatt heraus.  Nach fünf, sechs Tagen musst du die Rosen welken sehn,  Die Schönheit meines Gartens wird immerfort bestehn. 
Montag, 30 Juli 2012 16:22

Mit uns durch den Iran - Teil 9a

Unser Spaziergang durch die schöne Stadt Schiraz ist noch nicht beendet liebe Hörerfreunde. Auch heute wollen wir mit Ihnen noch auf den Spuren vergangener Zeiten wandeln, denn es gibt immer noch mehr zu entdecken. Wie wir schon beim letzten Mal angekündigt haben, soll es um einen weiteren Aspekt von Schiraz gehen, denn diese Stadt hat noch einen anderen Beinamen, sie ist nämlich auch sehr bekannt als "Stadt der Dichter". Die Namen der Dichter Hafez, Saadi und KhadschuKermani sind ganz eng mit Schiraz verbunden und ihre Mausoleen sind Anziehungspunkt für viele Einheimische und ausländische Reisende. Wie Sie Sich erinnern haben wir unseren letzten Beitrag mit einem Bericht über das Koran-Tor in Schiraz beendet. Ganz in der Nähe dieses Korantores, das wie wir sagten mit in einen parkähnlichen Ausflugsort für die Schirazer und die Touristen einbezogen worden ist, befindet sich auch die Grabstätte des iranischen Dichters und Mystikers KhadschuKermani (1280-1352). Heute wollen wir uns aber in erster Linie den bekannteren Dichtern  Hafez und Saadi zuwenden. Sicherlich ist der Bekanntheitsgrad von Hafez am größten und wir wollen heute mit unserem kurzen Bericht über ihn beginnen. Der eigentliche Name dieses großen iranischen Dichters war Hadsche Schams ad-Din Mohammad Schirazi oder auch Mohammad Schams ad-Din, was bedeutet "die Sonne der Religion". Seinen Namen Hafez, der eigentlich ein Ehrentitel ist, hat er bekommen, weil er den Koran schon als Kind auswendig kannte. Jeder, der den Koran auswendig rezitieren kann, ist also ein Hafez. Wie es in den Überlieferungen heißt, haben die Koran-Rezitationen seines Vaters den kleinen Mohammad derart beeindruckt, dass er das heilige Buch der Muslime schon mit 8 Jahren auswendig kannte. Leider ist nicht allzu viel über das Leben dieses großen Dichters bekannt und sein Geburts- und Sterbedatum sind nicht sicher wiedergegeben. Es heißt, dass er 1325 oder 26 geboren wurde, andere Quellen sprechen von 1320 und auch beim Sterbedatum schwanken die Angaben um 1389/90. Sicher scheint zu sein, dass er sowohl in Schiraz geboren, als auch dort gestorben ist und einige vertreten die Ansicht, dass er diese Stadt nie verlassen hat. Schon in jungen Jahren befasste er sich intensiv mit persischer und arabischer Poesie mit den Werken von Molana (Dschalal ad-Din ar-Rumi) und Saadi sowie mit Attar und Nezami, außerdem mit Theologie und der Auslegung des Heiligen Koran. Obwohl er Meister in der Dichtung von Elegien (panegyrische Gedichte), kurzen Gedichten, Vierzeilern und der Masnawi –Gedichtform, bestehend aus zwei sich reimenden Halbversen, war, so ist sein Ruhm doch vor allem durch seine Ghaselen-Dichtung entstanden. Die Ghaselen von Hafez sind als die original persischen Ghaselen bekannt. Sie sind die Offenbarungen der tiefsten menschlichen Gedanken und Vorstellungen, in die Form schöner fließender Worte gebracht, die eine einmalige und immerwährende Ausstrahlung besitzen. Hafez hatte auch die Beinamen "Stimme des Verborgenen", "mystische Zunge" oder "Dolmetscher der Geheimnisse"  d.h. dass er Weissagungen machen konnte und Kenntnisse über Verborgenes hatte.  Mit Goethes Worten: "Sie haben dich, heiliger Hafis, Die mystische Zunge genannt“   Auch heute noch werden seine im "Divan-e Hafez" gesammelten Werke als Quelle der Vorhersage genutzt, wobei die Interpretation seiner Verse jedoch nicht einfach und nicht jedermanns Sache ist. Der Ruf von Hafez geht weit über die Grenzen des Landes hinaus, und seine Ghaselen, die als formvollendet betrachtet werden, sind in die verschiedensten Sprachen übersetzt worden und viele große Dichter in dieser Welt haben diese gelobt und Hafez, den wohl größten Lyriker persischer Poesie, gepriesen. Johann Wolfgang von Goethe ist einer von ihnen und schreibt über Hafez: "Längst war ich auf Hafis und dessen Gedichte aufmerksam, aber was mir auch Literatur, Reisebeschreibung, Zeitblatt und sonst zu Gesicht brachte, gab mir keinen Begriff, keine Anschauung von dem Wert, von dem Verdienste dieses außerordentlichen Mannes. Endlich aber, als mir im Frühling 1813 die vollständige Übersetzung aller seiner Werke  – damit meinte er die vollständige Übersetzung durch den österreichischen Orientalisten Joseph von Hammer-Purgstall - zukam, ergriff ich mit besonderer Vorliebe sein inneres Wesen und suchte mich durch eigene Produktion mit ihm in Verhältnis zu setzen." Goethe war so von Hafez begeistert, dass er ihn als „alten Meister“ und seinen „Zwillingsbruder“ bezeichnete. In einem Gedicht von Goethe heiß es: »Sei das Wort die Braut genannt, / Bräutigam der Geist / diese Hochzeit hat gekannt, / Wer Hafisen preist.« Die Grabstätte von Hafez befindet sich in einer großen Gartenanlage, dem Musalla-Garten in Schiraz und ist als so genannte "Hafezieh" bekannt. Dieser Ort in Schiraz ist heute eine große touristische Attraktion und sehr viele Hafez-Liebhaber und Kenner seiner Werke kommen zu diesem Ort, von überall aus der Welt. Etwa 64 Jahre nach dem Tod von Hafez wurde eine Kuppel über seiner Grabstätte errichte. Zur Herrschaftszeit von Karim Khane Zand (18.Jahrhundert) wurde eine weitere Veränderung vorgenommen und ein schönes Monument auf 4 Steinsäulen über dem Grab errichtet und das Grab mit Marmorplatten versehen, die heute noch dort vorhanden sind. Auch im Laufe der nächsten Jahrzehnte wurden immer wieder Veränderungen und Reparaturen durchgeführt, die von wohltätigen Bürgern finanziert wurden. Das heutige Monument über dem Grab von Hafez, eine Kuppel, die auf 8 hohen Steinsäulen steht, wurde im Jahr 1936 unter dem Minister Ali Asghar Hekmat und in Anlehnung an architektonische Elemente aus der Zand-Dynastie, von dem französischen Architekten, Archäologen und Kunsthistoriker André Godard (1881-1965) gebaut. Die Kuppel ist von innen mit bunten Kachelmosaiken verziert und von außen hat sie Ähnlichkeit mit der Kopfbedeckung eines wandernden Derwischs. Die Kupferblechbedeckung dieser Kuppel ist im Laufe der Jahre oxidiert und dadurch ist ein schönes Farbspiel entstanden.   In der Umgebung dieses viel besuchten Ortes sind auch noch andere farsisprachige Mystiker und Dichter begraben. Deshalb wollen wir uns heute noch zu einer weiteren bedeutenden Grabesstätte, die als letzte Herberge eines anderen großen iranischen Dichters und als Pilgerstätte für die vielen Verehrer seiner Schaffenskunst dient, begeben.  Die Saadieh ist gemeint, die sich ganz in der Nähe des Mausoleums von Hafez  befindet. Die Saadieh ist also die Grabstätte von Saadi, der eigentlich Muscharrafud-Din Abdullah hieß und um 1190 in Schiraz geboren wurde. Auch bei ihm ist das Geburts- und Sterbedatum nicht ganz eindeutig, und letzteres wird mit den Jahren 1283 oder 1291 angegeben. Er hat also einhundert Jahre vor Hafez gelebt und ein gleiches Schicksal gehabt wie dieser, da auch sein Vater starb, als er noch ein Kind war. Der Verlauf seines Lebens unterschied sich dann aber doch sehr von dem des Hafez, denn Saadi hat sehr viele Reisen gemacht, wohingegen man für Hafez annimmt, er habe Iran nie verlassen und einige behaupten, er habe Schiraz nie verlassen. Saadi studierte in Bagdad Literatur und Islam und reiste innerhalb von nahezu 30 Jahren in viele Länder wie Arabien, Jemen, Syrien, Palästina, Ägypten, Indien und das Sultanat der Rum-Seldschuken in der heutigen Türkei.     Gezogen wohl bin ich gar weit durch die Welt Und hab' mich zu vielerlei Menschen gesellt, Ich nahm eine Lehre mir überall mit, Ich nahm eine Ähre von jeglichem Schnitt.   Die Erlebnisse und Erfahrungen die er bei diesen Reisen gemacht hat, finden wir in seinen weltbekannten Werken Bustan (Frucht- oder Obstgarten) aus dem Jahr 1257 und dem ein Jahr später verfassten Golestan oder Rosengarten, die viele Kurzgeschichten und Gedichte enthalten. Saadis "Rosengarten" und sein "Fruchtgarten" gelten als Werke voller Weisheiten, sind aber auch reich an Humor und herzerfrischenden Geschichten. In beiden Werken geht es um Gerechtigkeit, Mitgefühl und Hilfe für Bedürftige, um Schmach beladene Tyrannen und das Geschick der von diesen Unterdrückten. Saadi gilt als der volkstümlichste Dichter Irans Ins Deutsche wurden seine Werke u. a. 1846 durch Karl Heinrich Graf übersetzt. Der Eingang der Halle der Vereinten Nationen wird von einem Zitat aus Saadi's Rosengarten geschmückt, das in der Übersetzung von Karl Heinrich Graf (1846) wie folgt lautet: Die Menschenkinder sind ja alle Brüder Aus einem Stoff wie eines Leibes Glieder Hat Krankheit nur einzig Glied erfasst So bleibt anderen weder Ruh und Rast Wenn anderer Schmerz dich nicht im Herzen brennt Verdienst du nicht, dass man noch Mensch dich nennt.
Mittwoch, 25 Juli 2012 06:23

Mit uns durch den Iran - Teil 8

Bei unserem letzten Besuch in Schiraz machten wir Sie mit den Baudenkmälern aus der Zeit der Zand-Dynastie bekannt, die Mitte bis Ende des 18.Jahrhunderts n.Chr., also nicht einmal ein halbes Jahrhundert in Iran herrschte, aber viele Spuren hinterlassen hat, die heute noch Menschen aus dem In- und Ausland anziehen.
Sonntag, 08 Juli 2012 06:43

Mit uns durch den Iran - Teil 7

Wie Sie sich sicherlich erinnern, haben wir Sie im letzten Beitrag dieser Sendereihe mit den großen historischen Denkmälern iranischer Zivilisation vor dem Islam bekannt gemacht und ihnen die ehemaligen Residenzen iranischer Könige in der heutigen Provinz Fars vorgestellt, nämlich Tacht-e Dschamschid, dass Ihnen unter dem Namen Persepolis bekannt ist, und Pasargade. Beide historischen Orte befinden sich in der Nähe der heutigen Provinzhauptstadt Schiraz im Südwesten Irans. Im Rahmen des heutigen Beitrages wollen wir etwas über die historischen Orte und Denkmäler aus der islamischen Epoche berichten, die zahlreich in der Stadt Schiraz zu finden sind. Wenn auch die historische Vergangenheit von Schiraz bis in die Zeit der Achämeniden zurückreicht, so bezieht sich ihre Bekanntheit und ihr Ruf doch auch auf die islamische Epoche. In diesem Zeitraum kam es zu einem Anwachsen der Stadt und vier Abschnitten ihrer Geschichte wurde diese schöne Stadt sogar zur Hauptstadt Irans. Schiraz hat also – so wie andere Städte auch – über einen langen Zeitraum hinaus, viele Höhen und Tiefen erlebt. Jedes Mal, wenn sie Hauptstadt war, ging es bergauf und die Stadt erlebte einen Aufschwung. Aber jedes Mal, wenn sie dem Zorn anderer Herrscher ausgesetzt war, erlebte sie schwere Zeiten und einen Stillstand in der Entwicklung. Jede Epche hinterließ in der Stadt eine Reihe von Baudenkmälern und Spuren ihrer besonderen Kultur und Architektur. Bei einem Spaziergang durch Schiraz mit aufmerksamem Blick können wir heute folglich eine Menge dieser vielfäligen historischen Spuren verfolgen. Sie stammen von den Illchanen (1256-1353), den Saffawiden (1501-1722), der Zand-Dynastie (1750-1794), und den Qadscharen (1794-1925). Unter diesen vielfältigen architektonischen Spuren sind die historischen Denkmäler aus der Zeit der Zand-Dynastie besonders zahlreich und haben auch heute noch für die Stadt eine große Bedeutung. Karim Khane Zand bekannt auch als "Vakil ar-Ra'aya" zu Deutsch  Statthalter oder Vertreter des Volkes, war Begründer der Zand-Dynastie und herrschte von 1750 bis 1779 in Iran. Er machte Schiraz zu seiner Hauptstadt und hat viele berühmte Denkmäler und Bauwerke hinterlassen, wie da sind die "Arg-e Karim Khani"- d.h. die Zitadelle des Karim Khan, der Vakil-Basar, die Vakil-Moschee, der Bagh-e Nasr mit dem Pars-Museum, das Vakil-Badehaus und viele andere Bauwerke, die immer wieder viele Reisende und Touristen anziehen. Soweit es unser Zeitrahmen zulässt wollen wir in diesem Beitrag mit den Denkmälern aus der Zand-Dynastie bekannt machen. Aber zuvor ist es notwendig, dass wir kurz auf die Besonderheiten der Architektur in dieser Epoche eingehen. Die Architektur in der Epoche der Zand-Herrscher ist eine Fortsetzung der Baukunst der Saffawiden, jedoch einfacher und mit einem neuen Stil. Zu den Merkmalen des Baustils während der Zand-Dynastie gehört die außergewöhnliche Festigkeit und Stabilität der Bauwerke und ihre Harmonie mit dem Klima von Schiraz, die einen schönen und seltenen neuen Baustil in die iranische Architektur gebracht haben. Die Stabilität der Gebäude zeigte sich insbesondere auch dadurch, das Erdbeben sie nicht beschädigen konnten. Der Baustil in der Zand-Periode konzentrierte sich vor allem auch auf Ausstattung und Verschönerung der Innenräume. Mit Stuckarbeiten, Malerien, Kachelmosaiken und Kachelmalereien wurde das Innere der Gebäude verziert und verschönert. Auch die wunderschönen Iwane, die mit aus einem Steinblock gehauenen Säulen versehen sind, z.t. einfach oder auch mit eingehauenen Spiralmustern, gehören zu den architektonischen Kennzeichen dieser Periode. Zur besseren Bekanntschaft mit der Baukunst der Zand-Dynastie, wollen wir mit der Beschreibung der Zitadelle des Karim Khan in Schiraz beginnen. Die Zitadelle des Karim Khan oder wie es auf Farsi heißt "Arg-e Karim Khani", ist wie eine mittelalterliche Festung angelegt und war Residenz und Wohnort von Karim Khane Zand. Sie wurde im Jahr  1766-1767 auf seine Anordnung erbaut wurde und ist heute noch im Nordosten von Schiraz zu bewundern. Die Größe des Bauwerkes ist ein Beispiel für die außergewöhnliche Einfachheit, Anmut, Festigkeit und Dynamitk des Baustils dieser Zeit. Die Zitadelle des Karim Khan umfasst eine Fläche von 4000 qm, und ihre 12 Meter hohen Mauern haben am Fuß eine Breite von 3 Metern, die sich nach oben hin auf 2,8 Meter verjüngen. Die vier Ecktürme der Festungsanlage überragen die Mauern um 3 Meter und sind somit 15 Meter hoch und von schmückenden Ziegelmustern geziert. An der Nord- Süd- und Westseite der inneren Festungsmauer sind ein großer Saal und zwei große Räume errichtet. Die Räume in der Festung wurden mit Malereien und Stuckarbeiten verschönert und die Gartenanlagen haben eine liebliche grüne Atmosphäre in der Festung geschaffen. Die nachfolgenden Qadscharen-Herrscher haben aufgrund ihrer Feindschaft gegenüber den Zandije alle deren Malereien und Kachelmosaiken zerstört und sie durch ihre eigenen Malereien und Verzierungen ersetzt. Nach dem Sieg der Islamischen Revolution kamen bei Restaurierungsarbeiten  die alten Malereien und Stuckarbeiten der Wände zum Vorschein. Der Vakil-Bazar ist ein weiteres bekanntes Bauwerk aus der Zeit der Zand-Dynastie, der im Jahr 1936 der Liste iranischen Kulturerbes hinzugefügt wurde. Dieser Bazar ist der größte der Stadt Schiraz und er findet aufgrund seines Baustiles große Beachtung. Wenn die Architektur dieses Bazars auch nicht außerhalb der Muster des alten iranischen Baustils zu sehen ist, und es heißt, dass er dem Bazar in Lar aus der Zeit des Safawiden-Herrschers Schah Abbas nachempfunden ist, so ist er doch selbst auch Inspiration für die Erbauer anderer Bazare, nach der Zand-Dynastie, gewesen. Der Architekt dieses Bazars hat mit den hohen Wänden und zahlreichen Windkuppeln in den Ziegelgewölben effektive Maßnahmen für die Kontrolle von Licht und Temperatur im Bazar getroffen. Somit ist es dort im Sommer kühl und im Winter warm. Der Vakil-Bazar in Schiraz mit seinen zahlreichen Karawansereien, Badehäusern und Innenhöfen erstreckt sich über 800 Meter und war schon immer das Herz von Wirtschaft und Handel der Stadt  und bedeutendes Zentrum der Warenverteilung. Auch heute noch ist dieser traditionelle iranische Bazar voller Leben und Treiben und setzt seine Blütezeit fort. Er ist dynamischer Handelsplatz und hat ein großes Angebot sehr vieler kunsthandwerklicher Arbeiten, Stoffe und anderer Waren des täglichen Bedarfes. Wie wir schon erwähnten gehören zu einem traditionellen Bazar auch Karawansereien und Badehäuser, die aber heutzutage nicht mehr als solche genutzt werden. Aber die Moscheen in den Bazaren sind auch heute noch aktiv. Im Vakil-Bazar gehört die Vakil-Moschee zu den bekanntesten Moscheen von Schiraz und sie gilt als das eindrucksvollste Bauwerk der Stadt und als wichtigstes Baudenkmal aus der Zand-Dynastie. Die Vakil-Moschee - sie wurde 1772/73 erbaut - steht auf einem 11.000 qm großen Gelände und sie selbst umfasst 9600 qm. Der Hof der Moschee ist vollkommen mit großflächigen Steinplatten ausgelegt. Das große rechteckige Wasserbecken im Hof ist mit wunderschönen und einzigartigen Blumenreliefs die in die verwendeten Steinplatten eingehauen wurden, verziert. Weiter besteht die Moschee aus Iwanen und Gebetssälen für Winter und Sommer. Zahlreiche Koranverse in schönsten Schriftzügen verzieren und heiligen die Portale und Wände der Iwane (offene Säulenportale). Auch die aus jeweils einem Steinblock gehauenen 48 Säulen des Wintergebetssaales, mit einem spiralförmigen Muster, gehören zu den sehenswerten Teilen dieses Bauwerkes.   In der Nähe der zuvor beschriebenen Vakil-Moschee finden wir das Vakil-Badehaus, dass aus einigen Aspekten heraus in Iran einzigartig ist. 1776 errichtet, ist es eines der größten und historisch wertvollsten Badehäuser Irans. Dieses Badehaus ist aus vier miteinander verbundenen Gebäudeteilen erbaut. Nach dem Eintritt in das Badehaus befinden wir uns in einem achteckigen Raum, dessen Decke mit interessanten Stuckarbeiten verziert ist. In der Mitte des Raumes finden wir ein großes Wasserbecken, dass von kleineren Becken umgeben ist. Die mit Malereien verzierten Stuckarbeiten an der Decke zeigen Szenen der Himmelfahrt des Propheten des Islams –s.a.-, oder aus alten iranischen Geschichten sowie Blumenornamente. Beim Bau des Vakil-Badehauses wurden die fortschrittlichsten Systeme der damaligen Zeit umgesetzt und es wurden architektonische Maßnahmen für die Warmhaltung und die Verhinderung des Eindringens von Kälte ins Badehaus ergriffen. Das Vakil-Badehaus ist heute Dauer-Ausstellungsort für traditionelle künstlerische bzw. kunsthandwerkliche Arbeiten wie Teppiche und Kelims usw.. Der achteckige Gartenpavillion, der sogenannte "Kolah Farangi" ist heute das Stadtmuseum von Schiraz, er liegt im Nazar-Garten und ist ein weiteres bekanntes Baudenkmal aus der Zeit der Zand-Dynastie. In der Zeit des Erbauers Karim Khane Zand wurden hier hochrangige in- und ausländische Gäste und Diplomaten beherbergt und es fanden viele offizielle Feierlichkeiten und Veranstaltungen dort statt. Aufgrund des Testamentes von Karim Khane Zand, wurde dessen Leichnam im östlichen Teil dieses Gebäudes beigesetzt und als Vakil-Ruhestätte benannt. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts n.Chr. wird der Pavillion als Museum genutzt. Der achteckige Bau besteht einheitlich aus gelben Ziegeln und ist mit schön gemalten Keramikkacheln verziert, auf denen Blumen, Vögel und Jagdszenen zu sehen sind oder auch Bilder, die von den alten Geschichten und Legenden der Iraner inspiriert wurden. Die Innenarchitektur dieses Baues ist von Bogen und Gewölbekuppeln dominiert, die mit wunderschönen Blumen- und Vogeldarstellungen bemalt sind. Im Museum finden wir heute u.a. Ausstellungsstücke sowohl aus prähistorischen, historischen als auch islamischen Zeiten der Provinz Fars, wie da sind tönerne und bronzene Gefäße, Bücher mit alten Handschriften, Gemälde iranischer Künstler aus verschiedenen Epochen, u.a..
Samstag, 30 Juni 2012 06:07

Mit uns durch den Iran - Teil 6

Liebe Freunde dieser Sendereihe, wir sind weiterhin in Schiraz, dieser schönen und historisch bedeutenden Stadt in Iran, von der so viel zu berichten ist, dass es nicht in einer Sendung untergebracht werden kann. Aufgrund der Fülle historischer und kultureller Schätze wurde Schiraz auch von der UNESCO in die Liste der kulturell bedeutenden Städte in der Welt aufgenommen.