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Mittwoch, 13 Juli 2016 04:59

Mit uns durch Iran-177

Im Namen Gottes,  seien Sie gegrüßt liebe Hörerfreunde! Unsere Reise geht heute weiter  in der Provinz Buschehr, die sich im Süden Irans befindet. Wir haben uns zuvor mit den allgemeinen Gegebenheiten dieser Region befasst.

Heute möchten wir Ihnen die Großbezirke vorstellen.

Der Großraum Daylam mit der Stadt Daylam als Zentrum liegt im Nordwesten der Provinz Buschehr, etwa 271 Km nordwestlich der Hafenstadt Buschehr auf 8 Meter Höhe über dem Meeresspiegel; das Klima hier ist warm und feucht.

Historischen Unterlagen und Dokumenten zufolge befand sich der alte Hafen Mahruban 24 Km nördlich vom Dalym-Hafen, die Ruinen sind heute noch in dem Gebiet Tal-Imamzadeh zu sehen.

Nach der Zerstörung des Mahruban-Hafens, etwa gleichzeitig oder noch kurz vor dem Einfall der Mongolen, blühte der Daylam-Hafen auf. Im 18. Jahrhundert wurde er hauptsächlich von den Holländern angefahren; Wolle, Baumwolle, Öl, Trockenfrüchte und Getreide wurden von hier aus in alle Welt exportiert. Auf der anderen Seite wurde über diesen Hafen Stückenzucker, Tee, Stoffe, Datteln und andere Waren eingeführt. Der Dalym-Hafen galt  damals so ziemlich als Endstation auf der bekannten antiken Route Isfahan-Mahruban; diese Route war einst der schnellste und kürzeste Verbindungsweg von Daylam ins Landesinnere.

Der Mahruban-Hafen war in der Vergangenheit Gastgeber großer Chronisten und Abenteurer wie Yaghut Hamawi, Autor von Mo`jam-ul Baladan, Abu Ishaq Ebrahim Estakhri, Autor von Masalaek o Mamalek, niedergeschrieben 340 nach Hedschra, Ibn Houghal, Autor von Sourat-ul Arz, Nasser Khosrow Ghobiadiani, auch Geografen wurden hier empfangen. Der Daylam-Hafen befindet sich nach wie vor im Blickfeld von Reisenden und Touristen. Die französischen Antikenforscher Babin und Houssay reisten 1885 nach Iran; in ihrem Reisebericht „Reisejournal im Süden Irans“ schrieben sie über Daylam: „Der Daylam-Hafen ist eine kleine Stadt; dort haben die Iraner eine Zitadelle errichtet und darum einen kleinen Palmenhain angelegt. Unser Quartier befindet sich im Haus der Regenten. Der Daylam-Hafen ist einer der sehr wichtigen Häfen am Persischen Golf; im Grunde ist er ein Handelsplatz zwischen Iran, Indien und den Osmanen. Schiffe aus verschiedenen Ländern legten hier an oder gingen vor Anker.“

Die Zitadelle, von der die Franzosen berichteten, steht noch heute. Zudem sind noch Ruinen von Wachtürmen erhalten geblieben. In den Dörfern um Daylam herum befinden sich zahlreiche Pilgerorte.

Der Komplex vom Daylam-Hafen wurde errichtet, um das Be- und Entladen von Schiffen zu erleichtern, die Kapazitäten zu erhöhen und gleichzeitig mehrere  größere Schiffe aufnehmen zu können.

Der Komplex hat das gesamte Stadtbild verändert und großen Einfluss auf den Ausbau dieses kleinen Hafens gehabt, so dass nun die Verbindungen optimaler sind und die Wirtschaft Aufschwung erhalten hat.

Der Hafen Genaveh ist ein weiterer Großraum im Südwesten der Provinz Buschehr, er liegt am Persischen Golf. In den Dokumenten und alten Schriften von Chronisten und Geografen wird er unterschiedlich genannt. In der Vergangenheit war der Hafen florierend und bekannt. Heute ist der Genaveh-Hafen neben den Ruinen der alten und glorreichen Stadt gebaut worden, vom alten Ruhm sind nur Steine und Wälle begraben und Sand und Erde übrig geblieben, an manchen Stellen ragen noch die Steintorbögen aus der Erde.

Die Sandküsten in Genaveh zählen zu den Attraktionen der Region, besonders im Winter, da das Wetter in dieser Jahreszeit sehr angenehm ist. In den Dörfern um den Hafen befinden sich zahlreiche Wahlfahrtsorte, zu den bekanntesten gehört das Imamzadeh Soleiman bin Ali, das sich an der Straße Genaveh zu Daylam befindet. Das Gebäude weist ein Rechteck auf, die Kuppel und das Grab sowie die Säulengänge weisen  die alte Architektur an den Küsten des Persischen Golfes auf, ähnlich wie jene bei der Kuppel des Propheten Daniel an Susa. Die riesige Kuppel hat einen großen Durchmesser und ist stufenweise angelegt worden; die Kacheln, die sie überziehen, sind blau, gelb und weiß.

Aus der Ferne ragt die Kuppel in den blauen Himmel und bietet ein interessantes Schauspiel.

Manche Inseln am Persischen Golf befinden sich in der Landesaufteilung im Bezirk Buschehr, einige sind bewohnt, andere nicht, doch alle sind strategisch wichtig.

Khark liegt 57 km nordwestlich von Buschehr. Sie ist eine der wichtigen Inseln, die in einem entfernten Punkt zum Festland liegt. Geologen datieren die Entstehung auf eine Zeit vor 14000 Jahren zurück.

Die Koralleninsel Khark hat eine wechselhafte Geschichte hinter sich, auch von ihrer Natur her ist sie sehr attraktiv. Trotz ihrer kleinen  Fläche ist sie für den Handel, die Wirtschaft, das Militär und von ihrer Geschichte her sehr wichtig. Die Insel ist etwa 8 km lang, und 4-5 km breit. Die Fläche beträgt also weniger als 40 qkm. Der höchste Punkt liegt etwa 83 m über dem Meeresspiegel. Zahlreiche Hügel bedecken die Insel. Einer der Hügel, „Takht, ist 76 m hoch.  Durch die Hügel im Zentrum hat die  Insel  die Form eines Segelschiffes gefunden. Die Anhöhen schützen vor dem heftigen Nordwind, Schiffe auf der Südseite können dort ruhig anlegen. Die natürlichen Gegebenheiten, u.a. auch das tiefe Gewässer,  ermöglichen es, dass die Ozeanriesen und gewaltige Öltanker in den Häfen anlegen können. Khark zählt zu den wichtigsten Exportposten des Landes. Vor 54 Jahren, 1960, wurde hier das erste Öl gefördert.

Während des achtjährigen auferlegten Krieges gegen den Iran, der 1980 vom Zaun brach, waren ÖL- und Wirtschaftsanlagen strategische Ziele für die Iraker. Dadurch wollte der Feind die lebenswichtigen Wirtschaftsquellen des Landes treffen, die ja hauptsächlich im Ölsektor lagen. Der Feind wollte damit die Versorgung des Krieges und das alltägliche Leben der Menschen sabotieren. Daher wurde auch die Insel Khark während des Krieges wiederholt, also 2888 Mal, um es genauer zu sagen, aus der Luft und mit Raketen angegriffen.

Auf der Insel trifft man auch  Werke aus der vorislamischen und islamischen Zeit. Darunter kann man auf die Tempel Palmiran und Neptun, auf den Feuertempel der Zoroaster, Nestorianer-Kloster, Steingräber und Gräber der Zoroaster, Grabstätte von Mir Mohammad, der Mohammad Hanafiyeh zugeschrieben wird, hinweisen, Werke aus der Zeit der Sassaniden, der Parther und der islamischen Zeit, die bei Ausgrabungen und Forschungen zu Tage gekommen sind.

Auf den Hügeln wurden zahlreiche Gräber gefunden, sie sind flach  und kreisförmig, daher liegt es nahe, dass es sich um Gräber der  Zoroaster handelt. Manche Gräber haben einen niedrigen Eingang, an denen ein Kreuz angebracht ist. Das ist ein Hinweis darauf, dass hier auch Christen beigesetzt wurden.

Die Grabstätte von Imamzadeh Mir Mohammad Hanafiyeh auf der Insel  gilt als eines der  wichtigsten und wertvollsten historischen und kulturellen Bauwerke aus der islamischen Zeit. Sie befindet sich im südwestlichen Teil der Insel.

Am Gebäude steht das Datum 738 im Mondkalender als Bauzeit. Das trifft auf die Zeit der Seldschuken. Das Gebäude zieren zwei pyramidenförmige Kuppel und eine kleine runde Kuppel. Das Innere ist mit sternförmigen und achteckigen Kacheln.

Historiker und Forscher sind überwiegend der Meinung, dass es sich bei Mir Mohammad Hanifeh um den Sohn von Imam Ali handelt. Er ist vor der Bosheit und Ungerechtigkeit der Omayyiden und Bani-Marwan gegenüber der Bani-Haschem aus Medina weggezogen; auf dem Weg nach Basra setzte   er sich auf Khark nieder und wurde dort vergiftet. Die Kachelarbeiten in der Grabstätte sind mit Goldfäden durchzogen und daher sehr wertvoll. Sein Grabmal gilt als ein  wichtigster Pilgerort im Süden Irans. Es wurde mit der Nr. 2205 unter den nationalen Denkmalschutz gestellt.

Für heute, liebe Hörerfreunde,  sind  wir am Ende unserer  Sendung angelangt fertig und müssen uns verabschieden. Weiter geht es in Iran nächste Woche.

Bis dahin, auf Wiederhören!

 

 

 

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