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Dienstag, 21 Juni 2016 09:03

Mit uns durch Iran-176

Im Namen Gottes und einen schönen Gruß an Sie liebe Hörerfreunde!    Wir haben uns letzte Woche die Provinz Buschehr angesehen und ihre historischen Werke kennengelernt. Heute möchten wir uns mit den Großräumen in Buschehr etwas näher auseinandersetzen.

 

 Großraum Daschtestan ist einer der wichtigsten Großräume der Provinz Buschehr, das Zentrum ist die Stadt Borasdjan. Daschtestan ist auch das landwirtschaftliche Zentrum der Provinz. Feldanbau und Palmen sind  die zwei wichtigsten Bereiche und Datteln, Tabak und Gemüse die wichtigsten Produkte. Sie werden landesweit verkauft.  In dieser Region trifft man auf einzigartige Bauten, die von ihrer Bedeutung zeugen. Ganz besonders in Daschtestan und um Borasdschan befinden sich noch Werke und historische Hügel, die aus der Vergangenheit erhalten geblieben sind und Zeuge der alten Kultur und Geschichte der Menschen dieser Region sind.

Zu den wichtigsten Werken zählt das Boorasdschan-Schloss (Die Moschir-ul Molk-Karawanserei), das sich im Stadtzentrum befindet. Das Gebäude wurde von Hadj Mohammad Rahim Schirazi gebaut, er hat auch die Moschir-Brücke und die Dalaki-Karawanserei gebaut; dabei hob er meisterhaft die Architektur der Zandyeh-Dynastie hervor. Er setzte  hauptsächlich Stein, Gibs und Mörtel als Baumaterial ein. Der Boden ist aus großen Steinplatten gelegt worden. Die Gesamtfläche beträgt 7000 qm, der Grundriss vom Gebäude umfasst 4200 qm. Die Moscir-ul Molk-Karawanserei verfügt insgesamt über 68 Räume und Zimmer, die später und im Laufe der Zeit unterschiedlich genutzt wurden. Dementsprechend stieg oder sank die Zahl dieser Räume. Borasdschan liegt an der Handelsstraße von Schiraz nach Buschehr, so ist die Karawanserei hier sehr wohlbesonnen gebaut worden.  Die Moschir-Karawanserei wurde in verschiedenen Zeiten unterschiedlich genutzt. 1377 wurde sie aufgrund ihrer Bedeutung und Wertes geräumt und restauriert, um sie für kulturelle und künstlerische Zwecke einzusetzen. 1362 wurde sie als Nationaldenkmal registriert.

Interessant ist, dass um Borasschjan wertvolle historische Werke aus der Zeit der Meder, Sassaniden und Arsekiden gefunden wurden, u.a. die historische Region Touz bzw. Toudsch am Schapur-Dalaki-Fluss. Früher war Touz eine Handelsstadt, die für ihre Leinen und Stickerei bekannt war. Aus dem alten Touz sind Ruinen aus Stein, Ton und Gips erhalten geblieben, sie deuten auf den Umfang und das Alter dieser Region hin. Um Borasdschan liegt die historische Höhle Tschehel-Khane, etwa 40-Häuser.  Auf beiden Seiten des Schapur-Flusses sind die Steinfelsen eingehauen und dadurch ist eigentlich die Höhle entstanden. Sie besteht aus einem Iwan vor den Zimmern und Gängen, die die Räume miteinander verbinden. Diese Werke sind nachgewiesen aus der Zeit der Meder und Sassaniden. Ein iranisches Forschungsteam hat um Borasdschan die Ruinen von zwei großen Palästen gefunden, die der Zeit der Achamäniden zugesprochen werden. Sie waren wichtige Stützpunkte am Persischen Golf.

                                   

Im Osten von Daschtestan liegt ein anderer Großraum der Provinz, er nennt sich Tangestan. Zentrum ist die Stadt Ahram (اهرم). Die Bewohner von Tangestan sind hauptsächlich in der Dienstleistungsbranche tätig. Daneben wird auch fleißig Fischfang und Landwirtschaft betrieben. Sie sind besonders in der jüngeren Geschichte für ihren Patriotismus und Tapferkeit bekannt geworden.

Die Dorfregion von Ahram ist historisch, religiös und landschaftlich und natürlich von großer Attraktivität für Touristen und Besucher. Unzählige  Wasserquellen und Gärten mit Zitrusfrüchten zählen zu den natürlichen Sehenswürdigkeiten. Zwei Militärstützpunkte erinnern an die mutigen Männer, die ihr Leben zur Verteidigung der Heimat gegen den ausländischen Feind verloren haben, daher sind sie ein wichtiges Denkmal dieser Region. Zahlreiche historische und religiöse Werke um Ahram herum sind ebenfalls von den Menschen in der Umgebung und anderen Städten gut besucht.

Großraum Kangan liegt am südöstlichsten Ende der Provinz am Küstenstreifen des Persischen Golfes. Zentrum ist die gleichnamige Stadt Kangan. Die Küste am Persischen Golf verleiht ihr eine besondere Anmut. Auch für die Industrie ist sie von äußerster Bedeutung, da sich die riesige Raffinerie für Naturas dort befindet. Sie deckt nicht nur den Bedarf an entlegenen Regionen des Landes, sonders liefert dem Weltmarkt ihre Produkte auch  und so ist wirtschaftlich sehr bedeutend. Die Raffinerie bietet natürlicherweise die meisten Arbeitsplätze in der Region in der Industrie. Darüber hinaus ist in der Hafenstadt Kangan die Fischerei ein Wirtschaftszweig, der ebenfalls Arbeitsplätze schafft.

Im 4. Jahrhundert nach der Hedschra war der Taheri-Hafen, der sich in Großraum Kangan befindet, sehr wichtig, denn die große historische Stadt Seyraf befand sich unmittelbar neben dem kleinen Taheri-Hafen. Heute ist von Seyraf nur eine Ruine übrig, unter den Sassaniden war sie jedoch einer der wichtigen und strategischen Häfen des Reiches, das galt noch in den frühislamischen Jahrhunderten. Im dritten und vierten Jahrhundert nach der Hedschra befand sich der Handel am Persischen Golf auf ihrem Höhepunkt, Seyraf galt als wichtigster Umschlagplatz. Historische Beweise belegen, dass Großraum Kangan historisch, strategisch und kommerziell besonders wichtig ist.  Die historischen Denkmäler und die Thermalquelle Mianlou im Norden von Kangan zählen heute zu den Sehenswürdigkeiten der Region.

                                              

Großraum Assaluyeh ist ein neu gegründeter Bezirk, der im Dezember 2012 von Kangan getrennt wurde. Zentrum ist der Hafen Assaluyeh. Dieser ist der wichtigste Wirtschaftspunkt Irans und die größte Energieregion der Welt, die sich am südlichsten Punkt des Landes befindet. In den vergangenen 12 Jahren hat sie riesige Entwicklungen durchlebt. Der Hafen liegt 276 km südöstlich von Buschehr und 570 km westlich von Bandar Abbas. Er gilt als nächster Punkt an den nördlichen Küsten des Persischen Golfes auf dem Festland zum Gasvorkommen Süd-Pars.

Die Geschichte des Hafens reicht weit zurück, praktisch gilt er als einer der ersten Häfen am Persischen Golf. Auseinandersetzungen und Feindseligkeiten haben die zahlreichen historischen Werke wie Zitadellen und Moscheen vollkommen zerstört. Unterlagen zufolge wurde der Hafen unter den Sassaniden angelegt. Assaluyeh befindet sich 300 km östlich vom Hafen Buschehr und etwa 100 km entfernt vom Gasvorkommen Süd-Pars im Persischen Golf.

Am Meeresboden und etwa 100 bis 120 km entfernt vom Festland erstreckt sich das riesige Gasvorkommen Süd-Pars; der nördliche Teil (Nord-Pars) befindet sich vollständig in iranischen Gewässern, ein weiterer Teil (Süd-Pars) ist mit Katar gemeinsam. Berichte besagen, dass das Nord-Pars-Vorkommen schon Anfang der vierziger Jahre im persischen Sonnenkalender entdeckt wurde; auf der anderen Seite sind viele Experten der Überzeugung, dass der genaue Umfang und die Gasreserven des Vorkommens noch nicht erschlossen wurden. Das Gasfeld liegt 120 km südöstlich von Buschehr in einer Tiefe zwischen zwei und 30 Metern im Persischen Golf. Es werden dort etwa 7 Trillionen Kubikmeter Gas geschätzt. Erste seismografische Studien wurden 1342 im Sonnenkalender vorgenommen. Der erste Bohrturm wurde 1345 zu Forschungszwecken fertiggestellt. 1977 wurden die Studien zur Erschließung des Vorkommens bestätigt. 17 Bohrlöcher und 26 Offshore Plattformen wurden angelegt, als sich die Islamische Revolution ereignete und etwas später der auferlegte Krieg ausbrach; damit kam das Projekt zum Stillstand. Nach dem Krieg und mit dem Aufbau haben die Verantwortlichen ihr Hauptaugenmerk auf Süd-Pars, das mit Katar gemeinsam ist, gelegt.

Süd-Pars hat einen Umfang von 9700 qkm, der Anteil Irans beträgt 3700 qkm. Das Vorkommen ist 250 tief und befindet sich rund 3000 Meter unter dem Meeresboden. Dieser Teil beinhaltet 14 Trillionen Kubikmeter Gas und 18 Mrd. Barrel Gasderivate; diese Mengen stellen etwa 50% der Gasreserven Irans. Mit dem Ausbau des Projekts möchte man zunächst die wachsende Nachfrage nach Gas decken und dieses Element exportieren, die Gasderivate sollen Petrochemie-Werke speisen.

Damit haben wir wieder das Ende unserer Sendezeit erreicht und müssen Sie leider verlassen. Aber nächste Woche geht es weiter.

Bis dahin, Gott möge Sie schützen.

 


 

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