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Dienstag, 19 April 2016 19:42

Mit uns durch Iran-168

Guten Tag,  liebe Hörerfreunde und Reiseliebhaber! Heute geht unsere Tour in der Provinz Khuzestan und der Stadt Khorramschahr weiter.

 

 Hier liegt die Stadt Khoramschahr, die grüne, fröhliche Stadt, gestern hieß sie Khunin-Schahr, die Stadt des Blutes, die Stadt von Freiheitskämpfern, die den Märtyrertod gefunden haben, Symbol für Widerstand und Sieg, Stadt der emporragenden Palmen, Khoramschahr. Wenn Gassen und Straßen hier sprechen könnten, würden sie Geschichten aus dem Krieg erzählen, von den Nahkämpfen und Straßenschlachten ihrer tapferen Bürger und Jugend gegen Aggressoren des irakischen Bath-Regimes. Eine Stadt, die im auferlegten Krieg von Saddam und dem Weltimperialismus gegen Iran ungeheure Schäden hinnehmen musste. Ein heiliges Stück Erde, für jede ihrer  Handbreit  ein geliebtes Kind des islamischen Irans sein Blut geben musste und die  schließlich nach 19-monatiger Besatzung durch die Helden Irans bei einer  tapferen Offensive wieder vollständig befreit und von Besatzern gesäubert wurde.

Großraum Khoramschahr liegt 994 Km von Teheran entfernt, am südwestlichen Rand der Khuzestan-Ebene; hier treffen sich die Flüsse Arwand und Karun, und sie liegt nahe dem Äquator.

Im Norden liegt der Großraum Ahwaz, im Osten der Großraum Schadegan, im Süden Abadan und der Persische Golf und im Westen der Irak. Khoramschahr liegt etwa 3 m über dem Meeresspiegel. Durch die Nähe zu Saudi-Arabien und Irak ist die Region von warmen und trockenen Winden aus diesen Ländern beeinflusst. Die Nähe zum Arwand und Persischen Golf beschert der Region eine relativ hohe Luftfeuchtigkeit über das ganze Jahr. Das wichtigste Landwirtschaftsprodukt des Großraums sind Datteln und Zitrusfrüchte. Viehzucht wird ebenfalls betrieben und Milchprodukte, Häute und Wolle gewonnen.

In manchen Dörfern werden Umhänge, Jajim und Matten hergestellt. Die Muttersprache der meisten Dorfbewohner ist Arabisch. Die iranisch-stämmigen und arabischsprachigen Bewohner kommunizieren aber auch auf Persisch miteinander, wenn’s notwendig ist. Historisch wichtig ist der (سرق)Hafen, über den  Glas, Tongefäße und Handarbeitsprodukte vertrieben werden. Die alte und neue Brücke der Stadt, der Boot-Kai, der Fischermarkt, das Gebäude des Roten Halbmondes, der Filie-Palast und die Gesamtmoschee von Khoramschahr (das Symbol des Widerstandes) zählen zu weiteren Sehenswürdigkeiten des Großraums Khoramschahr.

 Die Hafenstadt Khoramschahr ist das Zentrum des Großraums Khorammschahr in 128 Km Entfernung von Ahwaz, der Hauptstadt der Provinz Khuzestan. Der Karun fließt durch die Stadt und teilt sie in einem westlichen und einem östlichen Bezirk, schließlich mündet er in den Arwand-Fluss. Ein Gürtel von Palmen, etwa 400 Meter breit trennt die Stadt von anderen Gebieten.

 Die Stadt wurde im 12. Jh. im Mondkalender noch als ein kleines Dorf registriert. Anfang des 13. Jh. verwandelte sie sich in einen angesehenen Hafen. Ihre strategische Lage bescherte ihr große Aufmerksamkeit, sie wurde wiederholt von ausländischen Truppen besetzt und dann wieder befreit: Die Engländer 1875, das osmanische Imperium 1883 und die irakische Bath-Armee 1980 besetzten die Stadt. Die Geschichte der Stadt zeigt unzählige Höhen und Tiefen, was wiederum auf ihre Bedeutung, sowohl geografisch als auch strategisch, hinweist.

Anfang des 19. Jh. wurde hier Öl entdeckt, später wurde in der Nähe, die Abadan-Ölraffinerie gebaut und damit stieg nochmals die Bedeutung der Stadt  und förderte Wohlstand und Entwicklung. Große in- und ausländische Handelsunternehmen richteten sich hier ein.

Der erste große Hafen wurde 1308 im Sonnenkalender gebaut, erstmals legte ein Ozeankreuzer in diesem Hafen an. Es wurden sechs  weitere große Kais am Arwand-Ufer angelegt. Dieser Hafen leistete den Alliierten im zweiten Weltkrieg große Dienste.

Vor dem auferlegten Krieg Saddams gegen Iran barg Koramschahr wegen ihrer angesprochenen Bedeutung große Reichtümer in sich. Zahlreiche Handelsunternehmen und Unternehmensvertretungen, Schifffahrtgesellschaften und Handelshäuser verliehen ihr ein internationales Flair. Die Bewohner sprachen Persisch, Arabisch und anderen Sprachen. Der ungleiche Krieg 1980 legte die Stadt in Schutt und Asche; vormals noch als Braut der Städte in Khuzestan bekannt, war sie nun eine Ruine. Die Verteidiger der Stadt, Militärs und Bürger, wehrten sich bis zuletzt mit ihren geringen Möglichkeiten, sie zeigten Heldenmut, Tapferkeit und revolutionären Geist, die  heute zur huldvollen und stolzen Geschichte dieses Landes gehören.

 Das irakische Bath-Regime genoss uneingeschränkte Unterstützung seitens Großmächte. Es war bis auf die Zähne hochgerüstet  und mit modernsten Waffen ausgerüstet worden; genaue Satellitenaufnahmen zeigten ihnen jede Bewegung seitens iranischer Truppen. Ihren Berechnungen nach war eine Befreiung von Khoramschahr nicht möglich; Saddam hatte sogar behauptet, sollten iranische Kämpfer die Stadt befreien können, werde er den Iranern  den Schlüssel der irakischen Stadt „Basra“ geben.

Die tapferen Streitkräfte Irans konnten aber der irakischen Armee  mit Hilfe der Bürgerwehr eine schwere Niederlage beibringen. Bei einer geschichtsschreibenden Blitzoffensive umzingelten sie Khoramschahr und befreiten sie am 24. Juni 1982 trotz allen Unglaubens auf der Gegenseite.

Die Nachrichtet verbreitete sich schnell über Rundfunk, das iranische Volk in Erwartung dieser frohen Nachricht, feierte das Siegesfest. Heute ist die Stadt wieder vollständig aufgebaut und hat zur alten Schönheit zurückgefunden, es wurde sogar noch neben den historischen Sehenswürdigkeiten das Kriegsmuseum eingerichtet.  Das tapfere Volk von Khoramschahr arbeitet mit der Regierung zusammen, um Wirtschaft und Handel wieder in Gang zu bringen und sie haben Erfolg gehabt.

 Im zweiten Teil der Sendung sprechen wir über die Schadegan-Lagune im Süden der Provinz.

Wissenschaftler meinen, Lagunen sind die Luftkissen der Erde, deren Existenz von den Lebewesen in ihnen abhängt. Die Lagunen gelten als die Lebensadern Lungen  der Welt, so wie auch Menschen von diesen Organen abhängig sind. Die Schadegan-Lagune ist etwa 296.000 Hektar groß.

Er ist von verschiedenen Wasserpflanzen bedeckt und sie bietet Zug- und Seevögel einen idealen Lebensraum; sie ziehen aus Nordeuropa, Kanada und Silieren hierhin. Verschiedene Süß- und Salzwasserfische, Zuchtfische, Flamingo, Kraniche, Wildgänse, Enten, Weiße Pelikane sowie Wildkatzen, Wildschweine, Schakale und Füchse tummeln sich in und um der Lagune. Sie ist der einzige Lebensraum für die Marmor-Ente. Auch Vögel aus Afrika finden hier ihren Lebensort.

In der Lagune lebt etwa ein Drittel der vom Aussterben bedrohten Tiere und Vögel. Die Lagune liegt den umliegenden Abbaufeldern das nötige  Wasser, etwa 100 Dörfer profitieren davon.

Die Lagune ist international von hohem Wert. Sie ist heute internationales Naturschutzgebiet mit seltenen Tier- und Pflanzenarten.

 Nächste Woche setzten wir unsere Reise fort. Auf  Wiederhören.


 

 

 

 

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