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Freitag, 08 April 2016 16:14

Mit uns durch Iran-167

Im Namen Gottes! Liebe Hörerfreunde, das Ziel unserer heutigen Reise ist die Stadt Abadan. Auf unserem Rundgang in der Provinz Khuzestan besuchen wir nun diese Stadt.

 Abadan gleicht einer dreieckigen Insel mit rund 2800 qkm Fläche nordwestlich des Persischen Golfes. Die Stadt Abadan bildet das Zentrum des gleichnamigen Großraums; sie liegt fünf  Meter über dem Meeresspiegel und 1066 Km von der Hauptstadt Teheran entfernt. Yaghut Hamawi nannte die große Insel zwischen zwei Strömen, nämlich Arwand und Karun, Miand-Roud, also Zwischen-Flüsse. Historiker und Geografen haben Abadan einst als großen Anlaufplatz für Touristen und für die Schifffahrt erlebt. In Hodud-ul Alam –Grenzen der welt- wird Abadan als kleine wohlhabende Stadt am Meer geschildert. Es heißt: Schilfuntersätze der Marke Abadani und Samani stammen aus dieser Region, und Basra und Waset werden von dort aus mit Salz versorgt.

Der marokkanische Historiker und Geograf Ibn Batutah schildert Abadan als großes Dorf; Ibn Houghal, ein weiterer muslimischer Geograf,  schreibt über Abadan als kleine wohlhabende Zitadelle am Meer.

Früher wurde Abadan Ab-Badan genannt, bis noch vor kurzem hieß sie die Khezr-Insel. So gegen Anfang des 14. Jahrhunderts im Mondkalender bekam sie dann ihren heutigen Namen.

Abadan ist die südlichste Stadt der Provinz Khuzestan und zählt zu den warmen Landesregionen. Die Nähe zu den Flüssen Arwand und Karun sowie zum Persischen Golf beschert ihr warme und schwüle Sommer und angenehme und mäßige Winter.

Das Klima wird von bestimmten wiederkehrenden saisonalen Windverhältnissen, vom nördlichen Wind und einem schwülen Wind sowie dem Sam-Wind beeinflusst. Der saisonale Wind weht regelmäßig, in der heißen Jahreszeit  bringt er Hitze mit sich, in der angenehmen Jahreszeit ist er kühl und angenehm. Im Sommer weht regelmäßig und trocken der nördliche Wind, im Winter wird er zum gefährlichen Sturmwind. Der schwüle Wind ist feucht und schwer, sehr zum Leidwesen der Menschen hier. Der Sam-Wind weht von Saudi-Arabien her und bringt permanent Erde und Sand mit sich. Die Windstöße sind sehr trocken,  heiß und brennend. In den letzten Jahren haben sie zugenommen und  viele große gesundheitliche Probleme und Atembeschwerden für die Bürger von Abadan mit sich gebracht.

Grundsätzlich herrscht hier ein warmes und trockenes Wüstenklima, von Schnee und Eis ist hier keine Spur. Die Erde in Abadan ist wegen der Ablagerungen der Flüsse Karun und Tigris, die hier ineinander fließen, sehr ertragreich für die Landwirtschaft. Abadan liefert einen Großteil der Dattelernte des Landes. Andere Produkte wie Kartoffeln, Zwiebeln, Zucchini, Äpfel, Granatäpfel, Kiwi, Wassermelonen, Honigmelonen, Heu, Zuckerrohr, Datteln und Dattelsirup sowie Blumen sind auch dem Export dienlich. Diese Waren werden über die Seegrenzen und die Häfen in Abadan und چوئِبدِه nach Katar, Kuwait, den VAE, Australien, Kanada, England Südafrika und Neuseeland exportiert.

                    

Die Entdeckung von Erdöl in der Stadt Masjed Soleiman in Khuzestan kam auch der Stadt Abadan zu Güte. Abadan liegt an den Flüssen Arwand und Karun und daher eignet sich dieser Ort äußerst gut für eine Raffinerie, um von dort aus die Produkte zu exportieren.  Die Anlage wurde 1912 in Betrieb genommen. Die Ölraffinerie von Abadan zählt zu den größten weltweit; auf der östlichen Hemisphäre zählt sie zu den wichtigsten Exportstandorten für Ölprodukte. Über Pipelines wird aus der gesamten Provinz das Öl in die Stadt gepumpt, um es nach der Raffinierung zu exportieren. Der Bau der Raffinerie zog Fachleute und einfache Arbeiter von überall an, es entstand eine bunte Gesellschaft mit unterschiedlichen kulturellen und ethnischen Hintergründen. Die Wirtschaft entwickelte sich rasant. 1355 im Sonnenkalender hatte Abadan die höchste Einwohnerzahl unter Städten in Khuzestan. Sie galt als eine wichtige Industrie- und Handelsmetropole des Landes.

In Abadan befindet sich zudem eine Petrochemie-Fabrik, das neben der Raffinerie gebaut wurde. Die Petrochemie-Fabrik AG in Abadan bestehen aus sieben Werkanlagen, sie liefern u.a. Äthylen, Chlor, Polyvinylchloride und dergleichen. 1348 im Sonnenkalender wurde die Anlage in Betrieb genommen. Mit weiterer Entwicklung und Ausbau übernahm die Petrochemie-Fabrik in Abadan einen beachtlichen Anteil an Arbeitsstellen und wirtschaftlicher Stärke der Region.

Am 22. September 1980 fiel das Bath-Regime von Saddam Hussein  in Iran ein. Abadan stand unter Luft- und Bodenangriffen der irakischen Armee. Die Menschlichen und sachlichen Schäden waren immens. Betroffen waren u.a. Raffinerie, Ölanlagen, Häfen, Flughafen und andere Industrie- und Wirtschaftsanlagen, Wasserversorgungsanlagen, Stromwerke und natürlich auch Wohngebiete, die Bevölkerungszahl ging stark zurück und wirtschaftliche Tätigkeit geriet ins Stocken. Zu Beginn des Krieges war Abadan für ein Jahr von irakischen Truppen eingekesselt, doch der Widerstand und Mut der Bürger und Kämpfer erlaubten es den Aggressoren nicht, sie einzunehmen. Schließlich befahl Imam Khomeini(Friede sei mit ihm),  die Umstellung der Stadt  zu beenden. Ende September 1981 wurde Abadan aus der Blockade befreit und der Feind in Flucht geschlagen. Dennoch stand die Stadt noch für lange Zeit unter Feindesbeschuss, so dass man keinen heilen Flecken mehr dort entdecken konnte.

Saddam setzte sogar chemische Waffen gegen die Stadt ein, sie war kontaminiert und die Bürger zur Flucht gezwungen. Nach dem Krieg hat die iranische Regierung mit Hochdruck am Wiederaufbau der Stadt gearbeitet und dabei keine finanziellen Kosten und Fachkräfte gescheut; die Stadt wurde wieder größtenteils wiederaufgebaut.

 Abdan ist eine der ältesten Städte Irans mit natürlicher und historischer Sehenswürdigkeit, für Tourismus, Handel und in spiritueller Hinsicht durchaus attraktiv. Die Küsten des Arwand-Flusses und die Flussinseln sowie der Fischfang in den Gewässern bieten jeden Tag aufs Neue ein interessantes Schauspiel. Das Wetter ist besonders so gegen Winterende und Frühlingsanfang sehr angenehm und bereit, Besucher aus dem ganzen Land zu empfangen. Das Museum der Stadt, die Basare, zahlreiche Moscheen und die armenische Kirche sind für jeden Touristen von  besonderem Interesse.

Das Stadtmuseum wurde 1328 im Sonnenkalender inspiriert von der traditionellen Architektur des Landes gebaut. Die Koppel trägt Einflüsse der Kuppel von Danial, dem Propheten in Susa. Funde aus prähistorischer Zeit und späteren Epochen bis hin zu den Kadscharen sowie Werke von Meistern der traditionellen Künste repräsentieren die Geschichte Abadans.

Durch die Nachbarschaft zu Anrainerstaaten des Persischen Golfes und der Warenimport- und Export mit Schiffen sind zahlreiche und abwechslungsreiche Märkte mit unterschiedlichen und günstigen Preisen entstanden, so dass Besucher aus anderen Städten und Provinzen sowohl zum Shoppen als auch zur Besichtigung nach Abadan kommen.

1391 wurde die Surt Garapet-Kirche in Abadan gebaut. Sie ist heute als historische Attraktion registriert worden. Während des Irak-Krieges wurde die Kirche beschädigt, später aber wieder restauriert. Die Kirche der gregorianischen Armenier verfügt über den größten Konferenzsaal für Armenier in Abadan. Sie steht Wand an Wand zur Moschee der Behbahani-Gemeinde und symbolisiert die Religionsfreiheit sowie reine iranische Kunst und Kultur. 15 Km entfernt von der Stadt treffen wir auf wahrlich spirituelle Attraktionen von Abadan und Khoramschahr. Jedes Jahr reisen an der Schwelle des neuen Jahres Millionen von Iranerinnen und Iranern im Rahmen von „Karawanen zum Licht“ an die ehemaligen Kriegsfronten. Das Ufer des Arwand-Flusses zwischen der iranischen Grenzstadt Arwand-Kenar und der irakischen Stadt Faw wurde mit den Ausstellungen und Kriegsszenen eingerichtet, um an die Jahre  der heiligen Verteidigung zu erinnern. Zehntausende Besucher pilgern zu dieser Zeit täglich dorthin, eine wahrlich spirituelle Reise.

In der Region ist das Handwerk sehr verbreitet, es betrifft die Herstellung von Untersätzen aus verschiedenem Material, die sich  Ahram-Bafi und Hasir-Bafi nennen, Teppichweberei, Kelime, Tongefäße, maritime Produkte wie Fischernetze, Schmuckstücke, die aus Muscheln hergestellt werden etc., Malerei auf Ton und Stickerei, sie bilden ein geeignetes Mitbringsel aus dieser Region.

 Die Zeit ist wieder einmal um und daher auch die Sendung. Bis nächste Woche!

 

 

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