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Dienstag, 01 März 2016 05:52

Mit uns durch Iran-164

Mit uns durch Iran-164 Seien Sie gegrüßt, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer! Auf unserer Reise in die Provinz Khuzestan im Südwesten Irans haben die natürlichen und geografischen Gegebenheiten dieses Landesteiles erkundet. Heute besuchen wir die Provinzhauptstadt Ahwaz.

 Großraum Ahwaz liegt mit 7848 qkm Fläche im Südwesten Irans; die Stadt Ahwaz ist die Hauptstadt  des Großraums und der Provinz. In Großraum Ahwaz sind wichtige Fabriken und Industrieanlagen angesiedelt, u.a. riesige Öl- und Gasanlagen, Hüttenwerke, Pipeline-Werke, Ahwaz-Hütten- und Pipeline-Werke, Fabriken für Schwarzkarbon, Zuckerraffinerien, zahlreiche Kraftwerke und unzählige große Industrieunternehmen. Der Großraum gilt als Standort für Hütten- und Stahlwerke und Zentrum der Provinz. Neben Industrie wird auch intensiv Landwirtschaft betrieben. Die Erde ist äußerst ertragreich; hier werden Weizen, Gersten, Hülsenfrüchte, Gemüse und Datteln angebaut. Die Ruinen der alten Stadt Ahwaz, der alten Brücke über den Karun-Fluss, die Hängebrücke, die Grabstätte von Ali bin Mahzyar Ahwazi, der Karoun-Fluss und die anmutigen Küsten bieten u.a. historische und natürliche Sehenswürdigkeiten der Provinz.

Die Stadt Ahwaz zählt zu den Großstädten des Landes. Sie befindet sich im Zentrum von Großraum Ahwaz auf Khuzestan Plateau 18 m über dem Meeresspiegel und 850 km von Teheran entfernt. Offiziellen Angaben zufolge leben 32% der Bürger der Provinz in der Großstadt Ahwaz; einige der größten Mutterunternehmen Irans befinden sich in dieser Stadt.  Sie ist 200 qkm groß und zählt zu den weitläufigen Städten des Landes. Der Fluss Karoun entspringt den Bakhtiari-Bergen und gilt als wasserreichster Fluss des Landes. Er zieht durch Ahwaz und teilt die Stadt in einem westlichen und einem östlichen Bezirk. Der Karoun ist mit seiner 950 km Länge,  der längste Fluss, der nur durch Iran fließt, und er ist der einzige befahrbare Fluss im Land. Er liefert zudem das Trinkwasser der Stadt. Die Windungen haben die gesamte Provinz in eine beispiellose Ebene verwandelt. Auf dem Karoun wurden einige Staudämme gebaut, die wichtigsten nennen sich Karoun 1, 3, 4, Masjed Soleiman und Gatwand Olia und Gattwand.

Di Industrieanlagen werden von Industrie und Verwaltungsanlagen der Süd-Ölgesellschaft und der Nationalen Bohrgesellschaft begleitet, so dass Ahwaz zu einem der wichtigsten Industriestandorte des Landes avanciert ist. Aus diesem Grund nimmt sie zahlreiche Auswanderer auf. Ahwaz befindet sich auf dem sehr wichtigen Knotenpunkt und der Transitroute, die über Land-, Luft- und Schienenwegen alle anderen Landesteile mit den wichtigen Häfen in Abadan, Khoramschahr, Imam Khomeini und Mahschahr verbindet.

 Über Geschichte und Alter von Ahwaz liegen keine ausreichenden Informationen vor, doch aus dem Erhaltenen geht hervor, dass sich die Elamiten erstmals hier ansiedelten. Die Stadt wurde wiederholt zerstört und wieder neu aufgebaut. Die Elamiten bauten auf dem Boden des heutigen Ahwaz die alte Stadt „Tariyana“, die mit dem Zerfall der Elamiten unterging. Der Sassanidenkönig Ardeshir I. baute Tariyana nochmals auf und nannte sie „Hormozd-Ardeschir“. Ardeschir ließ auf dem Karoun einen Damm bauen, so dass die Stadt wieder in Wohlstand und Fortschritt aufging und zum Zentrum von Suziyana (Khuzestan) wurde. Unter den Sassaniden stieg Ahwaz zu einer wichtigen Stadt und zum Standort für die damalige Textilindustrie auf. Die Stadt war ein Christenzentrum und Sitz der Bischöfe von Khuzestan. Ahwaz oder Hormazd-Ardeschir zählte auf Grund ihrer Nähe zum befahrbaren Karoun zu den wichtigen Umschlagsplätzen des Landes. Wissenschaftliche und kulturelle Zentren wie die Jondi-Schahpur-Universität in Ahwaz demonstrieren die Bedeutung dieser Region, die große Medizinwissenschaftler aus Griechenland, Ägypten, Holland und Rom aufnahm. Hier behandelten namhafte Ärzte die Patienten und bildeten Studenten aus. Die Medizinische Universität, auf Geheiß von Schahpur I (241-271 n. Christus) gebaut, wurde von Schahpur II. restauriert  und unter Anuschirawan ergänzt und erweitert.

Nach der Offenbarung des Islam wurde Hormozd Ardeschir in Sough Al-Ahwaz umbenannt. Unter dem Omyyiden und Abbassiden blühte Ahwaz weiter auf und galt als Umschlagplatz und Anbauzentrum für Zuckerrohr. Ende des 3. Jahrhunderts im Mondkalender ging die Stadt schließlich auf Untergang zu. Später versuchte man sie wieder zur alten Größe zu bringen, doch die Zerstörung des großen Staudammes Mitte des 9. Jahrhunderts im Mondkalender wurde der Stadt doch zum Verhängnis. Mit dem Bau des Suez-Kanals 1306 im Mondkalender haben sich die Europäer wieder dem Süden Irans für ihre imperialistischen Pläne zugewandt, so dass die Stadt nochmals aufgebaut und der Handel dort wieder angekurbelt wurde. Nasseredin Schah nutzte die Gelegenheit, um die Schifffahrt auf Karoun auszubauen. Durch den Statthalter von Khuzestan ließ er im alten Ahwaz eine Hafenanlage bauen, die Nasseri-Hafen genannt wurde. Damit änderte sich auch der Stadtname und wurde fortan Nasseriyeh genannt. 1314 im Sonnenkalender beschloss das damalige Kabinett, der Stadt wieder ihren alten Namen Ahwaz zu geben.

Aus dieser Provinz sind große Wissenschaftler, Geistliche und Dichter hervorgegangen: Abu Nowas Hassan bin Hani Khuzestani zählt zu den großen Dichtern der arabischen Sprache; Abdullah bin Meymun Ahwazi, Nobakht Ahwazi Monajem und Söhne, Jorjis Sohn von Bakhtischu Gandi Schahpuri und arabisch-sprachige schiitische Dichter wie Ibn Sakit und Debel Khazai sind weitere Dichter aus dieser Region. Die letzteren priesen das Welayat und Imamat der Prophetennachfahren.

 Die Brücken der Stadt sind wahre Attraktionen. Zurzeit verbinden acht  Brücken die Ufer des Karun und den westlichen und östlichen Teil Ahwaz miteinander. Die erste Brücke der Stadt, Siah-Pol, ist für den Schienenverkehr gedacht. Pol-Sefid ist die erste Hängebrücke Irans, Pol-Fulad ist die vierte Stahl-Brücke auf der Welt. Pol-e Kabli ist die größte Schrägseilbrücke im Nahen Osten; sie alle sind ihrem Design und ihrer Ausführung nach  einzigartig. In der Stadt stoßen wir auch zahlreiche historische Häuser, die unter Denkmalschutz stehen. Saraye Ajam wurde 1382 im Sonnenkalender in diese Liste aufgenommen. In der Vergangenheit galt das Gebäude als einer der Karawansereien von Scheich Khazaal, später wurde es als Basar und heute wird es als Lager benutzt. Es ist einstöckig und mit Ziegelsteinen verziert, die Säulen werden von Stein bedeckt, zahlreiche Nischen, ein Steinboden und Holzfenster und Türen fesseln den Blick der Besucher, abgesehen von der einzigartigen Architektur.

Wie zuvor angedeutet,  befindet sich die Grabstätte von Ali bin Mahzyiar in Ahwaz; sie wird von Liebhabern der Prophetenfamilie und der Unfehlbaren stets besucht. Ali bin Mahzyar Ahwazi Doraghi wurde 125 im Mondkalender geboren, er zählt zu den großen Persönlichkeiten des Islam und der Schia; er stammt aus Iran und lebte bis 254 im Mondkalender. Er gilt als einer der größten Rechtsgelehrten und Hadith-Forscher der Schia und als geistiger und sozialer Ideologe der Schiiten in Khuzestan in der ersten Hälfte des 3. Jahrhunderts nach Hedschra. In seinen wertvollen Werken zeigt er Iranern den Weg der Prophetenfamilie. Neben seinen geistlichen, spirituellen und wissenschaftlichen Errungenschaften wird er auch als politischer und wirtschaftlicher Theoretiker hoch geschätzt. Seine Werke in der Rechtslehre sind sehr bedeutend.

Scheich Toussi, hochgeschätzter islamischer Rechtsgelehrter, schreibt in seinem Buch „Rejal“: Ali bin Mahziyar war ein Gefährte von Imam Javad und Imam Hadi. Er war ein großer Wissenschaftler mit zahlreichen Überlieferungen. Er lernte die Rechtslehre und religiösen Gebote. Er berief sich auf Überlieferungen von Imam Reza(a.s.) und Imam Javad(a.s.) und war ein Vertrauter und Bevollmächtigter von Imam Javad(a.s.). So genoss er einen hohen Rang, der auch bei Imam Hadi(a.s.) zur Geltung kam; in manchen Regionen war er Statthalter des Imams.

Für weitere Informationen über die Region und Stadt müssen Sie sich leider wieder eine Woche gedulden, da unsere Zeit wieder zu Ende ist.

 

 


 

 

 

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