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Dienstag, 09 Februar 2016 18:17

Mit uns durch Iran-162

Im Namen des barmherzigen Gottes!Mit einem herzlichen Gruß liebe Hörerfreunde beginnen wir mit einer neuen Folge aus unserem Reisejournal durch Iran. Letzte Woche besuchten wir die Provinz Süd-Khorassan  und den Großraum Birjand. Ferdos und Ghaenat sind Großräume, die heute unser Reiseziel sind.

Großraum Ferdos zieht sich mit 4103 qkm Fläche im Nordwesten der Provinz hin. Angesichts der geografischen Lage, wo keine feuchten Luftströme oder geeignetes Gebirgsland vorhanden ist, und der Nachbarschaft mit zwei Salz- und Zentralwüsten ist das Klima trocken, wüstenhaft mit geringem Niederschlag. Durchschnittlich fallen hier jährlich 155 mm Regen. Großraum Ferdos verfügt über eine große Fläche, daher sind die klimatischen Bedingungen auch unterschiedlich.

Die höchsten Punkte von Ferdos ziehen vom Norden nach Nordosten. Der höchste Gipfel der Gebirgskette ist der Siah-Kuh mit 2813 Metern. Im Südwesten der Stadt Ferdos liegt ein ziemlich flacher Berg, der sich schließlich dem Birjand-Gebirge anschließt. Die Gipfel Kuh-Ghalee und Kuh-Ghalee-Hassanabad bergen historische Denkmäler der Ismailiten in sich.

Die Geschichte von Ferdos reicht weit zurück. 1929 wurde die Region noch „TUN“ genannt. Hügel und archäologisch bedeutende Funde deuten auf eine prähistorische Zeit hin. Die historische Stadt TUN ist aus dieser Zeit erhalten geblieben. Großraum Ferdos verbindet die Provinzen Süd-Khorassan und Khorassan-Razawi. Über 190 historische Denkmäler wurden hier registriert und 90 davon unter Denkmalschutz gestellt.

Die Gesamtmoschee von Ferdos, Kuschk-Moschee, Theologische Schule Olia, die historische Stadt Tun, das anthropologische Museum, die Emamzadeh "Soltan Mohammad" und "Ebrahim"  zählen zu den wichtigsten historischen, kulturellen und religiösen Attraktionen des Großraumes Ferdos.

Die Stadt Ferdos ist das Zentrum  des gleichnamigen Großraumes in der Provinz Süd-Khorassan. Sie liegt 345 km südlich von Meschhed und 195 km nordwestlich von Birjand, der Provinzhauptstadt. Die Stadt befindet sich auf der Hauptroute zwischen den Provinzen Kerman, Yazd, Isfahan, Buschher, Hormozgan und Fars Richtung Meschhed. Safran ist das wichtigste Landwirtschaftsprodukt von Ferdos, Granatäpfel und Pistazien sind die wichtigsten Obstsorten. Großraum Ferdos ist ein Zentrum der Teppichherstellung in Süd-Khorassan. Der Safran aus dieser Region wurde vom Forschungsinstitut Khorassans als qualitativ bestes Produkt vom Geruch und Farbe her anerkannt.

Ferdos ist zudem Hauptlieferant von Granatäpfeln. Jährlich werden hier 30.000 Tonnen davon geerntet, das  sind etwa 40% der gesamten Obsternte der Provinz. 80% der Granatäpfel aus Ferdos werden in die Anrainerstaaten des Persischen Golfes, nach Südkorea und in  andere Länder exportiert. Nach Saweh und Neyriz ist Ferdos die dritte Stadt mit der höchsten Granatapfelernte.

Mit diesem Produktionsvolumen hat sich in der Region eine ganze Granatapfelindustrie entwickelt, die aus Fabriken zur Herstellung von Konzentraten, ein 5000-Tonnen-Kühlhaus, die Anarin-Werke, Verpackung- und Sortierungsunternehmen besteht. Es werden verschiedene Granatapfelsorten gewonnen, die besten und bekanntesten haben neben ihrem vorzüglichen Geschmack auch eine gute Haltbarkeit. So kann das Produkt in entlegene Regionen exportiert werden, ohne dass es verdirbt. In Ferdos wird das Obst von den Einheimischen traditionell gelagert und es hält sich für rund vier Monate.

Süd-Khorassan birgt unzählige wertvolle historische Denkmäler. Eines der ältesten ist der Steinrelief Kal-Jangal, 5 km südlich der Stadt Khousef; es wird der Zeit der Parther zugeordnet; bei neuen Untersuchungen hat man weitere 14 Steinreliefs gefunden.

Kal-Jangal nennt sich ein tiefes Tal im Berg Ritsch. Auf den relativ hohen Gipfeln sind in der Pahlavi-Schrift Texte sowie Malereien in Stein gemeißelt. Sie demonstrieren das pulsierende Leben in dieser Region.  Unter den Steintafeln befindet sich das Bildnis eines Parthers im Kampf mit einem Löwen, eine Hand hält er an der Hüfte, mit der linken kämpft er gegen den Löwen.

Due Lach-Mazar-Malereien im Dorf Kutsch in Birjind zählen ebenfalls zu den historisch erwiesenen Werken aus Süd-Khorassan.  Der Felsen mit den  Malereien ist grün mit einem Schwarzton und 5 x 5 m groß. Er umfasst eine Zeitspanne von prähistorischer Zeit bis hin zum späten islamischen Zeitalter.

Lach-Mazar umfasst insgesamt 307 Malereien, die Muster variieren von Menschen, Tieren, Pflanzen bis hin zu Piktogrammen, die auf Tafeln in Pahlavi, von Parthern und Sassaniden auf arabischen und persischen Tafeln festgehalten wurden.

Auch die erstaunliche Natur trägt zur Attraktivität der Provinz bei, die als erste Anlaufstation für Wüstenwanderer bekannt geworden ist. Drei  verschiedene Wüstenregionen bzw. Landschaften bieten verschiedene Möglichkeiten für Touristen: se Ghalee, Drei-Schlösser, bietet Astrologen gute Möglichkeiten für ihr Hobby bzw. Fach, Hemat-Abad verfügt über eine ausgeprägte Fauna und Flora und Dehsalam freut sich seiner unberührten Natur. Neben der Mineralwasserquelle in Ferdos befindet sich in der Nähe, etwa 20 km nördlich der Stadt, eine Thermalquelle mit Heilwirkung.

Sie zieht eine große Anzahl von Touristen aus dem In- und Ausland an. Das Wasser zeigt seine Wirkung bei Gelenk- und Hauptkomplikationen und wird von vielen Ärzten empfohlen.

Großraum Ghaenat befindet sich ebenfalls in Süd-Khorassan, Zentrum ist die Stadt Ghaen; die Region umfasst 17722 qkm im Norden der Provinz. Im Osten führt sie zu einer 130 km langen Grenze zu Afghanistan.

Historiker berichten, dass Ghaenat eine etwa 30.000 Jahre alte Geschichte in sich birgt und damit einer der ältesten Zivilisationsstätten von Khorassan ist. Bei den Sassaniden galt sie als Machtzentrum und eine wenig strategisch bedeutende Städte Irans. Viele Chronisten berichteten ihren Aufzeichnungen über Ghaenat. Es-takhri schrieb 340 im Sonnenkalender über Ghaen als ein wichtiges Zentrum von Ghahes-tan; hier waren die Menschen überwiegend Schiit. Nasser Khosro reiste 440 nach Ghaenat und bezeichnete es als eine große Stadt. Der Venezianer Marko Polo schilderte sie ebenfalls mit einem gemäßigten Klima, Yaghout Hamawi und Abdullah Mohammad bin Ahmad Moghadasi bezeichneten sie als Hafen Khorassans und Schatzkammer Kermans. Von den Invasionen durch die Zeit blieb die Stadt weitgehend verschont; 773 schlug Timur sein Lager in der Nähe von Ghaen auf, die aber durch die Weisheit seiner Herrscher unversehrt blieb. 1002 hat Safawidenkönig Schah Abbas Ghaen besucht und Jahre später flüchtete Lotfali Khan aus der Zand-Dynastie aus Kerman nach Ghaen und wurde dort empfangen. Als er zurückkehren wollte, stellten die Stadtbewohner einige Reiter zum Kampf gegen den Kadscharan Agha Mohammad Khan zur Verfügung.

Besonders in der Jagdverbotszone in Schaskuh in Ghaen sind 59 Vogel, 25 Säuglingstier und 17 Reptilienarten registriert worden. Es fließen wichtige Flüsse wie Rud-Schur, Afin und Angaran durch die Region. Weizen, Gersten, Zuckerrüben, Pistazien und besonders Safran, Berberitzen und Pflaumen sind Landwirtschaftsprodukte der Region.

 

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