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Mittwoch, 26 November 2014 03:17

Mit uns durch Iran-115

Einen schönen Gruß an Sie, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer. Wir setzen heute unser Reisejournal in der Stadt Hamedan fort.

 

Die Stadt Hamedan genießt eine alte Geschichte und von daher auch große Bedeutung. Zahlreiche wertvolle Denkmäler sind in der Stadt yu sehen, auf die wir teilweise in den vergangenen Wochen hingewiesen haben. Die Kuppel „Gonbade Alawian“ ist ein weiteres historisches Denkmal der Stadt. Der Bau geht auf das 6. Jahrhundert im Mondkalender, den Seldschuken, zurück. Somit zählt er zu den islamischen Werken. Das Bauwerk wurde von der Alawian-Sippe zunächst als Moschee gebaut.  Später ergänzte man den Bau mit einem Keller, der dann in eine Familiengruft umfunktioniert wurde. Der Name Gonbade Alawian, also die Alawian-Kuppel, beruht auf der Tatsache, dass sich früher eine Kuppel auf dem Gebäude befand, die aber später einstürzte. Das Gebäude ist zudem die letzte Ruhestätte von zwei Familienmitgliedern der Alawian. Die zahlreichen Schrifttafeln mit Koranversen; die vielfältige Stuckarbeit und die geometrischen Muster sowie die innovative Architektur machen das Monument zu einem der schönsten historischen Bauwerke Irans.

Die Alawian-Kuppel gilt ebenfalls als Meisterwerk in Architektur und Stuckarbeit im nach-islamischen Stil. 1931 wurde das Werk  in die Nationalwerke Irans aufgenommen.

Das Bauwerk ist auf einem Viereck gebaut worden, die Ecken sind sternförmig. Die Wände sind zum unteren Kuppelrand noch erhalten geblieben, doch die Kuppel selbst ist nicht mehr vorhanden.

Von der Stuckarbeit und Ziegelarbeit her gehört die Alawian-Kuppel zu den wertvollen und seltenen Werken aus den mittleren islamischen Jahrhunderten. Das Gebäude ist 12.8 x 12.5 Meter groß und 11.5 Meter hoch. Die Ecken bilden vier säulenartige Vorsprünge mit 9.5 Metern Höhe und etwa 2 Metern Durchmesser, die wie Türme das Gebäude umgeben. Den Eingang bildet ein Spitzbogen. Über dem Eingang in einem Viereck strahlen reliefartige Stuckarbeiten mit Blumen- und Rankenmotiven. Der äußere Rand besteht aus Stuckarbeiten in Form einer Tafel, in der Koranverse in Kufi-Schrift zu sehen sind. Der Torbogen ist mit dreieckigen und sternförmigen Stuckarbeiten verziert worden.

Die Eingangshalle liegt etwas höher als das Gelände rundherum und dem äußeren Wall. Man gelangt über sieben Stufen in das Gebäudeinnere.

Die Freitagsmoschee von Hamedan gehört zu den ältesten und berühmtesten Moscheen Hamedans. Architektur, Eigenschaften und die Schrifttafeln belegen, dass es sich um ein Bauwerk aus den Jahren nach 1838 bzw. 1253 im Mondkalender handelt. Die Moschee befindet sich in der Nähe des Stadtzentrums und dem Marktviertel. Sie ist ein Meisterwerk der Architektur aus der Zeit der Kadscharen. Der rechteckige Hof ist von drei Iwanen umgeben, die südlich, östlich und nördlich ausgerichtet sind. Man trifft ebenfalls auf einige Vorhöfe, Kuppel, Kuppelhäuser, sechs Minaretten und einige Räume. Der Vorhof, der sich im Westen des Kuppelhauses befindet, besteht aus 32 Stein- und Ziegelsäulen, die in harmonischer Form zwischen den Steinsäulen und dem Torbogen angebracht sind und die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Es ist ein großer und heller Raum entstanden.

Der südliche Flügel der Freitagsmoschee besteht aus einem hohen Iwan, dessen Fassade mit einfachen und durchgemusterten Kacheln und Ziegeln bedeckt ist. Auf einer türkisfarbenen Kachel steht der Name „Allah“, der des Propheten und seiner Familie. Die Kuppel ist relativ groß und doppelschichtig. Der Säulengang der Moschee ist eine Sehenswürdigkeit für sich. Im westlichen Flügel befindet sich ein  kleiner Hof, der mit dem Stilelement Muqarnas verziert ist, daneben liegt ein kleiner und niedriger Winterhof. Der östliche Flügel der Moschee ist das Kleinformat des alten Teiles. Die Moschee hat drei stilvolle Eingänge. Im Haupthof der Moschee stehen in fünf  Reihen jeweils elf  Säulen. Die Ziegelkuppel der Moschee ragt über diesen Hof hinaus. Im unteren Teil sind Schrifttafeln in gelben Kacheln eingearbeitet worden, auf denen die Sure Jomaa und anderen Koranverse in der Schönschrift Sols (ثلث) geschrieben sind.

Die Moschee verfügt insgesamt über drei Iwane, zwei Vorhöfe, eine Ziegelkuppel und einen großen Innenhof mit einem großen Bassin. Hier finden die täglichen Gebete sowie das Freitagsgebet statt. Besondere Veranstaltungen finden ebenfalls hier statt.

In Hamedan liegt das größte Naturkundemuseum Irans. Es befindet sich auf dem Gelände der Agrar-Fakultät der Universität Bu-Ali-Sina. Djafar Mohammad Alizade hat 1972 das Museum zu wissenschaftlichen, Ausbildungs-. Und Forschungszwecken eingerichtet. Das Naturkundemuseum von Hamedan entspricht allen internationalen Standards und ist nicht nur in Iran, sondern im Nahen Osten und weltweit von großer Berühmtheit. Auf 2000 qm Fläche sind die Ausstellungssäle, Lesesäle, Auditorium und Fachbibliothek untergebracht.

Das Museum bietet eine beispiellose Sammlung von verschiedenen Tier- und Pflanzenarten verschiedener Klimazonen Irans und aus der ganzen Welt an. Der Besucher erlebt eine Expeditionsreise in ferne Regionen und in die Tiefen der Seen. Diese wertvolle Sammlung wird als nationales Kapital von Forschern für ihre Recherchen genutzt. Tausende wertvolle und lebendige Muster, Fossilien und ausgestopfte Säugetieren, Vögel, Echsen und Insekten sowie Meereslebewesen werden auf moderner und wissenschaftlicher Weise hier aufbewahrt.

Werfen wir nun einen Blick auf das Handwerk in  Hamedan. Die Provinz Hamedan gehört zu jenen Regionen in Iran, in denen das Handwerk von besonderer Bedeutung ist; manch Handwerker ist stolz auf seinen weltweiten Ruhm und seine Exportwaren in aller Welt. Die Produkte sind nicht nur Konsumgüter, sondern auch künstlerisch ansehnlich.  Das bekannteste Handwerk der Provinz ist die Ton- und Keramikarbeit, die hauptsächlich in لالجین, 30 km von der Stadt Hamedan entfernt, angesiedelt ist. Die Tonarbeit nennt eine 700 Jahre alte Tradition ihr Eigen. Die Erde in dieser Region eignet sich ausgezeichnet für die Tonarbeit, daher wurde Lalejin auch zum Hauptsitz dieses Handwerks gewählt. In den Keramikwerkstätten werden verschiedenes Essgeschirr, Kannen, Gläser, Aschenbecher, Stehlampenfüße, Vasen, Statuen und Dekorationsgegenstände in feinster künstlerischer Manier hergestellt. 10-15% der Produkte aus Lelejin bleiben in der Provinz. Der Rest wird in andere Teile des Landes und in andere Länder exportiert.

Andere Handwerkzweige, wie die Teppichweberei, Gerberei, Rauwaren, Kelim-Weberei, Steinhauerei, traditionelle Glaserei und Textilarbeit, Holzhandwerk und die Herstellung von Waren mit Schilfrohren,  werden in Hamedan betrieben.

Die Herstellung von Holzwaren ist ein weit verbreitetes Handwerk, besonders in Hamedan, Malayer, Tuyserkan und Serkan. Rund die Hälfte aller Beschäftigten im Handwerk ist im Holzhandwerk tätig. Verschiedene Bereiche wie Einlegearbeiten und Dreharbeiten sowie Holzschnitzereien sind besonders in dieser Provinz beliebt. In Tuyserkan und Jokar-Malayer ist besonders das Fach Munabat, eine Art Holzeinlegearbeit, sehr berühmt.

Wir hoffen, dass unser heutiger Beitrag über Hamedan Sie interessiert hat. Bis zum nächsten Mal Auf Wiederhören!

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