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Donnerstag, 20 November 2014 11:35

Mit uns durch den Iran-77

Mit uns durch den Iran-77
Im Namen Gottes.Seien Sie gegrüßt und willkommen zu einer weiteren Folge Mit uns durch Iran. Auf unserer Reise durch die Provinz Golestan geht es heute weiter in den Großraum Bandar-e Torkaman.
 Der Großraum Bandar-e Torkaman liegt im Nordwesten der Provinz Golestan. Im Norden liegt das Land Turkmenistan, im Süden die Provinzstädte Kordkuy und Gorgan und im Osten Agh-Ghala, und im Westen das Kaspische Meer und der Golf von Gorgan. Der Großraum Bandar-e Torkaman liegt auf einer Fläche von 1500 qkm und besteht aus einem Zentralteil und Gomischan sowie den drei Städten Bandar-e Torkaman, Gomisch-Tapeh und Simin-Schahr. Etwa 90% der Bevölkerung besteht aus Turkmenen. Großraum Bandar-e Torkaman liegt auf einem Flachland ohne irgendwelche Unebenheiten; das Kaspische Meer liegt 28 Meter unter dem Meeresspiegel, daher liegt auch Bandar-e Torkaman selbst unter dem Meeresspiegel freier Gewässer. In den vergangenen Jahrhunderten haben klimatische Veränderungen, die Höhenunterschiede des Kaspischen Meeres und die Ablagerungen zu erheblichen geologischen Veränderungen geführt; die erhöhte Wasserverdunstung, die zurückgehenden Niederschläge und der Bau zahlreicher Staudämme auf die Flüsse, die ins Kaspische Meer fließen, haben ihrerseits zu großen Veränderungen auf der Ebne am Meer geführt. Die nördlichen Teile gelten klimatisch als Halbwüsten, im Süden ist das Klima ein gemäßigtes Kaspisches Meeresklima. Damit konzentriert sich die Bevölkerung in den Südlichen Teilen, in der Stadt Bandar-e Torkaman, Zentrum des Großraums. Bandr-e Torkaman liegt 375 KM nordöstlich von Teheran und 26 Km entfernt von Gorgan, Landeshauptstadt von Golestan. Die Stadt wurde 1927 gegründet. Zunächst galt sie als Militärgarnison. Die Ansiedlung von turkmenischen Nomaden und die überregionale Bahnlinie (Bandar-e Torkaman-Bandar-e Imam Khomeini) , Hafenanlagen und -arbeiten, Bau von Kais zum Beladen von Schiffen, die Einrichtung von staatlichen Organisationen und Institutionen und von städtischen Behörden haben die Entwicklung zu einer Stadt forciert. Heute genießt Bandar-e Torkaman eine besondere Bedeutung, was den Fischfang und Fischereianlagen auf der Insel Aschura-Deh anbelangt. Zehn Km südlich von der Stadt beginnt die Gehrigs- und Waldregion, zudem liegt sie in der Nähe der Wüstenregion von Turkmenistan und am Meer. Die Insel Aschura-Deh und die historische Hafenanlage, im zweiten Weltkrieg noch von erheblicher Bedeutung, bieten heute weitere Sehenswürdigkeit der Stadt. MUSIK Wie auch in anderen Regionen im Norden Irans liegen die Dörfer anmutig in den Wäldern verteilt. Eine Durchreise, ein Kennenlernen der Sitten und Gebräuche und der Genuss der Gastfreundschaft dieser warmherzigen Menschen beschert jedem Reisenden ein unvergessliches Erlebnis. Das Dorf Aschura-Deh ist somit eines der attraktiven Sehenswürdigkeiten der Provinz Golestan im Großraum Bandar-e Torkaman; das Dorf liegt 25 Km entfernt von der Provinzhauptstadt Gorgan entfernt. Die Insel Aschura-Deh liegt mit 1200 Hektar Fläche im äußersten Osten der Halbinsel Miankaleh im Südosten des Kaspischen Meeres. Im Norden liegt die Insel am Kaspischen Meer, im Süden am Golf von Gorgan, im Osten trennt eine schmale Wasserstraße die Insel vom Festland; diese Straße stellt eine Verbindung zwischen dem Golf von Gorgan und dem Kaspischen Meer her. Da Klima auf der Insel gleicht dem allgemeinen Klima im Norden Irans: Die Winter sind gemäßigt, die Sommer warm, gemäßigt und mit hoher Luftfeuchtigkeit. Der geschichtliche Verlauf der Insel zeigt, dass sie zeitweise als Handels- und Wirtschaftszentrum galt. Die sensible Lage verursachte auch Konkurrenzkämpfe zwischen den Kolonialisten, nämlich dem russischen Zarenreich und Großbritannien. Schließlich wurde die Insel 1836 von den Russen besetzt. Nach dem Untergang der Zaren wurde 1921 ein Freundschaftsabkommen zwischen Iran und Russland unterzeichnet, die Insel ging wieder zurück an Iran. Die Insel, historisch von Bedeutung, hat in verschiedenen Epochen wichtige Rollen übernehmen müssen. Heute ist sie ein wichtiges Touristenzentrum im Norden Irans. Manch Historiker glaubt, dass es sich um die Insel Abeskun handelt, auf der Sultan Mohammad Kharazmschah ablebte. Die Insel Aschura-Deh ist ein geeigneter Lebensraum für verschiedenste Tierarten, gleichzeitig aber auch ein sehenswürdiger Touristenort. Zurzeit ist sie einer der Fischfangzentren am Kaspischen Meer; zudem werden hier Kaviarfische gezüchtet, so dass es sich um eines der wichtigsten Produktionszentren handelt. Seebusse und zahlreiche Motorboote zeigen den Touristen die Seelandschaft und die Küstenregionen vom Meer aus. Zudem können sich Besucher in den Restaurants mit Kaviarfischen stärken. Die Insel zieht jährlich tausende Touristen an. Der Montagsbasar und das Pferderennen in Bandar-e Torkaman gehören zu den besonderen Events in dieser Stadt. Jeden Montag werden Vieh- und Landwirtschaftsprodukte sowie Handwerk feilgeboten. Das Handwerk in dieser Region besteht aus Teppichen, Brücken, Filzuntersätzen, Kelims und Seidenstoffe in unterschiedlichsten Farben und Mustern.  Nach Bandar-e Torkaman gehen wir im zweiten Teil der Sendung in die Stadt Kord-Kuy, südlich davon. Sie liegt im Westen von Golaestan. Im Norden liegt demnach Bandar-e Torkaman, im Süden grenzt es das östliche Elburz-Gebirge und die Provinz Semnan, im Westen an Großraum Gorgan und im Westen an die Stadt Badar-e Gaz. Die wichtigste Stadt in diesem Großraum ist Kord-Kuy. Das Klima ist ein gemäßigtes kaspisches. Zur Geschichte kann man sagen, dass zur Zeit des Safawiden-Königs Schah Abbas eine Gruppe Kurden aus dem Westen Irans als ganzer Stamm nach Mazandaran und Estarabad zog, daher auch die Bezeichnung Kord-Kuy. Die Haupteinnahmequelle in dieser Region ist die Landwirtschaft. Zu den wichtigen Produkten gehört Baumwolle, Weizen, Reis und Soja. Kord-Kuy verfügt über saftige Weiden, Wälder und Wiesen. Die ertragreiche Erde und der Ausbau der Landwirtschaft führte dazu, dass sich hier Industrie ansiedelte, die sich auf Landwirtschaft und derartige Produkte konzentriert, z.B. Baumwollfabriken, Seifenfabriken, Ölfabriken und Reisverarbeitungsanlagen, Holzwerkstätten und Futterwerke für Geflügel. Das Handwerk in dieser Stadt besteht aus Filzuntersätzen, Schilfrohrprodukten, Wollstrümpfen und Schleier für Frauen für das Abendgebet. Unter den archäologischen Werken in Kord-Kuy kann man den Ziegelturm „Radkan“ nennen, ein über 1000 Jahre altes Gebäude, das dem Gonbad-e Kawus-Turm sehr ähnlich ist. Später dazu mehr. Dieser Turm gilt gleichzeitig als Grabstätte eines Generals aus Tabarestan; 407 nach Hidschra wurde der Turm gebaut. Das geht aus den Inschriften auf Kufi-Schrift am Turm hervor. Des Weiteren schmücken Verzierungen mit Ziegeln und Stuckarbeit das Gebäude, es stand auf der Seidenstraße. Im Großraum Kord-Kuy trifft man noch auf einige Emamzade –Nachfahren des Propheten und der Imame- und einige historische Hügel mit archäologischen und religiösen Wert.  Hier beenden wir nun unsere Reise für diese Woche. Nächste Woche geht es dann weiter. Bis Dahin Khoda Hafez!

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