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Donnerstag, 23 Oktober 2014 14:29

Mit uns durch Iran- Teil 62

Mit uns durch Iran- Teil 62
Im Namen Gottes. Willkommen zum Reisejournal Mit uns durch Iran. Heute geht es in der Provinz Gilan, im Norden Irans, weiter, und zwar in die Stadt Lahijan. Begleiten Sie uns.
Lahijan ist eines der schönsten Städte nicht nur Gilans sonders Irans. Sie liegt am Fuße des Berges, drum herum befinden sich grünbedeckte Hügel, denn auf ihnen wurde Tee angebaut, de Sträucher ziehen sich in geordneten reihen dahin. Die anmutige Architektur und die Villen mit ihren farbenfrohen Ziegeldächern verleihen der Landschaft beispiellose Schönheit. In Lahijan ergänzen sich die Schönheiten der Natur und des Städtebaus. Manche meinen, dass Lahijan die „Stadt der Seidenraupe“ bedeutet. Der deutsche Forscher Spiegel hat in seinem Buch „Angriffe der Russen auf Küsten des Kaspischen Meeres“ Lahijan als Stadt der Seidenraupe bezeichnet. Lahijan umfasst eine Fläche von 1400 qkm; sie ist schön und ertragreich; historisch hat sie eine lange, klare und ruhmreiche Geschichte. Vor Rascht war sie die Landeshauptstadt von Gilan. Nachdem Rascht unter den Safawiden an Bedeutung gewann, wurde Lahijan weiterhin wegen seiner historischen Situation und geografischen Lage als Hauptstadt angesehen. Wie auch andere Städte in Gilan konnte sich die Stadt nicht von natürlichen Katastrophen, Plünderungen und Brandschatzung fernhalten. 1307 nach Christus besetzte der Ilkhanen-König Uljaitu die Stadt, 1485 zerstörte sie ein Erdbeben. Andere Naturkatastrophen setzten Mitte des 17. Jahrhunderts der Stadt mächtig zu. In den vergangenen einhundert Jahren entwickelte sich die Stadt erheblich; da sie das wichtigste Anbauzentrum für Tee in Iran ist, wurden in der Region große Produktionsanlagen für Tee gebaut. So gewann die Stadt auch wirtschaftliches Gewicht und nahm als Landwirtschaft- und Industriestadt Gestalt an. Trotz des feuchten Klimas und des vielen Regens finden wir in der Stadt beachtliche historische Werke vor, die Moschee Tschahar Oulia bzw. Tschahar Padeshah, so gut wie Vier Auserwählten oder Vier Könige und die Grabstätte von Scheich Zahed Gilani. Die Landschaft mit den Teeplantagen sowie andere natürliche Schönheiten reihen sich an die historischen Denkmäler, alte Moscheen und Gebäude und verleihen der Stadt eine besondere Attraktivität. Diese werden uns näher anschauen. Die Moschee Tschahar Padeshah oder Vier Könige, ein Denkmal der Stadt, ist eigentlich das Grabmal von vier Königen der Kiai-Dynastie in Gilan. 1938 wurde das Werk auf die Liste der nationalen Denkmäler Irans gesetzt. Das Gebäude genießt einzigartige Architektureigenschaften. Es kann über zwei Eingänge betreten werden. Das Hauptgebäude befindet sich im südlichen Teil des Hofes. Ein großer Balkon mit sechs Säulen besetzt den nördlichen Teil; die Säulen, 80 cm, und mit Kacheln verziert, stammen aus der Zeit der Kadscharen. Die Tafelschriften an den Grabnischen im Gebäude tragen schöne Schriften aus dem 8. und Anfang des 9. Jahrhunderts. Die Türen sind aus Holz gebaut und zeigen Schnitzereien. Eine der Tafeln zeigt das Datum 1015 nach dem Mondkalender (von vor über 400 Jahren) . Dieses Grabmal trägt zwei alte Koranschriften: eine in Kufi-Schrift; bei diesem Buch sind die ersten paar Anfangs- und Endseiten entfallen. Der andere Koran stammt aus 883 nach dem Mondkalender (um 1478 im christlichen Kaledner) . Im östlichen Flügel liegt ein separater Raum, in dem eine Holzkiste und diverse Marmorgrabsteine zu sehen sind. Das Grabmal eines der Könige ist hier viereckig mit vier Flächen in vier Himmelsrichtungen ausgelegt worden. Die Decke ist aus Holz und eben. Mitten in der Grabkammer steht ein großes Grabhaus aus Holz. In der anderen Grabkammer wurden zwei Könige beigesetzt; zwei Holzkisten wurden mitten im Raum der Länge nach aufgestellt. Eine Holzkiste ist mit kunstvollen Einlegearbeiten und Tafelschriften rundherum in Kufi-Schrift verziert. Der südliche Eingang zum Raum ist ebenfalls mit Einlegearbeiten und Schrifttafeln verziert. Der Nebenraum wird heute als Gebetsraum benutzt. Das historisch wertvolle Grabmal von Scheich Zahed Gilani (aus dem 8. Jh. n. Hidjra) liegt 3 Km entfernt von Lahijan. Tadjedin Ebrahim Kordi Sandjani bekannt als Scheich Zahed Gilani (1301.1218 n. Christus) zählt zu den großen Sufis Irans. Seine Abstammung geht auf die Stadt Sandjan in Khorassan zurück. Scheich Safie-din Ardebili, ein Urahne der Safawiden verbrachte 25 Jahre seines Lebens bei Scheich Zahed Gilani und nahm dessen Tochter zur Frau. Fast jeder Tourist, der nach Lahijan gereist ist, hat es sich nicht nehmen lassen, den bekannten und prächtigen Wasserfall „Scheytan Kuh“ (Berg des Teufels) zu besichtigen. Scheytan-Kuh liegt im Osten von Lahijan. Früher wurde die Region „Schahneschin- Kuh), d.h. Berg der Königsresidenz genannt. Es floss ein Bach mit 200 Metern Breite und 70 Metern Länge vorbei, aus dem man Wasser für den Wasserspeicher ableitete. Heute ist der Bach in einem künstlichen See umgebaut worden, darin liegt eine Insel mit einem kleinen Gebäude. Im Berg selbst baute man einen kleinen Wasserfall, der von diesem See, dem Lahijan-Becken, gespeist wird. Der Ausblick auf den Wasserfall und dem großen Becken sowie die guten gastronomischen Möglichkeiten in der Natur haben die Region zu einem beliebten Reiseziel gemacht. In nur geringer Entfernung befinden sich das Tee-Museum von Lahijan und die Grabstätte von Kaschef-ul Saltaneh. Der Tee in Iran ist mit dem Namen Lahijan verknüpft. Vielleicht ist angebracht, hier etwas über Tee zu sprechen, ein beliebtes Getränk bei Iranern. Es ist soweit nicht klar, wie und wann Tee im Iran entdeckt wurde. Aber sicher ist, dass China und Indien die Heimatsstätten der Pflanze und wichtige Anbauplätze sind. Durch die traditionellen Handelsbeziehungen zwischen Iran und diesen zwei Ländern fand der Tee seinen Weg in den Iran. Aus historischen Schriften geht hervor, dass der Teekonsum seit den Safawiden üblich wurde und nach und nach Kaffee ersetzte. Daher werden heute Orte, wo nur Tee serviert wird, wie in alten Zeiten, Kaffeehaus genannt. Hadj Mohammad Hussein Esfahani hat zurzeit von Nasseredin-Schah, dem Kadscharen, erstmals Tee in Iran angebaut. Er hatte jedoch nicht sonderlich Erfolg damit, bis schließlich 1901 Mohammad Mirza Tschaikar, bekannt als Kaschef-ul Saltane, den Teeanbau in Iran durchsetzen konnte. Kaschef-ul Saltane gilt als Vater des Teeanbaus in Iran; er hat sehr hart gearbeitet, damit seine Teeplantagen in Lahijan Ernte trugen. Nach seinem Tod wurde er in einem Grabmal in einer seiner Plantagen beigesetzt. Sein Grabmal zählt heute zu den historischen Denkmälern der Stadt Lahijan; es wurde als nationales Denkmal registriert. Und schließlich zu den Mitbringsels: Das beste Souvenir der Stadt ist ein Gebäck, das sich Kulutsche nennt. Es ist sehr bekannt, weil es auch schon sehr lange dort gebacken wird. Nun, wieder einmal ist die Zeit des Abschieds gekommen. Bleiben Sie gesund.

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