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Donnerstag, 23 Oktober 2014 14:27

Mit uns durch Iran- Teil 61

Mit uns durch Iran- Teil 61
Im Namen Gottes. Wir begrüßen Sie herzlich zu unserer Sendung „Mit uns durch Iran“, in der wir unsere Reise durch Gilan fortsetzen. Wir haben uns in der Provinzhauptstadt Rascht und in der Natur der Provinz umgesehen und werden heute in die Hafenstadt Bandr-e ANzali weiterziehen.
Bandar-e Anzali ist der wichtigste Hafen im Norden Irans, umgeben von drei Seiten vom Meer und der Lagune. Der Hafen, etwas 40 qkm groß, liegt im südwestlichen Teil des Kaspischen Meeres und etwa 35 Km entfernt von der Provinzhauptstadt Rascht und 380 Km von der Hauptstadt Teheran. Das Klima wird vom Kaspischen Meer und vom Waldgebirge Elburz beeinflusst und, ein feuchtes und gemäßigtes Klima. Der Golf von Anzali ist ein sicherer Ort, wo Schiffe anlegen können, Fischerei und Handel mit Anrainerstaaten des Kaspischen Meeres betrieben wird. So hat sich die gesamte Hafenanlage entwickelt und ist zu einem wichtigen Hafen im Norden Irans aufgestiegen. Bandar-e Anzali steht in Verbindung mit einigen Ländern in Zentralasien, sie liegt auch den Ballungszentren sowie handels- und Industriegebieten in Iran nahe und ist daher von Bedeutung. Der Hafen steht natürlich über den Wolga-Donau-Kanal und dem Schwarzen Meer mit anderen Häfen im Norden des Kaspischen Meeres und in europäischen Ländern in Verbindung. Bandar-e Anzali wurde daher auch das „Tor nach Europa“ genannt. Die Bewohner sind Hauptsächlich Fischer, Landwirte und Handwerker. Es wird Reis angebaut und Seidenraupen gezüchtet. Im Handwerk werden Hauptsächlich Fischereinetze und Strohmatten angefertigt. Auch das Holzhandwerk bildet einen beachtlichen Teil der Tätigkeit in dieser Region. Bandar-e Anzali ist schließlich ein wichtiges Zentrum für den Bootsbau. Zu den sehenswürdigen Orten von Anzali zählen das Militärmuseum Mian-Poschte, das in einem Palast angelegt ist, der Uhr-Turm, der Kai und das Menar oder der Leuchtturm. Unter den Kultur- und Ausbildungszentren erfreut sich die Maritime Fakultät großen Ruhms. Der Mian-Poschte Palast wurde 1923 auf den Resten des „Khoschtaria-Palastes“ errichtet; elf Räume, ein großer Empfangssaal und eine anmutige Fassade prägen den Palast. Zurzeit wird der Palast als Militärmuseum genutzt; dort sind unterschiedliche kalte und warme Waffen aus der Zeit der Safawiden bis heute ausgestellt. Das Gebäude selbst ist schon ein Museum der Kunst und Kultur an sich. Der Uhr-Turm befindet sich auf einem Platz hinter dem Sepah-Basar (Anzali-Platz) ; er wurde 1815 gebaut, ist 28 m hoch und gleicht einem Seeleuchtturm, von dem die Küstenregion und die See überblickt werden. Der Turm wurde unter dem Kadscharen-König Nasseredin-Schah und von Khossrow-Khan Gorji, dem damaligen Verwalter gebaut, um Seeleuten eine Hilfe zu sein. Der Turm wurde mit Öl bedient. 1928 wurde der Turm restauriert, dabei installierte man eine Uhr, die in alle vier Richtungen ging. 1990 wurde die Uhr ausgetauscht und funktioniert heute einwandfrei. Die Lagune von Anzali ist eine wahre Touristenattraktion in der Region. Die ruhige und anmutige Natur, der Schilf und Wasserblumen, der Vogelgesang, die umliegenden Dörfer und kleinen Inseln verleihen diesem Gebiet besondere Schönheit. In der Lagune fließt das Wasser von Flüssen, Quellen und Regenwasser; da es sich nicht bewegt, nennt man dieses Gewässer eine Lagune. Etwa 6% der Erdoberfläche besteht aus Lagunen, im Vergleich zu anderen Gewässern ist das ein relativ geringster Teil, da sie sich aber mitten auf dem Festland befinden, sind sie für die Umwelt ungeheuer wichtig. Sie regulieren die klimatischen Bedingungen und Überschwemmungen, verhindert die Erosion, schützt die Artenvielfalt, speist die Untergrundgewässer und bietet Vögeln einen Lebensraum und vieles mehr. Schilfrohr bedeckt den Grund der Lagune. Es sind eigentlich Wiesen und seichte Gewässer, die saisonbedingt überflutet werden. Das Gesetz verbietet hier die Jagd, Fischerei, Abholzen und andere Aktivitäten, die der Umwelt schaden. Der östliche Teil der Lagune ist weitgehend mit Schilf bedeckt. Der westliche und zentrale Teil jedoch sind Gewässer. Die Lagune von Bandar Anzali ist in der internationalen Liste der Lagunen von der Ramsar-Konvention (im Norden Irans) verzeichnet worden. Die Konvention von 1970 ist die wichtigste internationale Regelung zum Schutz der Lagunen; die unterzeichnenden Länder verpflichteten sich zur Zusammenarbeit, um ihre wertvollen Lagunen zu pflegen. Die Anzali Lagune ist national und international aus unterschiedlichen Blickwinkeln bedeutend; das betrifft die ökologischen Aspekte, die Rolle bei der Geografie und den sozialen, wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Gegebenheiten in der Region. In der Region um die Lagune haben sich immer wieder menschliche Gesellschaften gebildet, die hier ihren Lebensunterhalt gewonnen haben. Sie war seit je her ein geeigneter Ort für Fischerei und Fischzucht. Die Pflanzen aus dieser Region wurden immer als Viehfutter verwertet. Die seltene und malerische Naturlandschaft strahlt stets eine starke Anziehungskraft auf Besucher aus. Wissenschaftlich ist die Lagune in Anzali für Botanik, Zoologie und Umwelt von ungemeiner Bedeutung. Forscher sehen die Region als ein natürliches und kostenloses Labor. Die Gewässer, die mit dem Meer verbunden sind, bieten Fischen den Rückzugsort, wo sie ihre Eier legen. Fische sind ohnehin eine Haupternährungsquelle der Bewohner dieser Region und ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Dabei handelt es sich um Zugfische, den Kaspium Kutum oder nach dem Volksmund der weiße Fisch und den Zander, die nur in bestimmten Zeiten auftauchen und hier nur Eier legen und dann wieder zurück ins Meer schwimmen. Andere Fischarten wie Karpfen und Hechte leben in der Lagune. Die Lagune ist ein besonders wichtiger Lebensraum für verschiedene Zugvögel. Dutzende Arten siedeln sich bei ihrem Zug über den Winter hier an. Gänse, Schwäne, Enten, Kraniche und andere Arten verbringen hier die kalten Jahreszeiten. Auch für die Pflanzenwelt bietet die Lagune einen geeigneten und wichtigen Lebensraum. Die Seerose schwimmt auf der Wasseroberfläche und ist erstaunlich schön. Die Blätter bedecken das Wasser und die rosafarbenen Blumen bieten ein anschauliches Bild. Touristen können sich auf der Lagune mit Fischerei und Bootsfahrten vergnügen. Wir lassen nun die Lagune hinter uns und setzen unsere Reise fort, aber erst in der nächsten Woche, denn die Zeit ist wieder mal u. Also bis dahin Khodahafez.

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