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Donnerstag, 23 Oktober 2014 14:24

Mit uns durch Iran- Teil 59

Mit uns durch Iran- Teil 59
Im Namen Gottes. Guten Abend liebe Zuhörerinnen und Zuhörer. Begleiten Sie uns weiter auf unserer Reise durch Gilan. Heute setzten wir unsere Reise in der Provinz Gilan fort und dabei streifen wir durch die Regenwälder, den Reis- und Baumwollfeldern, den reißenden Strömen, den Lilien und Lebensräumen von Schwänen und Enten und insgesamt in der vielfältigen Flora und Fauna der Provinz.
Wir werfen auch einen Blick auf die städtischen Sehenswürdigkeit, denn die Städte in Gilan bieten einen besonderen Architekturstil und sind wegen ihrer wirtschaftlichen Dynamik sowie natürlicher Schönheit und historischer Bedeutung wahre Touristenattraktionen. Die Provinz Gilan umfasst rund 30 Städte, die je nach Lage, Bevölkerungszahl, Größe und regionalen Besonderheiten unterschiedlich geprägt sind. Von der Bevölkerungszahl haben sie zwar nicht den gleichen Stand, doch, da sie nah beieinander liegen, können sie einfach erreicht werden und genießen daher auch einen gewissen Wohlstand. Auch die kleinen Städte stehen den größeren nicht nach, was Vitalität und Dynamik betrifft. Schauen wir sie uns mal an. Zunächst reisen wir in die Provinzhauptstadt Rascht. Die fruchtbaren Anbaufelder und das günstige Klima verleihen der Stadt eine besondere wirtschaftliche Position: sie ist zum Anbauzentrum für Reis, Tabak und Tee und zur Zucht von Seidenraupen aufgestiegen. Früher galt die Stadt als einzige Verbindung von Geschäftsleute zu Europa. Die Stadt liegt auf einem Flachland 30 km vom Kaspischen Meer entfernt und nördlich des Elburz-Gebirges. Die Stadt ist auf Sedimenten aufgebaut, sie liegt südlich der Stadt Bandar-e Anzali und auf gleicher Höhe mit dem Meeresspiegel. Im Osten fließt der Fluss „Siah Rudbar“, im westen der Fluss „Gohar Rud“. Im Norden der Stadt fließen die Flüsse ineinander und münden schließlich in der Anzali-Lagune. MUSIK Auf Grund ihrer Nähe zum Meer und der Winde, die vom Kaspischen Meer her vom Nordosten Richtung Südwesten wehen, wird ein hoher Niederschlag in Rascht gemessen. Die Region gilt als einer der regenreichsten Regionen des Landes. Die Hauptbewohner der Stadt Rascht bestehen hauptsächlich aus der Volksgruppe „Gil“. Sie haben hier schon lange vor Christ Geburt gelebt. Aus historischen Quellen geht hervor, dass die Stadt sehr wahrscheinlich schon vor dem Islam existiert hat. Man schätzt die Entstehung auf die Zeit der Sassaniden. In der islamischen Zeit hat die Stadt bis zu den Safawiden keinen sonderlichen Aufschwung erlebt. Seit Schah Abbas II bis etwa Ende der Qadscharen-Dynastie stieg Rascht zu einem blühenden Handelszentrum auf. Karawanen machten hier Rast und transportierten ihre Ware Richtung Mittelmeer-Häfen. Die Stadt selbst hat zahlreiche Sehenswürdigkeiten zu bieten. Die Architektur folgt einem besonderen Stil. Auf dem Hauptplatz der Stadt kann man ein repräsentatives Werk bewundern. Der Platz nennt sich Der Rathaus-Platz (Märtyrer-Platz). Die umliegenden Gebäude bilden ein homogenes und harmonisches Gebilde dieses Stils. Manche ältere Gebäude in Rascht sind, was ihre Architektur, Malereien und Stuckarbeiten betrifft, von besonderem künstlerischen Wert. Daher wurden sie auch in der Kulturerbe-Liste des Landes aufgenommen. Reisende und Touristen, die durch Rascht gezogen sind, haben sie in ihren Berichten beschrieben. Der deutsche Abenteurer Terzel reiste Anfang des 19. Jahrhunderts durch Gilan; die Häuser in Gilan schildert er folgendermaßen: „Die Häuser in Rascht sind aus Ziegel gebaut, die Dächer aus Dachziegel, die zuvor glasiert wurden. Dachziegel passen genau zu den klimatischen Bedingungen und dem Architekturstil der Provinz Gilan.“ Der Mohtascham- bzw. Rathauspark ist ebenfalls sehr interessant. Er wurde vor 130 Jahren angelegt. Die Platanen ragen majestätisch in den Himmel. Wer Rascht besucht, plant auch einen Rundgang unter diesen dichten und hohen Bäumen. Im Park befindet sich ein zweistöckiges Haus mit je zwei Zimmern auf jedem Stockwerk. Die Wohnfläche beträgt etwa 240 qm. Das Gebäude ist als Polygon angelegt. Blaue Säulen und ein prachtvolles Dach, das mit roten Ziegeln bedeckt ist, unterscheiden das Gebäude von allen anderen in Rascht. In der Vergangenheit wurde ein 7000 m großer Garten von einer Holzpalisade umgeben; das Gebäude war die Residenz der Herrscher von Gilan. Der Basar ist eine wahre Attraktion der Stadt. Der Basar liegt in der Altstadt, die auch das Zentrum der Stadt bildet. Das Geschäftsleben von Rascht wickelt sich hauptsächlich in diesem Teil ab. Täglich kommen tausende Menschen aus den umliegenden Städten und Dörfern zum Basar. Hier findet man neben unterschiedlichste Landwirtschaftsprodukte auch das Notwendige für das alltägliche Leben. Der traditionelle Markt in Rascht besteht aus einem großen Platz, einem kleinen Platz, die Verkaufsgänge und Nischen sowie die Karawansereien. Die Architektur der Karawansereien und der Torbögen zählen zu den touristischen Attraktionen des Basars in Rascht, so auch die vielfältigen Landwirtschaftsprodukte, die auf ansehnliche Weise angeboten werden. Überall auf dem Markt kann man die Schönheiten der Folklore dieser Provinz entdecken und genießen. Der Basar erstreckt sich auf eine Fläche von 24 Hektar, darauf sind 14 Karawansereien angebracht, die jeweils eigene Aufgaben haben. Sie wurden in der Ära der Kadscharen und Anfang der Pahlawi-Dynastie gebaut. Sie nennen sich die Karawanserei Saadat (Wohlstand) , Mohtascham, Tschini Tschian, Malek usw. Die Karawanserei Taghi Bozorg (Großer Torbogen) wurde 1321 im Mondkalender im südlichen Teil der Karawanserei Taghi Kutschak (Kleiner Torbogen) und entlang des zweiten Korridors der Goldschmiede und im westlichen Flügel des Hauses Gheysarieh Fakjr gebaut. Die Karawanserei Taghi Kutschak und die 13 weiteren Karawansereien werden durch Korridore miteinander verbunden, auch diese wurden in von den Kadscharen und Pahlawis angelegt. Der Kleine Torbogen liegt im nördlichen Teil des Basars neben der Moschee Hadj-Mojtahed und ist über den südlichen Korridor zugänglich. Der Saadat-Torbogen befindet sich auf dem Gelände des großen Platzes und spielt eine große Rolle im städtischen Stadtplan. Er wurde von den Kadscharen gebaut und war früher für den Handel ein wichtiger Ort. Die Mohtascham-Karawanserei wurde um das Jahr 1300 im Sonnenkalender gebaut, etwa 1921. Die Tschini Tschian-Karawanserei befindet sich im nordwestlichen Teil des Basars nahe des Tschahar-Sough. Sie wurde 1308 im Sonnenkalender (1929) von den Brüdern Tschini-Tschian gebaut. Die Malek Karawanserei befindet sich in der Altstadt und wurde unter den Kadscharen errichtet. Hier wurden Reis nach Russland und Seide nach Kaschan und Yazd exportiert. Insgesamt bietet der Basar von Rascht eine Sehenswürdigkeit in Gilan. Touristen, die herkommen, verbringen Stunden im Basar, um Souvenirs für zu Hause mitzubringen und unter den anderen Produkten was Passenden zu finden, auch bei Landwirtschaftsprodukten, Fischen und anderen Dingen. Gleichzeitig besichtigen sie auch den Basar und seine verschiedenen Teile. Das Museum von Rascht gehört zu den bekannten Museen in Iran; es steht unter Aufsicht der Organisation für Kulturerbe. Früher war das Gebäude der Wohnort von Mirza Hassan Kassmai, Dichter und Journalist und eine Persönlichkeit bei der konstitutionellen Revolution und der Wald-Bewegung. Das Museum wurde 1970 eröffnet. Das Gebäude ist etwa 70 Jahre alt und hat eine Wohnfläche von etwa 560 qm. Mit der Gründung der Organisation für Kulturerbe wurde das Museum dem Management für Museen und Messen untersteht. Nach einer Generalrenovierung wurde es 1987 wiedereröffnet. Das Museum besteht aus den zwei Teilen: Archäologie und Anthropologie. Der anthropologische Teil zeigt das Leben der Menschen in Gilan. Im archäologischen Teil sind alte Funde aus verschiedenen Regionen in Gilan und besonders von den Marlik-Hügeln in Rudbar ausgestellt worden. Unsere Zeit ist wieder einmal um. Hoffentlich konnten wir Ihnen ein Bild von der Provinz geben, natürlich werden aber unsere Reise nächste Woche wieder fortsetzen.

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