Diese Webseite wurde abgebrochen. Wir wechseln auf Pars Today German.
Donnerstag, 23 Oktober 2014 13:56

Mit uns durch Iran- Teil 56

Mit uns durch Iran- Teil 56
In Gottes Namen begrüßen wir Sie zu einer weiteren Folge aus der Reihe „Mit uns durch Iran“.
Iran ist ein Land mit abwechslungsreicher Natur und unterschiedlichen Klimazonen. Dieses Land ist Erbe von Werken und Denkmälern aus unterschiedlichen Epochen. Wer in diesem Land umherreist, begegnet auf Schritt und Tritt ein Werk aus der islamischen Zeit oder davor. Die Vielfalt dieser Werke ist berauschend. Heute setzen wir unseren Trip Richtung Norden des Landes fort. Die Küstenregion und das grüne Flachland am Kaspischen Meer, über 600 KM lang, das dahinter liegende Gebirge, die Städte und Dörfer, die gastfreundlichen Einwohner, führen alle dazu, dass diese Region zu einem großen Kur- und Touristenort wird. Der grüne Streifen am Kaspischen Meer wird unter den Provinzen Golestan, Mazandaran und Gilan aufgeteilt. Wir reisen zunächst in die Provinz Gilan. Vor der Provinz breitet sich das Meer aus, dahinter liegen die hohen Berge vom Elburz-Gebirge. Die Provinz Gilan ist auch historisch von hoher Bedeutung, besonders da sie in empfindlichen Zeitabschnitten große Helden und Kämpfer wie Mirza Kuchak-Khan hervorbrachte. Gilan liegt mit einer Fläche von 147000 qkm im Norden Irans und südwestlich des kaspischen Meeres. Weiter im Norden liegt die Republik Aserbaidschan, im Westen die Provinz Ardebil, im Süden die Provinzen Zandjan und Ghazwin und im Osten die Provinz Mazandaran. Die flache Küstenregion besteht aus Ablagerungen von Flüssen, die ihren Ursprung im Elburz-Gebirge und dem Talesch-Berg haben. Sie haben sich Laufe sehr langer Zeit gebildet. Ein Großteil der Landwirtschaft sowie der Städte und Wohngebiete befindet sich in diesem Teil der Provinz. Im Südwesten des Flachlandes, das den größten Teil ausmacht, liegt das Gebirge weiter entfernt vom Meer als im Osten und Westen, wo das Gebirge weniger als 5 km entfernt vom Meer ist. Das Elburz-Gebirge ist im Durchschnitt 3000 m hoch und zieht sich wie eine Mauer durch den Westen und Süden von Gilan. Daher ist die Provinz auf dem Landweg über das Mandjil-Tal zu erreichen. Die Provinz Mazandaran ist über die Stadt Chaboksar und die Republik Aserbaidschan über Astara zugänglich. Das Klima in Gilan ist ein gemäßigtes Mittelmeerklima, das durch das Gebirgsland und das Meer verursacht wird. Die nördlichen Berghänge vom Elburz sowie die östlichen Hänge der Talesch-Berge haben ein kaltes und feuchtes Klima. Diese Region ist das feuchteste und regenreichste Gebiet im Land. Der aufgestaute Dunst vom Kaspischen Meer und die Elburz- und Talesch-Gebirge verhindern, dass sich die Wolken zerstreuen und so geht sehr viel Regen in dieser Region nieder und mäßigt die Temperaturen. Der sibirische Nordstream sowie die Wolkenbewegungen vom Mittelmeer und die Eingeschlossenheit der Wolken beeinflussen den Regenfall in der Region. Die Temperaturen sind jedoch relativ konstant. Die Gilan-Ebene gehört zu den ertragreichsten Regionen Irans, hier werden besonders Reis, Tee und Tabak angebaut. Elburz und Talesch umgeben die Ebene vom Süden und Westen der Provinz. Ein Großteil des Gebirges ist von dichtem Dickicht bedeckt. Die Wälder von Gilan gehören zu den wichtigsten Forstregionen Irans mit großer Bedeutung für die Wirtschaft des Landes. Um uns die Geschichte von Gilan vergegenwärtigen zu können, suchen wir das Gespräch mit Archäologen und schauen nach ihren Funden. Mit Hilfe der Ausgrabungen und Funde versetzen sie uns in eine Zeit von vor einigen tausend Jahren. Ihre Funde beleuchten die Geschichte wie einen dunklen und langen Pfad weit zurück in der Geschichte. Doch der Weg wird nie enden und daher muss man akzeptieren, dass man die Geschichte Gilans nicht genau datieren kann. Aus den Beweisen und Werken, die erhalten und entdeckt wurden, geht hervor, dass sich vor einigen tausend Jahren Menschen in dieser Region angesiedelt haben. Forscher und Archäologen wie Ernst Hertzfeld, Arthur Keith, Henry Field, Gireshmann und Dyakonov schätzen laut ihren Einschätzungen und Beweise, dass vor 5000 Jahren Zivilisationen in Gilan und Mazandaran vorhanden waren, die fortschrittlicher als andere waren. Manche glauben sogar, dass die fortschrittliche Zivilisationen vor 7000 Jahren in Gilan vorhanden waren. Andere meinen, dass Zivilisation und Kunst in Gilan andere Zivilisationen jener Zeiten beeinflussten und prägten. Unbestritten ist, dass eine große Tausende Jahren währende Zivilisation in Gilan und weiten Teilen der Küstenregion vom Kaspischen Meer u.a. auch in Mazandaran und Gorgan geherrscht hat, was von den Ausgrabungen in Rahmat-Abad, Talesch, Rudbar, Deylam, Amlasch und anderen Regionen hervorgehet und belegt wird. In diesen Gebieten wurden zahlreiche Tongefäße in verschiedenen Farben und Formen, Stein- und Bronzegefäße, Haushaltsgeräte, Schmuck und sogar feine Geräte wie Nadeln gefunden. Manche stammen ohne jeden Zweifel aus der Zeit etwa 2000 vor Christi. Der australische Orientalist William Galican bestätigt in seinem Buch „Die Meder und Perser“ die Ansicht anderer Forscher bezüglich Gilan und andere Küstengebiete am Kaspischen Meer; demnach hat es hier vor 3000 Jahren eine große und prächtige Zivilisation gegeben, die Menschen haben sehr genaue Kenntnisse über Kultur und Kunst gehabt. Galican weist in seinem Buch auf die Funde auf dem Tape-Marlik in Gilan und den Dörfern Talesch und Deylaman hin und bezieht sich auf die außerordentliche Zusammengehörigkeit der Gegenstände hin und zieht daraus den Schluss, dass alle Instrumente und Gegenstände aus einer bestimmten Zeit, etwa 900 vor Christus, und einem bestimmten Kulturraum stammen. Das bedeutet, dass an den nördlichen und westlichen Berghängen des Elburz eine moderne und künstlerisch hoch entwickelte Zivilisation vorhanden war, die sich dem Einfluss der Zivilisationen in Mesopotamien entzog. Ihr Talent und Einfallsreichtum zeigt sich in ihrer schönsten Form in den Tongefäßen. Meister der Tonarbeit haben große Werke geschaffen, die es in Tat verdient haben, dass heutige Künstler sich da ein Vorbild nehmen. Liebe Hörerfreunde, nächste Woche geht es in der Provinz Gilan weiter. Bis dahin möge Sie Gott behüten!

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren