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Donnerstag, 23 Oktober 2014 13:54

Mit uns durch Iran- Teil 54

Mit uns durch Iran- Teil 54
Im Namen Gottes. Seien Sie gegrüßt verehrte Damen und Herren. Zuletzt reisten wir in die Provinz Ardebil im Nordwesten Irans und besichtigten die Sehenswürdigkeiten dieser schönen Regionen. Heute setzen wir die Tour fort in Richtung Meschkin-Schahr, eine Stadt in der Provinz Ardebil.
Die Stadt Meschkin-Schahr liegt 840 km entfernt von Teheran und 90 km westlich von Ardebil auf den Berghängen von Sabalan. Das weite Weideland erstreckt sich mit einem feinen Gefälle zu den nördlichen Berghängen des Vulkanberges Sabalan. Die Stadt gehört wegen ihrer bunten Blumenwiesen, die im Frühling aufblühen, zu den schönsten Regionen Irans. Etwa 100 Quellen sprudeln hier aus dem Boden. Der Wald im Westen der Stadt sowie die reche Pflanzenwelt bieten der Tier- und Vogelwelt einen günstigen Lebensraum. Meschkin-Schahr zählt ebenfalls zu den historischen Regionen der Provinz Ardebil. Die Stadt ist umgeben von Hügeln, Zitadellen, zahlreichen historischen Bauten aus prähistorischer Zeit sowie aus der Zeit vor und nach dem Islam. Manche Gegenstände, die in dieser Region gefunden wurden. Stammen aus den Jahrtausenden vor Christus. In den Chroniken der Historiker und Abenteurer taucht der Name der Stadt auf. Hamdulah Mostoufi erwähnt in seinem Buch „Nozhatul Gholub“ aus dem 8 Jh. n. Hidjra (14. Jh.) den Namen „Pischkin“. In Meschkin-Schahr finden sich historische Werke aus der Zeit vor und nach dem Islam, die auf das Alter dieser Region hinweisen. Man kann u.a. auf die Grabstätte von „Scheich Heydar“, dem Vater des Safawidenkönigs Schah Ismail, hinweisen. Die Grabstätte ist ein Turm, der mitten in einem Garten angelegt ist. Experten meinen, dass der Bau auf das 7. Jh. n. Hidjra (13, Jh.) zurückgeht. Der Turm ist etwa 18 m hoch und von außen zylinderförmig, von innen ist ein zwölfeckiger Raum angelegt. Teile im Turm sind mit türkisfarbenen Kacheln verziert. 1932 wurde das Bauwerk auf die Liste der nationalen Denkmäler Irans gesetzt. „Ghalee Kohan“ oder die „Alte Burg“ ist eines der wertvollsten historischen Werke in Meschkin-Schahr. Es wurden Ton- und Bronzegegenstände dort gefunden, die auf die Zeit vor dem Islam hinweisen. Die Burg ist in Form von einem Trapez angelegt worden, die Wände sind aus Stein, Mörtel, Kalk und Ziegelsteinen gebaut. 150 m entfernt von der Burg stoßen wir auf eine Steintafel mit Inschriften in der Pahlawi-Schrift, jene Sprache der Altperser. Experten datieren die Tafel auf die Zeit des Sassanidenkönigs Shapur II. (379.309 v. Christi) . Es handelt sich hier um die erste Tafel aus der Zeit der Sassaniden, die in Aserbaidschan gefunden wurde. Meschkin-Schahr liegt auf der Route der Wanderstämme „El Sawan“, daher sind auch die Handwerksarbeiten der Nomaden in Aserbaidschan von hohem Ruhm, u.a. auch die Kelim-Arbeit. Kelime sind von der Knüpfung her einfacher herzustellen als Teppiche. Diese Kunst gehört ausschließlich iranischen Dorfbewohnern und Nomaden. Mit der Wolle ihrer Viehs zaubern die Nomaden die Untersätze. Wie auch bei vielen anderen Handwerksarbeiten im Dorf und bei den Nomaden ist die Herstellung von Kelime die Arbeit von Frauen und Mädchen. Es sind diese namenlosen und anspruchslosen Künstler, die mit ihrer Kunst Erstaunliches zu Werke bringen. In Meschkin-Schahr wird neben den Kelimen auch ein anderer besonderer Untersatz gewebt, der sich „Warni“ nennt. Er ist fein geknüpft und trägt Muster aus der Natur und Motive aus dem Nomadenleben. Daher sind sie auch von besonderer Schönheit. Die Handwerksprodukte aus dieser Region werden in andere Länder u.a. nach Europa exportiert. Auch das Tonhandwerk ist eine Spezialität dieser Region. Es ist interessant zu wissen, dass Meschkin-Schahr wegen ihren zahlreichen Warmwasserquellen und natürlichen Erholungsorten jährlich von tausenden Touristen besucht wird. Die Warmwasserquellen „Ghinarjeh“ liegen 22 km südwestlich der Stadt. Es handelt sich um Salzwasserquellen, die Wassertemperatur beträgt 82 Grad Celsius, die Quellen liefern 9 Liter Wasser pro Sekunde. Die Quellen sind die heißesten Quellen im Land. In der Nähe, etwa 500 m entfernt, wurden Thermalbäder angelegt, für Männer und Frauen getrennt und mit Duschen, Kaltwasserbecken, Sprudelbad, Saunen, Restaurants, Cafés, Kinderbecken, Gebetsraum und Suiten ausgestattet. Die Warmwasserquellen „Schabil“ haben eine Wassertemperatur von 49 Grad und haben beruhigende Wirkung auf die Nerven und sind auch gegen Nierenprobleme und Blasensteine nützlich. Die Warmwasserquellen „Muil“ und „Malek Sui“ sind ebenfalls bekannte Bäder mit heilender Wirkung. Im Sommer und Frühling kommen zahlreiche Touristen an diesen Orten. Zu den weiteren natürlichen Attraktionen gehört der Waldpark von Meschkin-Schahr und „Darre Schirwan“, ein Naturreservoir um den Sabalan. Verehrte Zuhörer, unsere Zeit ist um und daher müssen wir für die Woche verabschieden. Khoda Hafez.

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