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Donnerstag, 23 Oktober 2014 13:52

Mit uns durch Iran - Teil 49

Mit uns durch Iran - Teil 49
Im Namen Gottes. Sein Sie herzlich gegrüßt zu einer weiteren Folge aus unserem Reisemagazin „Mit uns durch Iran“. In den vergangenen Wochen streiften wir durch die Provinz West-Aserbaidschan im Nordwesten Irans. Dabei besuchten wir die Provinzhauptstadt Urumieh und die Sehenswürdigkeiten. Heute geht die Reise weiter in die Stadt Takab.
Takab gehört zu West-Aserbaidschan; die Stadt liegt im Südosten der Provinz. Sie grenzt an die Provinzen Zandjan, Ost-Aserbaidschan und Kurdistan. Wie andere Regionen in West-Aserbaidschan ist Takab ein Landwirtschaftszentrum. Gute Erde und viel Wasser beschert der Landwirtschaft immer gute ernten. Weizen, Gerten, Hülsenfrüchte, Kräuter, Viehfutter, Äpfel, Trauben, Aprikosen usw. sind die wichtigsten Erzeugnisse dieser Region. Die weiten und saftigen Weiden ermöglichen zudem eine ertragreiche Viehhaltung. Viehprodukte sind Exportgüter der Provinz. Viele Bürger der Provinz betätigen sich zudem Als Imker. In der Region Takab wurden zahlreiche historische Funde sowohl aus der Zeit vor als auch nach dem Islam gemacht. Darunter ist das „Takht-e Suleiman“ zu nennen, das 45 km nordöstlich von Takab liegt. Andere Beispiele sind die Ruinen des großen sassanidischen Feuertempels „Azargoschasb“, das Schloss „Saru-Ghurkhan“ und die Großmoschee von Takab zu nennen. Man könnte noch dutzende weitere historische sowie natürliche Sehenswürdigkeiten aufzählen. Gehen wir aber zunächst zum „Takht-e Suleiman“, das von seiner Bedeutung her auf die Liste des Weltkulturerbes geschafft hat. Das Werk gehört zu den wichtigsten und bekanntesten Zentren der iranischen Zivilisationsgeschichte. Auf der UNESCO-Liste für Weltkulturerbe hat es unter iranischen Einträgen Platz vier für sich beansprucht. Die Herkunft geht 3000 Jahre zurück. Das Gelände ist 124.000 qm groß. Es hat jeweils den Medern, Arsekiden, Sassaniden und Mongolen als Unterkunft gedient. Aus archäologischer Sicht und auch hinsichtlich der schriftlichen Dokumente aus Geschichte und Mythen ist der Komplex einzigartig. Im Grunde ist Takht-e Suleiman der Rest eines großen Schlosses, das andere Werke aus der Sassaniden-Zeit wie den Feuertempel Azargoschasb umfasst. Das Schloss hat eine Ovalform und ist höher als die umliegenden Ländereien angelegt worden. Es wird von einer gewaltigen Mauer mit 38 Wachtürmen umgeben. Die Mauer ist im Durchschnitt 6 bis 8 Meter hoch und etwa 4 Meter breit. Die Mauer und der äußere Wall wurden in der Sassaniden-Zeit gebaut; unter den Ilkhanen (13. Jh. n. Christi) wurden die eingefallenen Teile neu errichtet. Seine Blütezeit erlebte Takht-e Suleiman unter den Sassaniden. Der Feuertempel Azargoschasb war der angesehenste und wichtigste Tempel seiner Zeit. Unter den Ilkhanen bekam der Komplex seinen heutigen Namen Takht-e Suleiman. Im Zentrum und südlichen Teil des Schlosses ist ein Teich in halb ovaler Form angelegt, somit entsteht auch Einklang mit dem Gesamtgrundriss des Geländes. Gespeist wird der Teich von einigen Quellen, die aus dem Boden sprudeln. Der Teich ist 120 x 80 m groß und etwa 65 m tief. Das Wasser fließt über Kanäle, die rundherum angelegt wurden, in die Agrarländer zur Bewässerung. Das Wasser ist reich an Mineralien, die sich so stark ablegen, dass mit der Zeit eine Wand in Höhe von zwei Metern gebildet hat. Durch ihre Form und ihr Alter wird die Wand Stein-Drache genannt. Neben den sassanidischen Bauten treffen wir auch auf Bauten aus der Mongolen-Zeit. Stuck- und Kachelarbeiten sind da häufig zu sehen. Die Vielfalt der Kachelarbeiten ist so groß, dass man sie in verschiedene Ären und Stilrichtungen einteilen kann. Die wichtigsten Arbeiten sind aber unter den Reliefkacheln mit türkis- und lasurfarbenem Hintergrund in vergoldeten Rahmen zu finden. Diese Kacheln sind mit mythischen Tiermustern wie Phönixe und Drachen verziert worden. Vor dem Islam diente der Komplex als größtes Ausbildungs-, Gebets-, religiöses und soziales Zentrum der Perser. 624 und nach dem Angriff des römischen Kaisers Herakles wurde Takht-e Suleiman zerstört. An den vielfältigen, zahlreichen und mysteriösen historischen und archäologischen Bauten in Takht-e Suleiman sprudeln Thermoquellen aus dem Boden. Sie enthalten Schwefelgas, sind daher sehr nützlich zum Auskurieren von dermatologischen Problemen und Rheumatismus. Tausende Touristen fühlen sich jedes Jahr von all diesen Schönheiten angezogen. Da Takht-e Suleiman in einer hoch gelegenen Gebirgsregion liegt, wo die Winter kalt, sehr schneereich und lang und die Sommer ziemlich kühl sind, beschränkt sich die Besichtigungssaison auf den Frühling und die erste Sommerhälfte, wo die ganze Region in grün gehüllt ist. Die Freitagsmoschee von Takab bietet ein weiteres historisches Bauwerk in der Region. Sie ist über einhundert Jahre alt; die Architektur ist anschaulich. Das Gebäude ist in der Liste der nationalen Denkmäler des Landes aufgenommen worden. Aus den historischen Unterlagen geht hervor, dass die Moschee 1914 auf Geheiß von Sardar Husseinali Khan Afschar von einheimischen Architekten gebaut wurde. Das fällt auf die Zeit der Kadscharen-Königs Nasseredin Schah zusammen. Der Eingang besteht aus einem Tunnel mit gewölbtem Dach, der in den Innenhof mündet. Der alte Innenhof besteht aus einem Eingangsiwan, der von runden Ziegelsäulen und Steinkapiteln flankiert wird. Die unteren Teile der Wände sind aus Steinbrocken mit einer Masse aus Kieselsteinen, Kalk und Erde gebaut worden. Der obere Teil ist mit Ziegeln gebaut. In den Ecken wurden kleine Kammerräume in zwei Stockwerken errichtet. So sollte an Baumaterial gespart werden. Im südlich-westlichen Flügel sind Geschäfte mit Torbögen und Holzfassaden gebaut worden. Liebe Hörerfreunde, das war es wieder einmal für diese Woche. Bleiben Sie gesund bis zum nächsten Mal!

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