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Donnerstag, 23 Oktober 2014 13:50

Mit uns durch Iran – Teil 48

Der Urumieh-See Der Urumieh-See
Im Namen Gottes und mit einem herzlichen Gruß an Sie liebe Hörerfreunde. Begleiten Sie uns auf unserer Reise durch den Iran, die diese Woche weiter durch die Provinz West-Aserbaidschan und die Provinzhauptstadt Urumieh führt.
Sie liegt neben einen gleichnamigen See, der der zweitgrößte Salzwassersee auf der Welt und eines der besten Sehenswürdigkeiten der Provinz ist. Die UNESCO ernannte den See zum natürlichen Umweltreservat. Angesichts der Bedeutung des Urumieh-Sees möchten wir uns näher mit ihm befassen. Der Urumieh-See, der größte Binnensee Irans, liegt im Nordwesten des Landes. Er ist etwa 5700 qkm groß, 120 bis 140 km mal 15 bis 50 km breit. Der See liegt etwa 1267 m über dem Meeresspiegel. Am tiefsten Punkt ist der See 15 m tief, durchschnittlich sind es 5 m. Die natürlichen Gegebenheiten haben den See zu einem geeigneten Lebensraum für diverse seltene Vögel an den Küsten und auf den Inseln gemacht. Daher hat die UNESCO den See zum Naturreservat ernannt. Die unberührte Schönheit des Sees birgt eines der größten Mineralien-Vorkommen auf der Welt; etwa 8 Mrd. Kubikmeter verschiedene Salze sind hier angesammelt. Im See befinden sich rund 100 größere und kleinere Inseln aus dem Wasser, die wichtigsten sind die bewohnten Inseln Islami, Ghuyun-Daghi (Kabudan) , Spir, Aschk und Arezu. Der See wird hauptsächlich von Flüssen gespeist, die ihren Ursprung in den umliegenden Bergen haben. Talkhe-Rud (Adji Tschai) , Sufi-Tschai, Zarrineh-Rud, Siminieh-Rud, Schahri-Tschai, Mahabad-Rud und Nazli-Tschai speisen den See mit ihrem Wasser. Der hohe Salzgehalt des Wassers ist auf die salzige Struktur im nördlichen Teil des Sees und auf die großen Mengen von Mineralien, die vom Fluss Talkhe-Rud in den See fließen, zurückzuführen. Das Wasser hat eine hohe Konsistenz, je nach Jahreszeit und Ort im See sind bis zu 300 Gramm Mineralien im Wasser gemessen worden. Die Mineralien verhindern, dass in den kalten Wintern das Wasser vereist. So wird der See im Winter zum Zufluchtsort für Zugvögel, die am Wasser leben. Trotz der Kälte ist die Region für die Vögel und für die Schönheit der Region ein Segen. Im Sommer wiederum tummeln sich Schwimmer aus der Region und auch von außerhalb im See. Die Mineralien im See bieten eine gute Therapie gegen Rheuma, Hautkrankheiten und Nervenstörungen. Zahlreich Touristen werden jährlich angezogen. Im Sommer dient er als Kurort für Reisende, die sich an den Küsten niederlassen. Es ist vielleicht interessant zu wissen, dass der hohe Salzgehalt des Urumieh-Sees nicht zulässt, dass Fische und andere Lebewesen in diesem Wasser überleben. Doch gibt es dort zahlreich die kleinen Salinenkrebse, Artemia salina, die sich hauptsächlich von Algen und Nanoplankton, die im See sind, ernähren. Salinenkrebse werden 1–2 Zentimeter groß und können mehrere Monate leben. Sie bieten anderen Wasserbewohnern wie Krebsen, Fischen und Vögeln gute Nahrung. Der goldene Ton des Urumieh-Sees kommt von diesen Krebstierchen.
Im See ragen rund 100 kleine und große Inseln, hauptsächlich in Felsenformen, aus dem Wasser. Die Felsen bieten Pflanzen und Tieren einen geeigneten Lebensraum. Angesichts der Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt im Urumieh-See möchten wir uns diese etwas näher ansehen. Die Eslami-Insel ist die größte Insel im See, manchmal gleicht sie einer Halbinsel. Sie ist 25000 Hektar groß und die einzige bewohnte Insel im See. Auf der Insel sprudeln Süßwasserquellen. Die Inselbewohner sind Landwirte und Viehzüchter. Das nötige Wasser gewinnen sie von den zahlreichen Quellen. Auf dem höchsten Berg der Insel befindet sich die Hollaku-Khan- Zitadelle; in ihr sind Mongolen-Herrscher beigesetzt worden. Im 7. Jh. n. der Hedschra, befahl Hollaku-Khan, Gründer der Ilkhanen-Dynastie in Iran den Bau des Schlosses. Er verlegte die geplünderten Schätze aus Bagdad und anderen islamischen Ländereien auf dieser Insel. Aus manchen historischen Überlieferungen geht hervor, dass dieses Schloss schließlich zur Grabstätte von Hollaku-Khan wurde. Daher ist es auch als Gur-Ghale` - das Grab-Schloss- bekannt. Die Insel Kabudan (Ghuyun Daghi) ist die größte unbewohnte Insel auf dem See, sie ist etwa 3200 Hektar groß. Auch hier leben viele Tiere und Pflanzen. Der höchste Punkt der Insel liegt 310 m über dem Meeresspiegel. Sie bietet wilden Tieren wie Böcken, Ziegen und sogar Panthern einen geeigneten Lebensraum. Die Pflanzenwelt besteht aus Steppenpflanzen; ähnliches wurde noch vor nicht all zu langer Zeit an den südlichen Berghängen des Elburz und Teile der südlichen Berghänge des Zagros gesehen. Sträucher von Wildmandeln und kurzes Gras und Gestrüpp sind das typische Bild auf der Insel. Im Norden dieser Insel liegt die Insel Arezu und im Westen Spirou. Die Insel Aschk (Aschk-Daghi) hat eine dreieckige Form und ist rund 2500 Hektar groß. Der höchste Punkt liegt 1560 m über dem Meeresspiegel. Auf der Insel findet man Süßwasser, weiden und Waldbäume. Im Winter werden Schafherden zum Grasen auf die Insel gebracht. Die üppige Pflanzenlandschaft und die Süßwasserquellen haben die Überlebensmöglichkeiten des persischen Gelbhirsches erhöht. So wird nun die Region als natürlicher Lebensraum des Tieres angesehen. Die besondere Eigenschaft des Hirsches ist, dass es noch in freie Wildbahn lebt. In anderen Regionen werden aber Tiere von Menschen gefüttert und so domestiziert, beide leben ein friedliches Leben nebeneinander. Auf der Insel Spirou, nördlich der Insel Aschk, findet man hingegen keine Pflanzen und Bäume. Die Kalkstruktur des Bodens gibt ihr eine weiße Farbe. Im Frühling bauen sich hier Seemöven die Nester und brüten über ihre Eier. Die Insel hat die Form eines Fisches. Sie ist 1250 Hektar groß und der höchste Punkt liegt 1500 m über dem Meeresspiegel. Der Urumieh-See wird in verschiedenen Jahreszeiten zum größten Vogelnest der Region, wo viele Vögel ihre Nachkommen ausbrüten. Damit steigt der Wert des Sees als natürlicher Lebensraum für Tiere. Die Gruppenflüge der Flamingos, Pelikane und Kakadus über dem See sind eine Augenweide in der iranischen Naturlandschaft. Im Frühling und Winter ändert sich das Gesicht. Wo noch im Sommer auf den blauen Nass tausende Vögel sich tummelten, herrscht dann eine sinnliche Ruhe. Die Vögel sind nach Süden in wärmere Regionen gezogen. Die Ruhe währt aber nicht lange. Gleich nachdem die Zugvögel den See verlassen haben, kommen schon die Wasservögel, die in kalten nördlichen Regionen ihre Jungen ausgebrütet haben, an, um den Winter am See zu verbringen. So ist der See über das ganze Jahr Lebensraum und Ernährungsquelle verschiedener Vogelarten. Sie beziehen nicht nur den See und seine Inseln, auch in den Schilfrohrfeldern und Lagunen um den See und besondern an den südlichen Ufern tummeln sich die Vögel. Die Lagunen werden von den Süßwasserquellen und Flüssen gespeist. Hier lassen sich besonders Graugänse, Grünkopfgänse, Breitschnabelgänse, Weißkopfenten und Hennagänse nieder. In den vergangenen Jahren hat es leider immer weniger geregnet und die Temperaturen sind immer mehr gestiegen. Daher ist der Wasserspiegel des Sees leider stark gesunken. Angesichts der Bedeutung des Sees für das Ökosystem der Region sucht man nun nach Wegen, um den See wieder mit mehr Wasser zu speisen. Der Nationalpark von Urumieh ist gerade wegen all der Eigenschaften, über die wir gesprochen haben, von besonderer natürlicher Schönheit. Jeder Besucher wünscht sich so, ein zweites Mal diese Naturlandschaft zu besuchen. Damit beenden wir auch unseren heutigen Ausflug. Lebt wohl!

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