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Donnerstag, 23 Oktober 2014 13:43

Mit uns durch Iran –Teil 41

Mit uns durch Iran –Teil 41
Im Namen Gottes beginnen wir eine weitere Folge aus „Mit uns durch Iran“. In den letzten Wochen drehten wir unsere Runden in der Provinz Ost-Aserbaidschan und besonders in Täbris. Heute reisen wir in die Stadt Maragheh im Zentrum der Provinz.
Im Südwesten der Provinz Ost-Aserbaidschan, im Süden der Stadt Täbris und auf einem relativ großen und sehr ertragreichen Flachland, zwischen dem Urumieh-See und dem Vulkan Sahand, liegt die Stadt Maragheh, die historische Bedeutung genießt. Die Stadt hat zwei Teile. Zunächst der nördliche Teil, der an den südlichen Berghängen von Sahand liegt, uneben und gebrigsnah. Und die zentralen und südlichen Stadtteile, die eben sind. Das Klima in Amragheh ist gemäßigt und ziemlich feucht. In den Ebenen und am See ist es wärmer, in den Gebirgsteilen mäßiger, teilweise ist es sogar kalt und mäßig. Die Wirtschaft beruht hier auf Landwirtschaftsprodukte und Viehzucht. Die außerordentlich ertragreiche Erde in dieser Region hat sie zu einem Zentrum für die Produktion unterschiedlicher landwirtschaftlicher und tierischer Erzeugnisse gemacht. Die Stadt liegt in einem Tal, in dem einige Flüsse durchfließen. Sie entspringen dem Berg Sahand. Der muslimische Geograf, Ibn Houghal, sowie der bekannte Historiker Hamdullah Mostoufi lobten beide vor 1000 bzw. 660 Jahren die Stadt für ihre Obstgärten und Landwirtschaftsprodukte. Verschiedene Obstsorten werden in Maragheh angebaut. Über 26 Sorten Weintrauben werden hier gewonnen, die man trocknet und als Rosinen mit anderen Trockenfrüchten verkauft. Die Produktion reicht über den Eigenbedarf hinaus, so dass die Stadt ein wichtiges Exportzentrum für Trockenfrüchte ins Ausland ist. In Maragheh finden sich 300 historische Werke, davon sind 110 aus verschiedenen Epochen registriert worden. Es sind immer wieder Denker, Wissenschaftler und Künstler aus dieser Stadt hervorgekommen. Maragheh gehört zu den ältesten Städten Aserbaidschans und überhaupt Irans. Das eigentliche Entstehungsdatum ist nicht klar, aus Unterlagen geht jedoch hervor, dass ihre Ursprünge bis vor Christi Geburt zurückgehen. Vor Millionen von Jahren und in dem zweiten und dritten geologischen Zeitalter und vor Ausbruch des Sahand-Vulkans war Maragheh der Lebensraum riesiger Tierarten. Es wurden bislang 32 Fossile von Säugetieren und 2 Vogelarten entdeckt, daher gilt die Region auch für Paläontologen als wertvolles Forschungsgebiet. Die Stadt selbst hat 260.000 Einwohner und ist nach Täbris die größte Stadt der Provinz. Nach dem Islam nahm sie eine wichtige Rolle in Iran ein. Etwa Mitte des 13. bis Mitte des 14. Jahrhunderts wurde sie von den Ilkhanen zur Hauptstadt gewählt. Hier gewann sie nochmals an Bedeutung. Mit dem Bau einer großen Universität und eines Planetariums wurden viele Forscher von ihr angezogen. Das Planetarium von Maragheh wurde von dem bekannten iranischen Wissenschaftler Khadjeh Nassir-ul Din Toussi gebaut und gehört zu den bekannten Bauwerken der Stadt. 1203 begann man mit dem Bau auf einem nördlich gelegenen Hügel. Aus Unterlagen geht hervor, dass das Planetarium bis 1259 noch intakt war, dann kam ein Erdbeben und zerstörte es; heute sind nur noch Ruinen vorhanden. Andere Bauten und historische Denkmäler zeugen von der Bedeutung und dem Reichtum der Stadt. Ein wichtiges Gebäude ist das Gonbad e Sorkh. Es gehört zu den ältesten Gebäuden der Stadt und liegt in ihrem südwestlichen Teil. Aus den Schrifttafeln im Gebäude ist zu entnehmen, dass es ca. 1147 auf Befehl des damaligen Statthalters Abdel Aziz Ben Mahmud Ben saad gebaut wurde. Der Kuppelraum ist rechteckig und besteht aus einem Vor- und einem Hauptraum, der auf einem Steinsockel errichtet wurde und der über sieben Treppenreihen zugänglich ist. Die Benennung beruht auf die roten Ziegelsteine, die im Bau verwendet wurde. Der Haupteingang liegt im nördlichen Portal des Mausoleums, an der Portalschwelle sind interessante Kombinationsmuster mit geometrischen Motiven durch rund angelegte Ziegelsteine eingebracht worden, was zu den Architekturinnovationen iranischer Architekten gehört. Der Torburgen von Gonbad e Sorkh ist mit blauen Kacheln, Ziegelsteinen, feiner Stuckarbeit, Ziegeltafeln und verschiedenen und abwechslungsreichen Mustern und Motiven verziert. Türkisfarbene Kacheln im Bau der Kuppel zeigt in der islamischen Architektur, dass es sich um eine bedeutende Epoche handelt. Diese Kacheln bereiten den Weg zur Blüte; der Architekt wollte mit seiner Kachelarbeit seinem Werk höheren Glanz. Aus diesem Grund verwendete er in seinem Werk keine Farbe, sondern setzte an deren Stelle Licht- und Schatten-Effekte ein. Die 900 Jahre alte Kuppel trotzte bis heute allen Einwirkung, um Zeuge zu sein, für die Reinheit und Beständigkeit iranischer Kunst. Zu den weiteren bedeutenden Werken der Stadt gehört das Mausoleum von Ohadi-Maraghei. Er wurde in einem grünen Garten beigelegt. Sein eigentlicher Name war Roknodin Abolhasan Maraghi. Ohadi war eine bekannte Dichter und Mystiker aus der Zeit der Ilkhane; er dichtete in persischer Sprache. Sein bedeutendes Werk ist das Masnawi Jam-e Jam. Ohadi kam etwa 670 im Mondkalender auf die Welt. Schon in seiner Jugend war er ein selbstloser Dichter und Mystiker; in religiösen Wissenschaften und in der Mystik erreichte er höchste Stufen. Er wählte den Dichternamen Safi für sich, später änderte er ihn in Andenken an seinen meister Ohedin Kermani, einen der größten Mystiker seiner Zeit, in Ohadi. Sein ewiges Werk Jam-e Jam besteht aus 5000 Versen; gedichtet hat er es etwa 733 im Mondkalender. ZU den weiteren Werken Ohadis können Dah-Nameh und Mantegh-ul Oschagh gezählt werden. Beide fanden bei den Königen der Ilkhane gro0en Zuspruch. Auf der nördlichen und südlichen Wand des Gebäudes ist der Name Ohadis und sein Todesdatum – 738 im Mondkalender – eingearbeitet worden. Neben der Grabstätte von Ohadi liegt das Museum der Stadt Maragheh. Es hat sich auf die Zeit der Ilkhane konzentriert. 1996 begann das Museum mit der Arbeit: Darin werden Gegenstände aus der islamischen zeit, wie etwa Tongefäße, Münzen, Bücher, Kupfergeschirr und weitere Dinge ausgestellt. Die zeit der Ilkhane ist als goldenes Zeitalter der islamischen Epoche berühmt. Viele Exemplare wertvoller Tongefäße werden hier aufbewahrt. Wie schon zuvor erwähnt, hat die Stadt Maragheh noch weitere zahlreiche Werke wie Moscheen, Karawansereien, Wohnhäuser, die Hovans-Kirche und die Zitadelle der Mädchen aufzuweisen. Mit diesen Sehenswürdigkeiten werden wir uns aber heute nicht weiter befassen können. So beschränken wir uns nur auf die Souvenirs, die aus Teppichen, Seidenteppichen und Wandteppichen, natürlichem Honig, Milchprodukte, Sahne und verschiedene Trockenfrüchte bestehen. Die zeit der heutigen Sendung ist um. Bis nächste Woche verabschieden wir uns in Gottes Namen.

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