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Donnerstag, 23 Oktober 2014 13:37

Mit uns durch Iran – Teil 38

Im Namen Gottes.Seid willkommen zu einer neuen Folge aus der Reihe „Mit uns durch Iran“. Wir reisen heute in der Provinz Ost-Aserbaidschan im Nordwesten Irans weiter. Wir haben uns letzte Woche die Stadt Täbris angesehen. Heute schauen wir uns weitere Sehenswürdigkeiten dieser Stadt an. Begleiten Sie uns!
 Wie alle anderen historischen Städte in Iran hat auch Täbris zahlreiche historische und wertvolle Bauten vorzuweisen; darunter sind Meisterwerke der Architektur und der Kachelarbeit zu bewundern. Diese Werke bezeugen den Fortschritt der Industrie, der Kunst und der altgedienten Kultur dieses Landes. Leider wurden viele alte Gebäude in Täbris durch Erdbeben, Überschwemmungen, Invasionen und Plünderungen von Fremden und nicht zuletzt, weil sie einfach von den Herrschern vernachlässigt wurden, im Laufe der Zeit zerstört, sodass von manchen von ihnen nichts mehr übrig geblieben ist. Was heute noch in Täbris vorhanden ist, stammt aus der Herrschaftszeit der mongolischen Ilkhane und der Safawiden; jeder hat seinen Teil zur Architektur und besonders der innovativen Kachelarbeit beigetragen. Ein besonders historisches Werk ist der Bazar von Täbris; die Bögen und Kuppel, einzigartig in ihrer Art, gehören zu den Meisterwerken der iranischen Architektur. Die Stadt Täbris befindet sich der Ost-West-Route; sie hat immer als Knotenpunkt für den Handel zwischen europäischen und asiatischen Städten gegolten. Aus dieser Stadt kommen zahlreiche landwirtschaftliche und industrielle Produkte, die in alle Welt exportiert wurden. Der Handel setzte voraus, dass die Stadt über Bazare und Umschlagsplätze für die verschiedenen Waren verfügte. Der Bazar von Täbris wurde eben durch diesen Bedarf gebaut. Nach Jahrhunderten hat er aber nicht an Bedeutung verloren. Der Bazar umfasst eine Fläche von 1 Mio. Quadratkilometer und ist damit flächenmäßig das größte historische Werk Irans und das größte überdachte Ziegelbauwerk der Welt. Er befindet sich im Zentrum der Stadt. Über die Entstehungsgeschichte ist wenig vorhanden, doch aus den Unterlagen und Dokumenten geht hervor, dass er auf die Zeit der Sassaniden und Seldschuken zurückgeht. Der Bazar wurde immer wieder vom Erdbeben zerstört und wieder aufgebaut. Der gegenwärtige Bau wurde Ende der Zandiye-Dynastie und Beginn der Herrschaftszeit der Kadscharen, vor etwa drei Jahrhunderten, errichtet. Der Bazar in Täbris galt sowohl in seiner Entstehungszeit als auch heute noch zu den wichtigen Handelszentren Irans. Er hat nicht nur eine kommerzielle und finanzielle Funktion, sondern bestreitet auch eine unübersehbare soziale, religiöse und politische Funktion. Der Komplex wurde 1975 in der Liste der nationalen Denkmäler Irans aufgenommen. Laut Gesetz steht er nun unter Denkmalschutz. 2010 hat man den Basar in Täbris auf die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO gesetzt. Er gilt al der erste Bazar auf der Welt. In diesem Komplex sind rund 160 unterschiedliche Elemente vorhanden, damit hat sich der Bazar zu einem geeigneten Ort für verschiedene Aktivitäten entwickelt. Zahlreiche Karawansereien, Korridore, Verkaufsnischen, Moscheen, Schulen, Kleinbazare, Bäder und ein Sportplatz für den traditionellen Sport Bastani gehören zu dem Komplex. Der Bazar in Täbris besteht, wie alle anderen Bazare in Iran, aus verschiedenen Kleinbezirken wie z. B. der Amir Bazar, der Bazar der Schuster, der Goldverkäufer, der Hutnäher, der Kupferschmiede, der Mozafarieh-Kleinbazar od. Timtsche und andere Teile. Heute möchten wir uns nicht weiter mit dem Bazar beschäftigen. Kleine Notiz noch, dass der Amir Bazar und Mozafarieh-Timtsche großen Ruhm genießen, deshalb geben wir eine kurze Erklärung zu ihnen. Der Bazar, die Karawanserei und Timtsche Amir gehören zu den schönsten und wichtigsten Teilen des Bazars in Täbris. In diesem Teil des Bazars werden heute Teppiche, Gold, Textilien und Juwelen verkauft. Gegründet wurde er von Mirza Mohammad Khan Amir Nezam Zangeneh so etwa 1939. Der bekannteste Teil im Bazar von Täbris ist der Mozafarieh-Timtsche. Als Mozafaredin Mirza noch Kronprinz in der Kadscharen-Dynastie war, das war das Jahr 1887, hat man den Bau dieses Teils beendet. Gebaut wurde er von Hadsch Scheich Mohammad Dschafar Ghazwini, ein wohltätiger und fähiger Geschäftsmann aus Täbris. Das Mozafarieh-Timtsche ist zurzeit das wichtigste Handels- und Exportzentrum für Teppiche aus sowohl der Provinz als auch Iran. Es genießt Weltruhm. Dieser Teil des Basars ist in zwei Stockwerken angelegt. Auf jedem Stockwerk befinden sich 26 Geschäfte, die Hodschre, wo die Teppiche verkauft werden. Der Basar in Täbris ist alles in allem ein Meisterwerk der Architektur Irans. Die Bögen und Kuppel gelten als beispiellose Kunstwerke und aus diesem Grund haben die meisten Historiker, Geografen und Weltreisenden ihren Bericht über den Basar von Täbris, die angebotenen Waren und da Geschäftsklima in dieser großen Stadt geschrieben. Zu den großen Weltreisenden gehören Moghadasi aus dem vierten Jahrhundert, Marco Polo aus dem siebten, Ibn Batuteh und Hamdollah Mostoufi aus dem achten Jahrhundert; jeder von ihnen hat diesen prachtvollen Basar, die Fülle an Waren und den Reichtum der Bürger, der durch Handel entstanden ist, auf seine Weise gepriesen und geschildert. Der französische Weltreisender Jean Chardin reiste zweimal in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts in den Iran, jeweils für sechs Jahre. Über Täbris und seinen Basar schrieb er: Täbris ist eine große Stadt mit viel Zukunft. Von der Größe her ist sie die zweitgrößte Stadt Irans. In Täbris habe ich keine hervorragenden Gebäude und Schlösser gesehen, doch hier fand ich die besten und prächtigsten Basare in Asien. Die Geschäfte und Verkaufsnischen sind voneinander getrennt. Die langen korridorähnlichen Gassen sind breit und etwa 5 Fuß hoch. Diese bilden zusammen den Basar, der außergewöhnlich schön und faszinierend ist. Der Basar ist das Herz der Stadt. Häuser und Wohngebiete befinden sich außerhalb des Basargeländes. Die Dächer sind bogenförmig. Die Menschenmenge und die Waren der Händler, die im Basar gelagert sind, zeigt Leben und Pracht, die im Basar herrschen. Der bekannte Reisende aus Marokko, Ibn Batuteh sah den Basar voller Waren, wohlgebaut und wohlhabend und als einen der Besten Basare der Welt: Nachdem ich in Täbris eintraf, erreichte ich einen großen Basar, der Ghazan genannt wurde. Es gehörte zu den besten Basaren, die ich je in einer Stadt auf der Welt gesehen habe. Jedes Handwerk und Handelszweig hat seine eigene Abteilung im Basar … Unter den Kadscharen, als Täbris Residenz des Kronprinzen und zweitwichtigste Stadt im Land war, blühte der Handel auf. Es wurden neue Verkaufsnischen und Timtsches, neue Basare angelegt. Von überall im Land kamen die Händler her. Seit dieser Zeit geriet der Basar in Täbris in den Mittelpunkt des Interesses von Weltenbummlern und in- und ausländischen Geschäftsleuten. Frau Dorothy Hunt Smith, schrieb in ihrem Buch „Erinnerungen aus dem Orient“ über einen Besuch in Täbris 1961: Im Basar kreuzen sich zahlreiche Nebengassen, die geordnete Grundstückteile zwischen sich bilden. Jedes Geschäft war etwa 10 Fuß lang und Waren wurden vom Fußboden bis in eine Höhe aufgestapelt, die man mit einer Leiter erreichen konnte. Die Decke war mit Ziegelsteinen gedeckt. In regelmäßigen Abständen wurden glasbedeckte Lichtschächte angelegt, die auch an regnerischen Tagen dem Dunkel im Basar etwas Licht spendeten. So weit das Auge reichte, sah man dort Geschäfte… So liebe Zuhörer. Die Zeit ist wiedermal um. Also bis zum nächsten Mal, Auf Wiederhören!

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