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Donnerstag, 23 Oktober 2014 13:32

Mit uns durch Iran – Teil 40

Mit uns durch Iran – Teil 40
Im Namen Gottes beginnen wir eine weitere Folge aus Mit uns durch Iran. IN den letzten Sendungen reisten wir durch Ost-Aserbaidschan im Nordwesten Irans, dort besuchten wir die Provinzhauptstadt Täbris. Heute werfen wir noch einen letzten Blick auf die Stadt und stellen weitere historische denkmäler der Stadt vor.
Die Stadt Täbris galt schon immer als Hochburg von bekannten Dichtern und Suchenden der Rechtschaffenheit. So nimmt die Stadt zweifelsohne eine besondere Rolle unter iranischen Städten ein. Hier entstamme viele große Persönlichkeiten, die teilweise für die Geschichte dieses Landes entscheidend gewesen sind. Ayatollah Ghazi Tabatabai und Ayatollah Madani waren zwei große Gelehrte aus Täbris; sie wurden während ihrer Gebete von revolutionsfeindlichen Terroristen ermordet. Die Gelehrten Mohammad Taghi Dschafari, Seyed Mohammad Hussein Tabatabai und Abdolhussein Amini sind weitere erhabene Persönlichkeiten in den Religionswissenschaften, die Aserbaidschan heute zu Ehre und Ruhm gereichen. Mir Ali Tabrizi kommt ebenfalls aus dieser Stadt. Er hat in der Kalligrafie die Schönschriftart Nastaliq entwickelt. Unter den Stadtvierteln ist Kuye Sorkhab bei der Bevölkerung von großer Beliebtheit, denn es wird den großen Dichtern zugesprochen. Viele große Persönlichkeiten haben den Wunsch gehabt hier zu leben und beerdigt zu werden. Das Viertel ist als sakraler Ort von hohem Ruhm, u. a. nicht nur wegen der Gebetsstätte und Mausoleen wie Rab´-e Raschidi, die Gebetsstätte Sadr, das Mausoleum von Auon bin Ali, Seyed Hamzeh, Saheb-ul Amr und Seyed Ebrahim sowie der Grabstätte von Baba Hassan, Baba Mazid, Safwa-tal Safa und Grabstätten von Dichtern. Es scheint angebracht, uns heute zu Beginn etwas in diesem Viertel umzusehen. Das Mausoleum und die Moschee Seyed Hamzeh gehört zu den Wallfahrtsorten und heiligen Stätten im Kuy-e-Sorkhab-Viertel in Täbris. Feine Meißelarbeiten an Steinen im Mausoleum zeugen von der ursprünglichen Pracht des Gebäudes. Die Die Reliefs verleihen dem Bau zusätzliche Schönheit. Der Bau geht auf das Jahr 714 im arabischen Mondkalender zurück. Neben dem Seyed Hamzeh-Mausoleum befindet sich das Mausoleum der Dichter aus Täbris. Hier bietet sich eine reiche Sammlung iranischer Literaturgeschichte, die über die geografischen Grenzen weit hinausragt. Erste Hinweise auf diesen Friedhof finden sich in dem Buch „Nozhat-ul Gholub“ von Hamdollah Mostoufi aus dem Jahr 740 im Mondkalender. Die Erdbeben von 1193 und 1194 im Mondkalender haben den Friedhof, auf dem große Dichter und Philosophen begraben liegen, stark beschädigt. Angesichts der Bedeutung dieses Ortes wurde ein neues Denkmal im neuen Architekturstil gebaut. 1351 im Sonnenkalender bzw. 1972 begann man mit dem Bau, der dann nach dem Revolutionssieg fertiggestellt wurde. Es gehört zu den denkwürdigen Werken zeitgenössischer Architektur. Das anmutenden Gerüst und die Ästhetik, die sich in der diesem Werk präsentiert, sind nun nach vier Jahrzehnten nach wie vor nicht zu leugnen. Aus historischen Dokumenten ist zu entnehmen, dass auf dem Dichterfriedhof an die 400 namhafte Dichter, Philosophen und Persönlichkeiten aus Iran sowie aus anderen Ländern in der Region begraben sind; die Gräber gehen teilweise auf 800 Jahre zurück. Der älteste hier begrabene Dichter ist Assadi Tussi aus dem vierten Jahrhundert nach der Hidjra. Weitere bekannte Dichter auf dem Friedhof sind Ghatran Tabrizi, Modjir-ul Din Bilaghani, Khaghani Schirwani, Zahir-uldin Faryabi, Schahpur Neyschaburi, Schamsedin Sedjasi, Khadje Homam Tabrizi, Mani Schirazi, Schakibi Schirazi, Lesan Schirazi, Zolfaghar Scherwani und Seyed Mohammad Hussein Schahryar. Außer Dichter sind noch andere Persönlichkeiten auf dem Friedhof begraben darunter auch Scheich Mohammad Khiabani (Kämpfer aus der Zeit der konstitutionellen Monarchie) , Mirza Ali Saghat-ulislam Tabrizi (Geistlicher aus Täbris, der für die Konstitutionelle Revolution war) , Dr. Mahdi Rouschan Zamir (Dichter, Autor und Uni-Professor) , Mirza Taher Khoschnewis Tabrisi (Meister der Kalligrafie und Koranschreiber) , Mahmud Malmasi und Seyed Youssof Nadjmi (Preissänger für die Prophetenfamilie) . Neben dem Dichterfriedhof gehört die Grabstätte von Saheb-ul Amr ebenfalls zu den historischen Wallfahrtsorten der Stadt. Das Gebäude wurde zur Zeit des Safaviden-Königs Tahmasb gebaut. Der osmanische König Sultan Morad IV. Zerstörte später das Gebäude. Nach dem Wiederaufbau wurde es bei einem Erdbeben nochmals zerstört, und 1973 nochmals aufgebaut. 2002 hat man das Museum für Koran und Schrifttum in dem Mausoleum eingerichtet. Hier werden eine wertvolle Sammlung von wertvollen Koranexemplaren aus unterschiedlichen Epochen und kunstvolle Kalligrafieschriften von bekannten iranischen Kalligrafen ausgestellt. Zudem stehen neben handgeschriebenen Büchern, Federhaltern mit Miniaturarbeiten, Porzellan und Tongefäßen mit Koranversen als Inschriften auch weitere wertvolle Werke und Porträts großer Gelehrten zur Besichtigung. Zu den wichtigsten Ausstellungsstücken zählt eine Seite aus einem Koranexemplar, das der Handschrift von Imam Reza zugeschrieben wird. Die Seite ist auf Rehleder geschrieben worden. Ein anderes bewundernswertes Ausstellungsstück ist eine Steintafel mit Keilschrift aus der elamischen Zeit. Es handelt sich hierbei um das kleinste goldverarbeitete Koranexemplar, das man jedoch ohne eine Lupe nicht lesen kann. Zudem ist ein Heil bringender Kelch und Kleidung mit eingenähten Koranversen hier zu bewundern. Unter den Persönlichkeiten, die auf dem Dichterfriedhof begraben sind, treffen wir auf den bekannten zeitgenössischen Dichter Schahryar. Wir besuchen nun das Schahryar-Museum, wo wir uns auch mit diesem beliebten Dichter etwas näher auseinandersetzen. Mohammad Hussein Schahryar kam 1907 in Täbris auf die Welt. In den Jahren, in denen die Stadt Schauplatz blutiger Ereignisse während der konstitutionellen Revolution war, schickte der Vater ihn in sein Heimatsdorf. Dort verbracht er die Kindheit in der Natur. Das Gedichtsband „Heydar Baba“ hält seine Kindheitserinnerungen fest. Mit sechs kehrte Schahryar nach Täbris zurück. Bei seinem Vater lernte er seine ersten Arabischkenntnisse. Danach besuchte er eine Schule, um im neuen Schulsystem Französisch, Religion und Kalligrafie lernt. Mit 13 signierte er seine Gedichte mit dem Namen „Behdjat“ und veröffentlichte sie in der Zeitschrift „Adab“. 1923 reiste Schahryar zum ersten mal nach Teheran, im anschließenden Jahr besuchte er die renommierte Schule Dar-ul Fonun. In Teheran wählte er den Dichternamen Schahryar für sein literarisches Schaffen. Parallel zu seinem Schulbesuch in Dar-ul Fonun eignete er sich religiöses Wissen an. 1346 im Mondkalender schrieb er sich in der Medizinschule einschreiben. Von da begann der turbulente Abschnitt seines Lebens. Sein Ruhm ging über die Landesgrenzen hinaus. In der Dichtung persischer sowie türkischer Poesie war er ein Meister. 1953 heiratete er eine Verwandte, aus der drei Kinder hervorgingen. Schließlich starb er 1988 nach einer Krankheit. Das Literaturmuseum Schahryar ist ein Denkmal für diesen ruhmreichen Dichter. Es befindet sich im Maghsudieh-Viertel in der Altstadt von Täbris. Von der Architektur weist es keine besonderen Merkmale auf, doch ist es ein literarischer Ort vom moralischen Wert. Denn hier hat Schahryar jahrelang gelebt und gedichtet. Nach seinem Ableben hat die Stadt das Haus gekauft und verwaltet es seither. Auf 250 qm Grundstückfläche sind zwei Stockwerke gebaut worden. Über 500 Werke und Gegenstände von Schahryar, seine Bücher, Manuskripte und Schriften in seiner Handschrift, persönliche Gegenstände und Fotoalben, seine handgeschriebenen Koranexemplare, in der Naskh-Schrift geschrieben, können von Besuchern besichtigt werden. Unsere Sendezeit ist jetzt um, daher verabschieden wir uns von Ihnen bis nächste Woche. Khodahafez!

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