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Dienstag, 27 November 2012 19:47

Mit uns durch den Iran - Teil 16

Mit uns durch den Iran  -  Teil 16
Wie Sie sich sicherlich erinnern, haben wir beim letzten Beitrag dieser Sendereihe unseren Besuch auf dem weltbekannten Meydan-e Emam oder "Naqsche dschahan" in Isfahan begonnen. Wir berichteten, dass dieser zu den größten Plätzen der Welt gehört und in früheren Zeiten u.a. für das Polo-Spiel, eine in Iran heimische Sportart auf Pferden, und andere gesellschaftliche Ereignisse der damaligen Zeit genutzt wurde.
Heute ist dieser Platz eine parkähnliche Anlage, die u.a. zu politischen Großveranstaltungen, wie kürzlich zu den Feiern und Kundgebungen anlässlich des 33.Jahrestages des Sieges der Islamischen Revolution in Iran genutzt wird. An Freitagen wird der Platz vor der Imam-Moschee an der Südseite zum Freitagsgebet genutzt.

 

An normalen Tagen ist der Platz vor allem auch ein Anziehungspunkt für Touristen und Besucher der Stadt Isfahan und es werden Kutschfahrten um den Platz angeboten.

Isfahan- Blick vom Ali-Qapu- Palast auf den Imam-Platz

Der Meydan-e Emam in Isfahan ist vollkommen von zweistöckigen Arkadengebäuden umbaut und an jeder Seite dieses Platzes finden wir den Zugang zu einem historischen Gebäude. Bei unserem letzten Besuch haben wir die Scheich-Lotfollah-Moschee auf der Ostseite besucht und kurz beschrieben,  eine Moschee, die durch die fehlenden Minaretttürme besonders ins Auge fällt.

پرونده:Naghshe Jahan Square Isfahan modified.jpg

Nun wollen wir uns dem Hauptgebäude an der Südseite dieses Platzes zuwenden, es ist die ehemalige Königsmoschee, die auch als Abbasi-Moschee nach dem Safawidenherrscher Schah Abbas I., der, so berichten die historischen Dokumente, selbst den Grundstein für diesen Bau im Frühjahr des Jahres 1611 n.Chr. gelegt haben soll. Das hieße also, dass diese Moschee nun schon ein Alter von rund 400 Jahren hat, denn die Vollendung dieses Prachtbaus fand im Jahr 1638 statt. Schah Abbas konnte dies, den Geschichtsdaten zufolge, dann aber doch nicht mehr erleben.

Heute heißt diese Moschee zu Ehren des Gründers der IR Iran – Imam Chomeini – 'Masdsched-e Emam'.

Im Jahre 1932 wurde sie in die Liste des iranischen Nationalerbes, und 1979, zusammen mit dem gesamten Gebäudekomplex des 'Meydan-e Emam' in die UNESCO-Weltkulturerbe-Liste eingetragen.

 

Durch ein prächtig mit Kachelmalereien verkleidetes hohes Portal und eine Vorhalle betreten wird vom Imam-Platz aus den Hof der Moschee. Das 27 Meter hohe Eingangsportal wird von zwei 42 Meter hohen Minarett-Türmen, die es einrahmen noch überragt.

Die eigentliche Moschee besitzt ebenfalls zwei Minarett-Türme mit einer Höhe von 48 Metern und eine 52 Meter hohe Kuppel. Der Moscheebau,  und nicht nur die Gebetsnische (Mihrab), wurde in Richtung Mekka, d.h. in südwestlicher Richtung angelegt und deshalb liegt die Moschee in einem 45 Grad-Winkel zur Südfront des Imam-Platzes. Die Ausrichtung der Moschee nach Mekka soll übrigens der große islamische Gelehrte Scheich-e Baha'i errechnet haben.

Imam Moschee in Isfahan

Blau und Türkis sind die dominierenden Farben der Kachelverkleidungen dieses monumentalen Meisterwerkes, aber auch viele andere Farben wie Grün-,Gelb-, Braun- und Ockertöne,  sowie die weißen kalligraphischen Inschriften, finden wir an den Wänden und Decken, sei es innen oder außen.

Die kaligraphischen Inschriften auf den Kachelverkleidungen stammen von dem bekanntesten Kalligraphen und Miniaturmaler aus dieser Zeit, dem um 1570 n.Chr. in Maschhad geborenen Ali Reza Abbasi, der während der Safawiden-Dynastie vorwiegend unter Schah Abbas I. in Isfahan tätig war.

Im Hof der Moschee finden wir ein großes und ebenfalls mit bunten Kacheln verkleidetes Wasserbecken und zwei "Schabestan" (Gebetssaal). Das "Schabestan" auf der Ostseite ist größer aber schlicht und ohne Verzierungen und das "Schabestan" auf der Westseite ist kleiner und mit Kacheln verkleidet und dessen "Mihrab" (Kanzel) gehört zu den schönsten in Isfahaner Moscheen.

Isfahan Imam Moschee Kuppel

Die große Kuppel, die über dem südlichen "Schabestan", dem Hauptgebetssaal dieser Moschee errichtet wurde, ist eine der höchsten Moscheekuppeln in Iran. Diese Kuppel ist doppellagig, und beide Lagen sind in einem Abstand von 12 Metern errichtet worden. Die Außenkuppel hat eine Höhe von 52 Metern und die Kacheln, mit denen sie verkleidet wurde, sind in der Grundfarbe Türkis gehalten. Von weitem verleiht diese mächtige Kuppel der Stadt einen besonderen Glanz.

Durch die "Doppel-Kuppel"  wurde erreicht, dass der Widerhall der Worte, die im Raum unter dieser Kuppel gesprochen werden klar und deutlich ist und die Worte des Sprechers, der an diesem Ort oder von der Kanzel (Mihrab) aus spricht, überall in der Moschee klar und deutlich gehört werden können.

Die Kachelarbeiten für die Verkleidung von Innen – und Außenwänden, Säulen, Eywanen und Minaretten erfolgten in der älteren Kachel-Mosaik-Methode, wie wir sie insbesondere am Eingangsportal, das zuerst errichtet wurde, finden und später dann in der 7-Farben-Kachelglasur-Methode  "Haft Rangi". Durch diese in der damaligen Zeit neu entwickelte Methode der farbigen Glasur von Kacheln konnte die Verschönerung der Moscheewände wesentlich schneller voran gebracht werden. Diese neue Glasurtechnik wurde entwickelt, da man nach einer Methode suchte, die schneller war als die Mosaikverkleidung.

Für den Bau dieser Moschee wurden schätzungsweise 18 Millionen Ziegelsteine verbaut, und für die Verkleidung rund 472.500 Kacheln verwendet.

Im südwestlichen und südöstlichen Teil des Moscheekomplexes findet sich jeweils eine Religionsschule "Madreseh". Die eine trägt den Namen "Naserijeh", die andere den Namen "Soleimanijeh". Um den Hof der Moschee finden wir die Räume für die Schüler und Lehrer dieser Schulen.

In der Schule südwestlich der Moschee findet sich ein einfacher Stein, der so angebracht wurde, dass er die tatsächliche Mittagszeit in Isfahan während aller 4 Jahreszeiten anzeigt. Die Berechnung  für die Platzierung dieses Steines wurde durch den bekannten iranischen Gelehrten, Mathematiker, Architekten und Astronomen Scheich-e Bahai (1547-1621) vorgenommen, der auch schon die Ausrichtung der Moschee nach Mekka berechnet hatte.

Die Imam-Moschee in Isfahan zeichnet sich durch einige Unterschiede von anderen Moscheen aus. Einer dieser Unterschiede ist, dass kein Abschnitt der Moschee einem anderen gleich ist. Ein Beispiel sind die Kachelarbeiten, keine Deckenverkleidung und auch keine Wandverkleidung gleicht der anderen in Farben und Ornamenten.

 

Im Eingangsportal und auf beiden Seiten der Moschee findet sich jeweils ein riesiges pokalähnliches steinernes Becken, das jeweils aus einem Steinblock gehauen ist. Diese Becken fungieren wie ein Gefäß zur Kühlhaltung von Wasser.

Die Pracht und Größe der Imam-Moschee hat sehr viele Experten und Architektur-Liebhaber angezogen. Einer von ihnen ist Professor Arthur Upham Pope (1881-1969), der bekannte amerikanische Archäologe und Iranologe, er sagte folgendes über die Imam-Moschee in Isfahan:

"Dieses historische Monument ist ein Symbol für den Höhepunkt des 1000-jährigen Moscheenbaus in Iran. Wenn wir auch von der Pracht der Ornamente und Muster überwältigt werden, so helfen doch die sich wiederholenden harmonischen Elemente und die Symmetrie der Gebäudeteile und Gewölbe und der parallel angelegten Eywane sowie die dominierenden Farben, die auf der Oberfläche des Bauwerkes gleichmäßig verteilt sind, dem Betrachter, dessen Schönheit zu begreifen."

File:Imam Mosque, Esfahan (2).jpg

 

 

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