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Mittwoch, 20 Juni 2012 07:21

Mit uns durch den Iran - Teil 4

Mit uns durch den Iran  -  Teil 4
Wir sind mit dieser neuen Sendereihe bei Ihnen zu Gast, um Ihnen mehr von Iran, seinen Sehenswürdigkeiten und Naturschönheiten zu berichten. Im Moment befinden wir uns in der südwestlichen Provinz Fars, und haben Ihnen schon von den Nationalparks Bamu und Bachtegan-See berichtet. Heute nun wollen wir Sie mit einem weiteren Naturschutzgebiet in dieser Provinz bekannt machen, es ist das Naturschutzgebiet "Ardschan und Parischan", (auch Arjan) dass südlich der Zagros-Gebirgskette liegt.

 

 

Das Naturschutzgebiet "Ardschan und Parischan" liegt etwa 60 km westlich von der Provinzhauptstadt Schiraz und an der wichtigen Verbindungsstrecke in die südlicher gelegenen Provinzen Khuzestan und Buschehr.

Im Jahr 1971 wurde in der nordiranischen Stadt Ramsar ein Übereinkommen über Feuchtgebiete, insbesondere für Wasser- und Wattvögel von internationaler Bedeutung, die sogenannte Ramsar-Konvention abgeschlossen. Im Rahmen dieser Konvention, die 1975 in Kraft trat, wurde auch das Gebiet um die beiden Seen Ardschan und Parischan wegen seiner großen Bedeutung als Brutstätte von Wasservögeln und als Aufenthalt von Zugvögeln, unter den Schutz dieser internationalen Konvention gestellt.

In Folge dieser Konvention wurden zunächst 191.000 Hektar als internationales Schutzgebiet deklariert. Durch die Größe dieses Projektes ergaben sich aber verschiedene soziale Probleme, wovon die Umsiedlung sowohl von Einheimischen, als auch Nomaden dieses Gebietes das größte Problem war. Daraufhin wurde das Gebiet auf 65.000 ha verkleinert und im Jahr 1974 als Naturpark und Biosphärenreservat deklariert und im Jahr 1975 kam die Aufnahme in die internationale Feuchtgebiete-Liste dazu.

In diesem Nationalpark bildet der "Tschah Bargi" mit 2900 Metern den höchsten Punkt. In der oberen Zone wachsen vereinzelt Bergzypressen und ein paar hundert Meter weiter unten beginnen dann die Eichenwälder, die eine große Fläche bedecken.

In den Ebenen um den Parischan-See gab es einst eine große Verbreitung des einheimischen Ziziphus lotus Baumes (Lotus-Brustbeere), der heute dort aber nur noch vereinzelt anzutreffen ist.

 

Am Parischan-See im Westen des Nationalparks wird es im Sommer heiß und die Temperatur überschreitet 45° Celsius, im Winter kommt es hier zeitweise zu Nachtfrösten.

Der Ardschan-See liegt im Norden des Parks und in einer Höhe von 2000 Metern. Dort wird es im Winter sehr kalt und die Niederschläge fallen zumeist als Schnee, der wegen des Frostes teilweise bis ins Frühjahr liegen bleibt. Obwohl der Ardschan-See nur 15 km Luftlinie vom Parischan-See entfernt liegt, ist es zu jeder Jahreszeit dort etwa 15° kälter als am Parischansee.

Dieser See zählt zu den schönsten Seen Irans. Er hat eine Fläche von etwa 4000 Hektar und besitzt relativ süßes Wasser. Seine Schönheit hat er seiner Lage an den bewaldeten Hängen des Zagrosgebirges und seinem Saum aus Schilfgräsern zu verdanken, die durch die Besiedlung mit einer Vielzahl von Wasservögeln und die überwinternden Zugvögel noch weit gesteigert wird.

Der Ardschan-See ist hingegen viel kleiner, aber auch er besitzt eine besondere Schönheit. Seine Ausmaße ändern sich im Laufe des Jahres mit den Niederschlagsmengen und in Regenzeiten übersteigt sein Umfang 2000 Hektar. Aufgrund der geologischen Beschaffenheit gibt es hier viele Erdlöcher und Höhlen, deren Wasser sich mit dem des Sees vermischt. In trockeneren Jahren reduziert sich die Größe des Sees und es entsteht ein mehrere hundert Hektar großes Feuchtwiesengebiet.

Das Gebiet zwischen den beiden Seen und die bewaldeten Gebirgszüge sind seit alters her als Jagdgebiet der Provinz Fars bekannt. Wälder und Weiden des Nationalparks besitzen aufgrund der großen Artenvielfalt und wegen der schmackhaften Futterpflanzen eine große Bedeutung.

Alten Geographie- oder Naturkundebüchern können wir entnehmen, dass hier einst auch der Lebensraum des iranischen Löwen war, der noch vor 70 Jahren hier lebte. Aufgrund von Umweltzerstörungen und der Ausweitung der Jagd, starb der iranische Löwe in den folgenden Jahren dann aus. Der iranische Löwe unterscheidet sich in vielen Merkmalen vom afrikanischen Löwen und heute kann man ihn noch in Indien finden.

Wenn auch der Zustand des Seengebietes sich von demjenigen, der in alten Reisebüchern beschriebenen unterscheidet, so zählen diese beiden Seen aber immer noch zu den wertvollen Bereichen dieses Naturschutzgebietes.

Krauskopfpelikan

 

Denn sie sind die Brutstätte sowie Überwinterungs- und Durchzugsort für sehr viele Vogelarten wie Krauskopfpelikan, Rosapelikan, Silberreiher, Marmelente, Weißkopf-Ente, Moorente, Flamingo, Purpurreiher, Gänse, Störche, Eisvogel Weißscheitel-Kiebitz, Schnepfen, Adler u.a..

Dieses bedeutende Naturschutzgebiet wurde aus diesem Grund schon vor einigen Jahren als wichtiges internationales Vogelschutzgebiet anerkannt.

Der Schilfgürtel um den Parischan See ist also eine wichtige Brutstätte für viele Vogelarten und an diesem See überwintern hunderte Zugvögel verschiedenster Arten.

Adler, Weißschwanz-Seeadler, Falke und verschiedenste Greifvogelarten gehören zu den für die Jagd frei gegebenen Vögeln.

Insgesamt kann man sagen, dass aufgrund der unterschiedlichen Klimaverhältnisse und der Vielfalt des Pflanzenbewuchses eine große Vielzahl von Vogelarten in diesem Naturschutzgebiet leben. Bisher wurden hier mindestens 263 Vogelarten gezählt.

Auch die Vielfalt der Säugetiere in diesem Gebiet ist sehr groß. Mehr als 50 Säugetierarten sind schon identifiziert und eine genauere Nachforschung würde mit großer Wahrscheinlichkeit eine noch größere Zahl an Säugetierarten ergeben. Wölfe, Füchse, Hasen, Wildschafe, Schakale, Hyänen, Wildschweine und Zobel seien als  Beispiele für die Vielfalt genannt. In begrenztem Maße finden sich auch Wildkatzen, Bären, Leoparden, Widder und Steinböcke, sowie wilde Ziegen.

Erwähnenswert ist, dass die iranische Umweltschutzorganisation in den letzten Jahren viel unernommen hat um die vom Aussterben bedrohten Mesopotamischen Damhirsche (Dama dama mesopotamica) zu erhalten, was diesem Gebiet eine noch größere Bedeutung verleiht.

Der Nationalpark Ardschan und Parischan besitzt wie schon erwähnt auch eine sehr große Pflanzenvielfalt. Die hohen Berge, die weiten Ebenen, die verschiedenen Höhenlagen, die Wasserzonen und die Feuchtgebiete, die Eichenwälder, das Süß- und Salzwasser der Seen haben eine unzählbare Menge von Pflanzen entstehen lassen.

Somit sind eine größer Anzahl von vom Aussterben bedrohten Pflanzen die in diesem Gebiet vorkommen, ein wichtiges und bedutendes Kapital für Iran.

 

 

 

 

 

 

 

 

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