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Mittwoch, 06 Januar 2016 09:30

Die Folgen der Hinrichtung von Scheich Nimr für die Saudis

Scheich Nimr Bagher al-Nimr Scheich Nimr Bagher al-Nimr
  Am 2. Januar 2016  hat eine Nachricht die Muslime und  viele freiheitsliebende Menschen sehr betroffen.

Das Außenministerium des saudischen Regimes teilte die Hinrichtung des hohen schiitischen Gelehrten und Freiheitskämpfers Scheich Nimr Bagher al-Nimr zusammen mit weiteren 47 Personen mit. Dieses Verbrechen wurde in allen Teilen der Welt und besonders in den muslimischen Ländern vonseiten Ajatollah Khamenei und weiteren  schiitischen Rechtsgelehrten und religionsrechtlichen Nachahmungsvorbildern im Iran, Irak und  Libanon sowie zahlreichen  politischen und religiösen Persönlichkeiten der Muslime auf der Welt verurteilt.

 

Ajatollah Khamenei , geehrtes Oberhaupt der Islamischen Revolution, verurteilte während seines theologischen Diskurses über islamische Jurisprudenz, am 3. Januar scharf das große Verbrechen des saudi-arabischen Herrscherhauses in Form der Hinrichtung  des Gelehrten Scheich Nimr Bagher al-Nimr verurteilt .

Ajatollah Khamenei erklärte: „Dieser unschuldige Gelehrte hat weder die Bevölkerung zu bewaffneten Aktionen angespornt noch hat er heimlich Sabotagen betrieben. Das einzige was er getan hat, war, dass er öffentlich Kritik geübt hat und aufgrund seines religiösen Wohlwollens und Eifers  das Gute geboten und das Schlechte verworfen hat. Das Oberhaupt der Revolution nannte es einen großen politischen Fehler des saudischen Regimes, dass es Scheich Nimr dem Märtyrertod zugeführt und zu Unrecht sein Blut verschüttet hat. Er

kritisierte scharf das Schweigen der angeblichen Verfechter von Freiheit, Demokratie und Menschenrechte und  deren Unterstützung für das saudische Regime, welches  schon wegen Kritik und Protest unschuldiges Blut vergießt. Ajatollah Khamenei erklärte, die Islamische und die ganze Welt müsse eine Verpflichtung gegenüber dieser Sache verspüren.

Das Verbrechen an dem bekannten schiitischen Geistlichen, der lediglich sein Recht auf freie Meinungsäußerung für die Kritik an der Politik und der Diktatur der Saudis wahrgenommen hat, hängt  mit einer Reihe von Maßnahmen der Saudis im Nahen Osten zusammen.  Der Ermordung eines  Religionsgelehrten, der keine heimliche oder bewaffnete Aktionen gegen das saudi arabische Regime vorgenommen und in seinen Reden nur die Anerkennung der Grundrechte der schiitischen Minderheit in diesem Land gefordert hat, liegen ganz bestimmte politische Absichten zugrunde.  Scheich Nimr war in keiner Weise eine Gefahr für das Regime in Riad.

Welche Ziele hatte das saudische Herrscherhaus im Auge, dass es bereit war,  die schweren Konsequenzen der  Hinrichtung des in Saudi Arabien und der Islamischen Welt angesehenen schiitischen Gelehrten in Kauf zu nehmen?

Es ist eine Tatsache, dass nach dem Tod von Malik Abdullah und der Machtübernahme von Malik Salman ein Team von saudischen Prinzen an die Macht gelangt sind, die alles in Saudi Arabien und in der Region  aus einer engstirnigen Sicht heraus und mit Geld und Gewalt und Waffen durchsetzen wollen, darunter auch ihre Ziele.  Sie glauben, sie könnten  ihre radikalistische und patriarchalische   Politik  bezüglich der arabischen Länder  durch Herstellung von nahen Beziehungen zu westlichen Staaten, die behaupten die Demokratie zu verteidigen, und zu  einigen machtbestrebten Ländern in der Region, wie die Türkei, vorantreiben. 

Deshalb lehnen sie strikt den positiven Einfluss der Islamischen Republik Iran in der Region und die Herstellung von Stabilität und Sicherheit und den Kampf gegen den Terrorismus ab und behaupten, Iran würde sich in den arabischen Staaten einmischen. Aufgrund dieser Sichtweise haben sie in den vergangenen Jahren eine Front gegenüber der Achse des Islamischen Widerstandes, die sich gegen das Besatzerregime in Tel Aviv und die Terrorgruppen wehrt, aufgebaut.

Nachdem die saudische Regierung nicht an ihre Ziele in Syrien, Irak und Jemen , die es mit Unterstützung der extremistischen Terrorgruppen verfolgte, gelangt ist, fürchtet es sich nicht mehr davor, dass die Bildung der saudisch-türkischen-zionistischen Achse gegenüber der Achse des Islamischen Widerstandes ans Tageslicht kommt.

                       

Saudi Arabien und die Türkei haben  immer gegenüber der Islamischen Welt und besonders den  arabischen Staaten so getan, als würden sie das  unterdrückte palästinensische Volk gegenüber den zionistischen Besatzern verteidigen.   

Aber das saudische Herrscherhaus hat nur einen Tag nach der Abreise des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan aus Riad und der Bekanntmachung des strategischen Zusammenschlusses beider Länder zum Vorantreiben ihrer Ziele  den engagierten schiitischen Gelehrten Scheich Nimr hinrichten lassen.

Diese Hinrichtung erfolgte in einer Zeit, in der sich auf dem Kriegsschauplatz in Syrien und Irak Veränderungen ereignet haben. Die von Saudi Arabien und der Türkei unterstützten Terrorgruppen in verlieren nämlich ihre Stellungen. 

Im Irak gelang es den Volks- und Armeekräften die Stadt Ramadi, Zentrum der Provinz Al Anbar, aus den Händen der IS-Terroristen zu befreien und in Syrien haben ebenso  Armee-und Volkskräfte viele Gebiete befreit, die bisher unter Kontrolle der Terrorgruppen waren. Außerdem konnten sie Zahran Alloush, Anführer der Terrorgruppe Dschaisch al Islam, die auch von den Saudis unterstützt wird,  töten.  Diese Erfolge und die Eliminierung von Anführern der Terrorgruppen ist ein Zeichen für das Scheitern derjenigen, die in den letzten fünf Jahren in Syrien und Irak Krisen geschürt haben.

Das saudische Regime hat  auch in Jemen  nach circa 10 Monaten Bombardierung nicht seine anfänglichen Ziele u.a. Fortsetzung seines Machteinflusses,  erreichen können.  Der Mord an den Frauen und Kindern in Jemen hat  der Stammesherrschaft in Riad und ihren westlichen Unterstützern nur Schande bereitet.

In einigen politischen und Medienkreisen in Europa  wird ernsthaft davon gesprochen, dass Saudi Arabien den Terrorismus und Extremismus in der Region verbreitet  und der Extremismus  bekämpft werden kann, wenn die westlichen Regierungen ihre Beziehungen zu der saudischen Stammesherrschaft ändern.  Bislang ist Saudi Arabien für die westlichen Regierungen, die  behaupten die Demokratie zu verteidigen, allerdings eine große Schatzkammer gewesen  und es hat für sie keine Rolle gespielt, welches Regime dort herrscht und dass es gegen die Menschenrechte verstößt.  Saudi Arabien ist der größte Erdölbesitzer und –Exporteur der Welt.  Einen großen Teil seiner Devisen gibt Saudi Arabien für den Kauf von westlicher Militärausrüstung, die sie zur Unterdrückung der Völker in der Region einsetzt, aus.

Der Druck der westlichen Öffentlichkeit ist noch nicht so groß, dass sich die westlichen Regierungen veranlasst fühlten, ihre Beziehungen zu Saudi Arabien zu revidieren.

Auch wenn  den westlichen Regierungen wegen der wachsenden  Informations- und Kommunikationsnetze Schranken bei der Manipulation  der Öffentlichen Meinung auferlegt sind, versuchen sie diese irgendwie von ihrer Politik im Nahen Osten abzulenken.  Was für sie in dieser Region nicht wichtig ist, sind Menschenrechte und Demokratie.  Das ist den Herrschern in Riad nicht entgangen, sonst hätten sie nicht unter den jetzigen Umständen, wo Saudi Arabien in der Öffentlichen Meinung als Verbreiter von Extremismus und Gewalt verurteilt wird, das Todesurteil an Scheich Nimr vollstreckt.  

Trotzdem die Saudis von den westlichen Regierungen unterstützt werden, und einige Länder in der Region mit ihnen kooperieren, erntet ihre  Politik immer mehr ernsthafte Misserfolge in der Region.    Deshalb greift Riad zu Maßnahmen, die aus der Sicht einiger Analytiker einer Art politischen Selbstmordes gleichkommen, wie die Hinrichtung von  Scheich al Nimr .Die Saudis wollen mit dieser Untat das Feuer der Zwietracht zwischen den Islamischen Rechtsschulen schüren,  um ihre eigenen Ziele weiterzuverfolgen.   Das saudische Herrscherhaus verfolgt mit diesem Schritt Ziele außerhalb der Grenzen seines Landes, aber die negativen Folgen werden schließlich auf die Saudis zurückkommen. 

 

Das Verhalten der Saudis lässt sich in etwa mit dem von Saddam im Irak vor circa 40 Jahren vergleichen. 

 

 Auch der Diktator Saddam hat, indem er schiitische Gelehrte foltern und hinrichten ließ, versucht, sein Regime zu festigen  und gab den Ländern in seiner Nachbarschaft zu verstehen,  welche Rolle er im  Nahen Osten übernehmen wolle.  Saddam wurde nach dem Sieg der Islamischen Revolution im Iran von den beiden Supermächten West und Ost und deren Satellitenstaaten unterstützt.  Der damalige irakische Diktator hat mit dieser Rückdeckung die Islamische Republik Iran angegriffen. Wie es ihm letztendlich erging, weiß jeder.

Saddam ließ in einer Zeit bekannte Religionsgelehrte hinrichten, an ihrer Spitze Imam Baqir Sadr, als es noch nicht diese explosionsartige Entwicklung im Kommunikationswesen gab. Viele seiner Verbrechen sind erst nach seinem Sturz ans Tageslicht gekommen.  Aber heute leben wir in einer Welt in der alle Maßnahmen von Regierungen von der Weltöffentlichkeit beobachtet werden.  Deshalb konnten einige westliche Politiker gegenüber den Fragen ihrer Bürger über die Hinrichtung von Scheich Nimr nicht schweigen. Allerdings haben die Politiker im Westen  das damals, als Saddam im Sinne ihrer Nahost-Strategien  Region handelte,  getan,  ihn nicht kritisiert und ihn vor den internationalen Gremien sogar verteidigt.

 

 

 

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