Diese Webseite wurde abgebrochen. Wir wechseln auf Pars Today German.
Montag, 07 September 2015 04:54

Diesjähriger Bericht der Weltbank über internationale Entwicklung

Symbolbild Symbolbild
In diesem Beitrag werden die Werte für die internationale Entwicklung im Bericht der Weltbank von 2015 betrachtet.

Die Datenabteilung für die Entwicklung gibt jährlich einen Bericht über den internationalen Stand der Entwicklungsindizien heraus.  Dieser Bericht ist in etwa die Zusammenfassung der statistischen Angaben für die Wirtschaft der Mehrheit der Staaten.  Der Bericht betrachtet in mehreren  Abschnitten verschiedene Themen, nämlich die internationalen Zukunftsperspektiven, die Bevölkerung, Umwelt, Wirtschaft, Regierung und Markt, sowie die internationale Partnerschaft. Jeder Abschnitt des Berichtes legt mehrere Tabellen mit einer Anzahl von variablen Größen für die verschiedenen Länder vor. 

Der Weltbank-Bericht unter der Bezeichnung internationale Entwicklungsindizien 2015  ist 171 Seiten stark. 

  Der erste Teil des Weltentwicklungsberichtes befasst sich mit den internationalen Perspektiven. Es ist eine Art Zusammenfassung des ganzen Berichtes, weil er die Hauptindizien in den verschiedenen Bereichen enthält.  In diesem Teil werden die internationalen Fortschritte in Richtung der Entwicklungsziele des Jahrtausends untersucht. Außerdem werden die Maßnahmen der Weltbank hinsichtlich zwei wichtiger Ziele bewertet,  nämlich Beseitigung von extremer Armut bis 2030 und Verbesserung des Lebensstandards.

 

In dem Teil „Bevölkerung“ werden die Variablen für Wachstum und Bevölkerungszahl, Beschäftigung, Armut und Einkommensverteilung, Bildung und Gesundheitswesen einer Gesellschaft untersucht.  Der Abschnitt der die Umwelt betrifft unter anderem die Bevölkerung in ländlichen Gebieten und den Agraranbau, die Agrarressourcen und Erzeugnisse und Rentabilität, die Zerstörung von Wald und die biologische Vielfalt,  Süßwasser und Wasserverschmutzung, Energiegewinnung und -verbrauch usw.

Der Abschnitt „Wirtschaft“ bezieht sich auf  die jüngste  Wirtschaftspolitik der Entwicklungsländer, das Produktionswachstum und die Strukturen der Industrieproduktion, den  Warenimport und Export, wachsender Konsum und Investitionen, Finanzmittel der Zentralregierungen und deren Einnahmen und derzeitigen Ausgaben.

Der fünfte Teil des Berichtes betrachtet den Privatsektor im Rahmen der Wirtschaft der Länder, die Arbeitsumwelt, die Steuerpolitik, Steuerausgaben, allgemeine Politik und Politik von Institutionen, die Dienstleistungen im Transportwesen, Stromversorgung und Kommunikationen, der Wissenschaft und Technik und weitere.

Schließlich werden im letzten Abschnitt des Weltentwicklungsberichtes  und dem Stichwort “internationale Beziehungen“ Dinge wie die Übereinstimmung mit der Weltwirtschaft und das Wachstum des Warenaustausches behandelt. 

Die Millennium Entwicklungsziele,  abgekürzt MDGs, sind folgende 8 Ziele, die bis 2015 erreicht sein sollen, um den wichtigsten Probleme auf dem Weg der internationalen Entwicklung gerecht zu werden, und zwar:

 Beseitigung extremer Armut und Hunger, Primärschulausbildung für alle, Verstärkung und Gleichstellung der Geschlechter und Stärkung der Rolle der Frauen,  Reduzierung der Kindersterberate und Verbesserung der Gesundheitsversorgung von Müttern, die Bekämpfung von Aids, Malaria und weiteren Krankheiten, eine Sicherstellung der ökologischen Nachhaltigkeit  und Aufbau der internationalen Partnerschaft für die Entwicklung.

Zu Beginn des Berichtes der Weltbank wird angesichts der Daten in den Entwicklungsländern auf die Reduzierung der Armut als eines der wichtigsten Ziele für das Millennium  hingewiesen.

Der Wert der  Kennzahl  für extreme Armut in Entwicklungsländer ist  auf 13,4 Prozent zurückgegangen. Er betrug 1990 noch 43,6 Prozent, d.h. es konnte eine Rückgang von fast zwei Dritteln erzielt werden. Laut Bericht ging die Abnahme der Armut in diesen Ländern rascher als erwartet vonstatten, insbesondere in den ostasiatischen Ländern und in Ozeanien.   

Gemäß diesem Bericht und auf der Grundlage von einem Einkommen von 25,1  Dollar am Tag  sind im Zeitraum 1990 bis 2015 mehr als eine Milliarde Menschen aus der absoluten Armut befreit worden.  Die Rate für absolute Armut betrug im Nahen Osten 2005  3 Prozent und 2011 1,7  Prozent. Aber es wird für dieses Jahr wegen der Krisen in der Nahostregion mit einem Anstieg der  absoluten Armutsrate auf  2 Prozent gerechnet. Circa  7 Millionen Einwohner dieser Region leben in  absoluter Armut.

Während in den meisten Gebieten eine Verbesserung hinsichtlich der Unterernährung eingetreten ist, hat sich die diesbezügliche  Rate im Nahen Osten verschlechtert. Der Prozentsatz von Personen, die dort unterernährt sind, betrug in den 90iger Jahren 8 Prozent, d.h. die Hälfte der Rate von Lateinamerika. Aber jetzt ist diese Rate – nach 25 Jahren- gestiegen und beträgt mehr als in Lateinamerika.  Außer in Afrika und dem Nahen Osten hat dieses Indiz aber die gewünschte Rate erreicht.

                                

Die Elementarschulbildung  ist ebenso eines der Millennium Entwicklungsziele. In den Entwicklungsländern hat die Rate für die Primärschulbildung 91 Prozent erreicht.  Im Süden der Sahara  und teilweise in Ostasien  liegt die Rate noch hinter den internationalen Zielsetzungen zurück, auch wenn einige Maßnahmen ergriffen wurden.  Aber insgesamt gesehen hat Ostasien,  Ozeanien, Europa und Mittelasien  den Zielwert erreichen oder sich ihm nähern können.

Bei der Schulausbildung  machte die Zahl der Schülerinnen  in den südasiatischen Ländern 1990 nur circa 68 Prozent von der Zahl der Schüler aus, was für große Ungleichheit zwischen den Geschlechtern sprach. Doch diese Rate hat sich bis 2012 auffällig verbessert.

Während in den europäischen Ländern 47 Prozent der Berufstätigen in der Landwirtschaft Frauen sind, beträgt dieser Prozentsatz im Nahen Osten nur 17 Prozent, die niedrigste Rate im Vergleich zu allen anderen Ländern. In Ostasien sind es 41 und in Südasien circa 20 Prozent.

Gemäß den Angaben in diesem Bericht hat sich die Kindersterberate unter 5 Jahren  in den Entwicklungsländern um die Hälfte reduziert.  Während 1990 noch 99 Kinder von je 1000 Kindern unter 5 Jahren starben ist diese Ziffer 2013 auf 50 gesunken.  Einige Länder aber konnten noch nicht den vorgegebenen Wert der  Millenniumziele erreichen, nämlich Senkung der Kindersterberate unter 5 Jahren  um Zwei Drittel bis 2015.

 

Auch die Sterberate bei Müttern nimmt   in den Entwicklungsländern kontinuierlich ab.  1990 starben noch 430 Mütter bei 100.000 Lebendgeburten und 2013 war die Zahl auf 230 bei gleicher Anzahl von Lebendgeburten zurückgegangen. Aber diese Angaben entsprechen noch nicht den Millennium Entwicklungszielen.  Zwischen 1990 und 2015 sollte die Müttersterblichkeitsrate um drei Viertel gesenkt werden.  In der Subsahara Afrikas und in Südasien ist die Müttersterblichkeit noch immer groß.

Gemäß dem Bericht der Weltbank weist die Rate der HIV-Infizierten auf der Welt keinen erheblichen  Rückgang auf.  Zwar verbessert sich die Lage in afrikanischen Ländern, die bislang sehr tragisch war, aber der Rückgang geht langsam vor sich. Die Verbreitungsrate von Aids beträgt unter der Altersgruppe 15 bis 49  besorgniserregende 4 Prozent. Unterdessen ist im Nahen Osten überhaupt kein Rückgang in den letzten Jahren zu verzeichnen.

 

In den Entwicklungsländern ist  die Zahl der Menschen, die Trinkwasser zur Verfügung haben, von 70 Prozent im Jahre 1990 auf 87 Prozent im Jahre 2012 gestiegen.  Die  Anzahl von Menschen, die  Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Anlagen haben,  stieg von 35 auf 57 Prozent.  2.5 Milliarden Menschen haben jedoch noch keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.  Die diesbezüglichen Millennium Entwicklungsziele   sind noch nicht erreicht, was  auch mit dem   großen Unterschied zwischen dem Leben in Städten und Dörfern zu tun hat. 

 Da  einige der Millennium Entwicklungsziele   nicht erreicht wurden, haben Vertreter und Experten aus allen Ländern vor kurzem ein ehrgeiziges Programm unter der Bezeichnung „Lasst uns unsere Welt ändern – ein Programm für kontinuierliche Entwicklung bis 2030“ verabschiedet. Dieses Programm verfolgt bis 2030 insgesamt  17 Grundziele der Entwicklung. Das erste lautet: Beendigung der Armut in jeder Form und auf der ganzen Welt.  Außerdem soll der Zugang zur medizinischen Pflege und zur Schulbildung verbessert werden  und die Lohn – und Gehaltsgleichheit bei Männern und Frauen verbreitet werden.  Dieses Programm fordert die Stabilisierung von Produktion- und Verbrauchsmethoden und  wirbt für den Frieden und eine offene Gesellschaft für alle.

Mit der Verwirklichung der 17 Ziele dieses Programmes für eine kontinuierliche Entwicklung bis 2030 soll am 1. Januar 2016 begonnen werden.  Es bleibt den Ländern überlassen, ob sie dieses Programm durchführen und jedes Land wählt selber den Mechanismus zur Erreichung dieser Ziele.  Zugleich muss dieses Programm laufend anhand von festen Indikatoren geprüft und beobachtet werden.

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren