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Mittwoch, 26 September 2012 10:12

Der Finanzkrieg, eine Insel und ein Film

Dr.Yavuz Özogus Dr.Yavuz Özogus
 Kommentar vom Fuß des iranisch-deutschen Berges (57)Von: Dr.Yavuz Özogus


Im Namen des Erhabenen
Seit Jahren wird von der Gefahr des Ausbruchs eines dritten Weltkrieges spekuliert. Dabei hat jener Weltkrieg schon längst begonnen, ohne dass es die Beteiligten zugeben wollen.
Was derzeit in der Finanzwelt passiert, kann zweifelsohne als eine neue Form des Weltkrieges bezeichnet werden. Die USA haben die Druckpresse angeschmissen und drucken unbegrenzt Geld. Europa ist nachgezogen und druckt unbegrenzt Geld. Japan tut dasselbe. Normalerweise müsste eine derartige Vorgehensweise dazu führen, dass es eine völlig unkontrollierbare Inflation mit verheerenden Folgen für die beteiligten Bevölkerungen gibt. Aber das würde nur dann eintreten, wenn das gedruckte Geld die Bevölkerung auch erreichen würde. Tatsächlich erreicht das unbegrenzt gedruckte Geld nur eine kleine Elite von Reichen, die den Hals nie voll genug bekommen kann. Jene Elite deckt sich ein mit Immobilien und anderen Wertgegenständen wie Gold usw. die in den letzten Jahren tatsächlich eine unvorstellbare Inflation erlebt haben. So hat sich der Goldpreis in nur drei Jahren verdoppelt, genau so wie der Silberpreis. Bei anderen Rohstoffen ist es ähnlich. Doch hier wird nicht von Inflation gesprochen, sondern von “Wertsteigerung“. So kommt gar nicht der Eindruck auf, dass der “kleine Mann“ von einem Markt gedrängt wird, den sich wenige Reiche und Mächtige der Welt unter sich aufteilen. Jene „Oberschicht“ der Bänker ist genauso, wie es Imam Ali in seinem Regierungsauftrag an Malik al-Aschtar beschreibt: „Denn keiner von den Untertanen ist für den Gouverneur schwerer zu ertragen und lästiger im Streben nach Komfort, am wenigsten hilfreich in (Zeiten) der Heimsuchung, denen Gerechtigkeit mehr zuwider ist, aufdringlicher im Bitten, undankbarer für die Gabe, am wenigsten bereit, Gründe (für geringere Lebensqualität) zu akzeptieren in (Zeiten) des Mangels, mit der schwächsten Standhaftigkeit in unruhigen Zeiten als die Oberschicht.“
Die durch die neue Verschuldung entstehenden Zinsen muss vor allem der „kleine Steuerzahler“ zahlen. Und dabei geht es schon lange nicht mehr so glimpflich aus, wie uns manche Medien glauben lassen wollen. In den USA ist inzwischen die Hälfte der Bevölkerung verarmt! Die Armenküchen in den USA versorgen mehr Menschen, als in vielen sogenannten “armen“ Ländern. In Griechenland ist die Krankenversorgung der einfachen Bevölkerung aus finanziellen Gründen zusammengebrochen. Portugal hat erst diese Woche die Steuern derart dramatisch erhöht, dass es zu Massenprotesten kam mit zahllosen Verletzten! In Spanien läuft ein ähnliches Szenario ab. Der sogenannte europäische Schutzschirm hat mit sogenannten Hebelwirkungen inzwischen eine Größe von 2 Billionen Euro erreicht, wobei selbst die Macher jener Entwicklung wohl nicht mehr so genau wissen, was sie dort eigentlich tun. Denn eines der wesentlichen Gründe für den immer schnelleren Zusammenbruch des Weltfinanzsystems liegt in den unzähligen “Hebelprodukten“ der Banken, mit denen sie extrem schnell extrem viel Geld an sich gerissen haben. Und mit genau jenem Finanzelement wollen jetzt die europäischen Regierungen am Gängelband der Banken das Problem angeblich bekämpfen?!  
Die Geschehnisse in der Finanzwelt können als eine Art dritter Weltkrieg bezeichnet werden, wobei die Auswirkungen auf die Menschen zeitverzögert immer deutlicher werden. Doch während dieser Finanzkrieg im Hintergrund immer dramatischere Ausmaße annimmt und die Weltwirtschaft erschüttert, lässt die Westliche Welt als Hauptverantwortlicher für diesen dritten Weltkrieg, andere Geschehnisse in den Vordergrund rücken. Ein drittklassiger Film, der den Islam, die Muslime und zahllose Heiligkeiten beleidigt, wird zum Zankapfel. Als “Front“ wird ein Gegensatz zum Islam und den Muslimen angegeben. Aber eigentlich verläuft die Front direkt durch die Westliche Welt selbst. Denn hier wird im missbrauchten Namen der sogenannten Meinungsfreiheit das eigentliche Weltproblem auf einen Sündenbock verlagert, der damit absolut nichts zu tun hat. Das Ausmaß der Heuchelei erreicht dabei Zustände, bei denen man von einem Verbrechen sprechen muss. Würde auch nur ein annähernd schlimmer Film über den Holocaust, das Judentum in Deutschland oder etwas anderes, was der Westlichen Welt wirklich heilig ist, gedreht werden, wüsste die Westliche Welt sehr schnell, wie sie die Ausbreitung verhindern könnte, einmal abgesehen davon was den Machern des Filmen blühen würde.
Doch das Ausmaß der Finanzkrise ist nicht mehr allein mit dem Sündenbock Muslime abzufangen. In Deutschland hat nach Sarrazin ein weiterer SPD-ler ein offensichtlich undifferenziertes Hassbuch gegen Muslime geschrieben. Die Probleme die dabei angesprochen werden (Schulverweigerung mancher Migrantenkreise, Macho-Gehabe mancher Migrantenmänner, Unterdrückung der Frauen, Hasstiraden gegen Einheimische usw.), können niemals gegen den Islam und die Muslime, sondern nur mit ihnen zusammen gelöst werden. Mit solchen Werken wird zwar der Sündenbock im Bewusstsein der Bevölkerung wach gehalten, aber nach und nach dämmert es in allen Bevölkerungen, dass man die Migranten kaum für die Ausbeutung durch die Bankenwelt verantwortlich machen kann. Die Summen, mit denen Banken gerettet werden sollen, übersteigen sämtliche Sozialleistungen an alle Migranten und einheimischen Armen der letzten Jahrzehnte zusammen bei Weiten!
So sehr die Sündenbockpropaganda aufrechterhalten werden muss, so wenig taugt sie, das Finanzdesaster abzufangen. Sie dient nur noch dazu, große Bevölkerungsteile gegeneinander aufzuhetzen, um die Macht nicht aus der Hand an das Volk zu verlieren. Doch die Finanzkrise, die schon längst Weltkriegsausmaße hat, kann nur noch mit einem erheblich größeren Krieg buchstäblich “zerstört“ werden.
 
Die täglichen Kriegsdrohungen gegen den Iran durch die gesamte Westliche Welt haben genau das Gegenteil von dem bewirkt, was eigentlich angestrebt wurde. Nicht der Iran, sondern die USA und damit die Westliche Welt sind weltweit verhasst, was insbesondere für Exportwirtschaften mittelfristig ein großes Problem darstellt. Und da allein der Sündenbock Islam bzw. Muslime “bestenfalls“ die eigenen Bevölkerungen beruhigen kann, nicht aber den Finanzweltkrieg löst, werden andere Feuerstellen gezündelt. Plötzlich tauchen, wie aus dem Nichts, einige Inseln auf, die bisher wohl kaum jemand kannte, um die sich gleich drei Staaten uneinig sein wollen: Japan, China und Taiwan. Doch China ist nur indirekt in das Finanzchaos verwickelt durch die enormen Exportüberschüsse. Ein Bankensystem, dass die eigene Bevölkerung knebelt, gibt es dort nicht. Und die Überschüsse wurden weitsichtig in Europa und anderen Ländern investiert. Japan ist zwar ein hundertprozentiger Verbündeter der Westlichen Welt, aber selbst dort sind die USA am verhasstesten. Und Taiwan tut ohnehin nur, was die USA ihnen befehlen.
Der dritte Weltkrieg hat schon längst begonnen. In Syrien kämpfen die “Blöcke“ schon direkt gegeneinander. In Libyen findet ein Guerillakrieg statt. Viele Ländern sind in ein Chaos gestürzt und wissen nicht ein noch aus. Die einzige noch lebendige Ideologie, die den westlich-kapitalistischen Imperialismus ernsthaft bedroht, ist der Islam. Und so besteht die neue Taktik der USA in den muslimischen Ländern darin, den Islam mit Muslimen zu bekämpfen. Zwar regiert z.B. in Ägypten formal eine muslimische Regierung. Aber ohne die täglichen Weizenlieferungen aus den USA würde die Bevölkerung verhungern, und so ist die Regierung gezwungen Dinge zu tun, die aus Sicht des Islam zweifelhaft sein können.
Wenn man versucht die Medien der Westlichen Welt auch zwischen den Zeilen genau zu studieren, wird man feststellen, dass die “Macher“ jener Verbrechen in dieser Welt, die alle Menschen nur ausbeuten, längst um der Ausweglosigkeit ihrer Situation wissen und nur noch nach der “Explosion“ suchen, mit der sie ihr unterdrückerisches Finanzsystem neu starten können, wie sie es schon mehrfach neu gestartet haben. Und interessant dabei ist, dass jene Verbrecher, die ein halbes Jahrhundert lang den Zionismus und Israel als Speerspitze gegen den Islam aufgebaut und genutzt haben, inzwischen offensichtlich bereit wären, selbst Israel zu opfern, wen es ihre Probleme nur halbwegs lösen würde. Insofern müssen sich die meisten Juden in Deutschland darüber im Klaren werden, dass auch sie – und ihre uneingeschränkte Solidarität mit allen Verbrechen des Zionismus – nur missbraucht wurde, um die Hegemonialmacht aufrecht zu erhalten. Sobald es aber nichts mehr nützt bzw. es nützlicher ist, ohne Israel zu “kalkulieren“, sind die Tage Israels gezählt.
Bedeutsam bei allen diesen Dingen ist es, die globalen Weltzusammenhänge und auch die historischen Zusammenhänge zu verstehen. Vor einigen Jahren wurde im Internet eine Aussage der Rockefellers zum Feminismus verbreitet. Dabei soll Nicholas Rockefeller Folgendes gesagt haben: „Der Feminismus ist unsere Erfindung aus zwei Gründen. Vorher zahlte nur die Hälfte der Bevölkerung Steuern, jetzt fast alle weil die Frauen arbeiten gehen. Außerdem wurde damit die Familie zerstört und wir haben dadurch die Macht über die Kinder erhalten. Sie sind unter unserer Kontrolle mit unseren Medien und bekommen unserer Botschaft eingetrichtert, stehen nicht mehr unter dem Einfluss der intakten Familie. In dem wir die Frauen gegen die Männer aufhetzen und die Partnerschaft und die Gemeinschaft der Familie zerstören, haben wir eine kaputte Gesellschaft aus Egoisten geschaffen, die arbeiten (für die angebliche Karriere), konsumieren (Mode, Schönheit, Marken), dadurch unsere Sklaven sind und es dann auch noch gut finden.“ Es ist für uns nicht nachprüfbar, ob jene Aussage wirklich von Rockefeller stammt. Aber der Zusammenhang zwischen Feminismus, Familie, Bankensystem, Weltkrieg usw. trifft inhaltlich zu, völlig unabhängig davon, wer jene Aussage von sich gegeben hat.
Wer Deutschland vor diesem Abgrund retten will, wer Deutschland halbwegs unbeschadet aus dem dritten Weltkrieg heraushalten will und unsere gemeinsame Heimat Deutschland schützen will, der kann dies nur und nur noch mit den einheimischen Muslimen tun. Die praktizierenden Muslime verkörpern noch die intakte Familie. Sie lehnen den Imperialismus ab. Sie lehnen ein virtuelles Finanzsystem ab und treten für Realwerte ein, ohne Hebel und Gelddruckmaschinen. Sie treten gegen die verheerenden Zinsen ein. Sie setzen sich gegen Atomwaffen auf deutschem Boden ein, ein Bestreben, bei dem der deutsche Außenminister so kläglich allein gelassen wurde vom Rest der Republik! Und vor allem treten sie für den Schutz der Heimat, der Nachbarschaft und für die Nächstenliebe ein. Deutschlands Zukunft ist – in welcher Form auch immer – nur zusammen mit Muslimen möglich. Wer das früh erkennt, der wird entsprechend früh die notwendigen Kontakte knüpfen und so zum Schutz der eigenen Heimat beitragen. Und in der Befreiung vom Imperialismus, in dem Streben nach wahrer Unabhängigkeit kann Deutschland in der Kooperation mit der Islamischen Republik Iran ebenfalls viel lernen und lehren.
Mit Muslimen wird eines Tages – so Gott will – auch der Artikel 146, den letzten Artikel des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland verwirklicht werden können, ein Artikel, den die meisten Volksvertreter gar nicht kennen! Deutschland dürfte das weltweit einzige Land sein, bei dem die gewählten Volksvertreter mehrheitlich nicht den Befreiungsartikel des eigenen Grundgesetzes kennen. Aber auch das kann in einer echten Kooperation mit gebildeten Muslimen überwunden werden.
Zumindest die von Jesus gelehrte Nächstenliebe aber kennen noch einige Volksvertreter. Und die Muslime im Land müssen sie vorleben – so Gott will!

 


 Dr. Yavuz Özoguz
(Wissenschaftlicher Leiter der Enzyklopädie des Islam - eslam.de)
Schilfweg 53
D-27751 Delmenhorst
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