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Donnerstag, 07 Juni 2012 11:09

Herrenmenschenjournalismus gegen Syrien

Herrenmenschenjournalismus gegen Syrien
Kommentar vom Fuß des iranisch-deutschen Berges (41)Von:Dr.Yavuz Özoguz


Im Namen des Erhabenen

Die Westliche Welt hat einen multidimensionalen Krieg gegen Syrien eröffnet der von übelster Propaganda bis hin zum Einsatz von Terroristen im Land reicht. Dabei spielt es für die Westliche Welt keine Rolle, in wie weit die Christen im Land unter jenen Maßnahmen schwer zu leiden haben. Selbst die Hilferufe der Christen aus Syrien, die eindringlich davor warnen, die vom Ausland gesteuerten “Aufständischen“ zu unterstützen, wurden bisher systematisch ignoriert! Die Westliche Welt kennt weder Religion noch Menschlichkeit wenn es um die Durchsetzung kapitalistischer Interessen geht, insbesondere wenn sie mit denjenigen des Zionismus korrespondieren.
Trotz offenem Kriegszustand sollte man annehmen, dass auch die Propaganda gewisse Grenzen hat. Jene Grenzen sind sicherlich nicht darin begründet, dass es jegliche Schamgrenze für Hofjournalisten des Kapitalismus gäbe, die nicht überschritten werden können; solche Grenzen haben hiesige Journalisten nicht! Vielmehr könnten jene Grenzen darin begründet sein, dass die eigene Leserschaft gewisse Verhöhnungsgrenzen hat, so dass man selbst der eigenen Leserschaft nicht jede Lüge, jede Propaganda und nicht das gesamte eigene Herrenmenschendenken aufzwingen kann.
 Doch viele Journalisten der Westlichen Welt, die dem Kapitalismus ewige Treue geschworen haben und sich täglich mehrfach vor dem Altar des kapitalistischen Imperialismus niederwerfen, kennen selbst solche Grenzen nicht. Ihnen ist es egal, wie das eigene Volk denkt, denn das eigene Volk hat nicht zu denken. Nach Vorstellung derartiger Journalisten hat das Volk die Meinung zu übernehmen, die die “Meinungsmacher“ ihnen auferlegen. Und so wird die Nachricht einer Selbstverständlichkeit zu einem Spiegelbild des westlichen Herrenmenschendenkens.
Vor wenigen Wochen haben gleich mehrere europäische Staaten zusammen mit ihren Oberen in den USA die Botschafter Syriens ausgewiesen. Dieser völkerrechtswidrige Akt hat – wie nicht anders zu erwarten – keinerlei Kritik der eigenen Journalisten bewirkt. Die Politik der Westlichen Welt ist keinem Völkerrecht unterlegen, sondern das Völkerrecht, das Internationale Recht, das Menschenrecht und überhaupt jegliches Recht dieser Erde hat sich gefälligst der eigenmächtigen Interpretation der Westlichen Welt unterzuordnen. Hohepriester jener tyrannischen Rechtsauslegung sind die jeweils amtierenden Politiker der Westlichen Welt und ihre Journalisten. So weit so schlecht.
 
Nun gehört es zu den normalsten Spielregeln eines diplomatischen Miteinanders bzw. Gegeneinanders, dass wenn ein Land einen Diplomaten ausweist, dass dann das betroffene Land sich mit genau jener Maßnahme revanchiert. Das war z.B. mehrere Jahrzehnte das Verhalten der beiden Blöcke, die die Welt unter sich aufgeteilt haben, im Verhältnis zueinander. Jetzt gibt es nur noch eine “Weltmacht“, und die geht davon aus, dass sich der Rest der Welt – freiwillig oder notfalls gezwungen – ihr zu unterwerfen hat. Insofern sind gleichgewichtige Reaktionen der Diplomatie gegenüber der Westlichen Welt überhaupt nicht vorgesehen. Für manche westliche Journalisten ist es geradezu ein Ding der Unmöglichkeit, dass ein nichtwestlicher Staat die Westliche Welt genau so behandelt, wie die Westliche Welt jenes Land behandelt. Schließlich ist der eine Herr und der andere Diener in den Vorstellungen jener Journalisten. Es gibt Hunderte von Beispielen für diese Denkweise in Hunderten von Artikeln.
 
Jüngstes Beispiel für dieses Herrenmenschendenken ist – wie bereits erwähnt - die Ausweisung syrischer Botschafter aus der Westlichen Welt vor wenigen Wochen. Eigentlich müsste man annehmen, dass prompt als Antwort die Ausweisung der entsprechenden Botschafter aus Syrien folgen würde. Aber Syrien hat nicht spontan reagiert sondern eine Weile überlegt. Erst danach kam es zur Ausweisung der westlichen Journalisten. Und wie reagieren manche westliche Journalisten, deren Tastaturen inzwischen derart blutverschmiert sind, dass sich jeder “normale“ Mensch sich davor ekeln würde, solch eine Tatstatur zu berühren?  Er stilisiert jene Gegenausweisung zum Skandal (nicht aber die erste Ausweisung durch die Westliche Welt). Hier einige Schlagzeilen dazu aus der Skandalpresse:
 
-          Assads ProvokationSyrien erklärt westliche Botschafter für unerwünscht (Focus)
-          Assads Provokation: Syrien erklärt westliche Botschafter für... (Focus), der Titel wurde im Nachhinein geändert!
-          Deutscher Diplomat ist in Syrien unerwünscht (Berliner Morgenpost)
 
Die allerwenigsten Artikel zum Thema machen in der Schlagzeile deutlich, was eigentlich geschehen, ist. Zu den sachlichen Quellen gehören hierbei die Süddeutsche Zeitung und die Tageschau: „Retourkutsche aus Damaskus“ (Tagesschau).
 
Während bei obiger Meldung nicht alle derart absurd mitziehen, ist es anders bei einer heutigen Meldung, die ausnahmslos von der gesamtem “Mainstream-Presse“ wiedergegeben wird. Vor wenigen Tagen haben die USA nach eigenen Angaben die angebliche Nummer “Zwei“ des Terrornetzwerkes Al-CIAdas völkerrechtswidrig mit Drohnen auf fremden Boden ermordet. Heute steht in allen Medien, dass die USA jenen Mord “bestätigen“. Sollte einer der “Untertanen“ der USA irgendetwas anrichten, dann bedarf es einer unabhängigen Bestätigungsquelle. Wenn aber der Kaiser der Kaiser, sozusagen der Schah-in-Schah des Kapitalismus, Imperialismus und Zionismus irgendetwas in dieser Welt anrichtet, dann gibt es nur einen, der das bestätigen kann und darf, nämlich er selbst. Bei solch einer Meldung dürfen auch keine Nachfragen folgen. So könnte man z.B. nachfragen, wie viele Nummer “Zweis“ es bei der Al-CIAda so gibt und wer derzeit die Nummer “Eins“ ist. Wäre es nicht hilfreich, wir wüssten deren Namen, bevor sie umkommen und uns dann als Nummer soundso vorgestellt werden?
 
Was aber hat die zweite Meldung mit der ersten zu tun? Das Problem bei der Syrienpropaganda besteht darin, dass die sogenannten Rebellen inzwischen ihre offene Freundschaft zu Israel und Feindschaft zum Iran und zur Hizbullah erklärt haben, was selbst die hartgesottensten Anhänger des Salafismus zumindest ins Grübeln gebracht hat, wer hier eigentlich gegen wen kämpft. Und in der Westlichen Welt gibt es inzwischen so viele alternative Meldungen zu Syrien, dass zumindest die in der Thematik vertieften Interessierten sehr genau wissen, dass die USA und al-CIAda in Syrien Schulter an Schulter kämpfen. Und da liegt die Vermutung nahe, dass es nicht nur in Syrien der Fall ist. Insofern “musste“ wieder einmal eine weitere Nummer Zwei dran glauben.
 
Diese Art des unkritischen Kriegsjournalismus kann nur mit dem Begriff Herrenmenschenjournalismus beschrieben werden. Es ist ein Journalismus, der genau so viel Verantwortung für das unaufhörliche Blutvergießen hat, wie die Soldaten, die schießen und die Politiker, die die Befehle erteilen. Gott schütze die Menschheit vor allen selbsternannten Herrenmenschen, denn es gibt nur einen Herrn der Welten!
Dr. Yavuz Özoguz
(Wissenschaftlicher Leiter der Enzyklopädie des Islam - eslam.de)
Schilfweg 53
D-27751 Delmenhorst
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