Ebenso wurde betont, dass die USA und andere Länder, die im Besitz von C-Waffen sind, einen ausführlichen Plan über die Beseitigung des Restes ihrer C-Waffen aufgrund einer konkreten Zeiteinteilung anfertigen müssen und am 30. April 2012 dem Exekutivrat vorzulegen haben.
Aufgrund der Endresolution von Den Haag soll außerdem das Erreichte hintersichtlich der Vernichtung der restlichen C-Waffen auf der Sitzung des Exekutivrates, die 4 mal im Jahr stattfindet, und der jährlichen Konferenz überprüft werden. Die USA und andere Staaten, die C-Waffen besitzen und der Generalsekretär der Organisation sind zur Vorlage eines diesbezüglichen Berichtes verpflichtet.
Der Generalsekretär hat zudem die Aufgabe, in einem Bericht an die UN-Vollversammlung in der nächsten Sitzung, die Einhaltung bzw. Nichteinhaltung des Ultimatums zur Vernichtung von C-Waffen darzulegen.
Die Konferenz hat am letzten Sitzungstag den Vorschlag der Islamischen Republik Iran, ein internationales Netzwerk zur Unterstützung der Opfer von C-Waffen zu gründen, einstimmig gebilligt.
Der ständige Vertreter des Irans bei dieser Organisation hat sich in einer Rede dafür bei dem technischen Sekretariat und dem Generaldirektor der Organisation und den teilnehmenden Delegationen bedankt und diesen Schritt , der 15 Jahre nach der Entstehung der Konventionen für das Verbot von chemischen Waffen erfolgte, als wichtig bezeichnet, da dadurch das Mitgefühl mit den C-Waffen-Opfern zum Ausdruck kommt. Außerdem würde das Andenken an die chemischen Opfer und Kampfversehrten des Iran bewahrt. Er hoffte, dass weitere Schritte von dieser Organisation hinsichtlich der Lage der Opfer unternommen würden.
Kazem Gharibabadi fügte hinzu, dank der Bemühungen der iranischen Vertretung bei der Organisation für das Verbot chemischer Waffen im Oktober voriges Jahres, habe der Exekutivrat dieser Organisation gebilligt, dass der Generalsekretär jedes Jahr in einer Botschaft den Opfern der iranischen Stadt Sardascht sein Mitgefühl erklärt und den Einsatz von chemischen Waffen verurteilt. Die erste Botschaft dieser Art erging am 28. Juni dieses Jahres und wurde bei einer Zeremonie unter Anwesenheit des Generaldirektors der Organisation und verschiedenen Botschaftern vorgelesen.
Die westiranische Stadt Sardascht ist am 28. Juni 1987 von den irakischen Flugzeugen chemisch bombardiert worden und hunderte Zivilisten fanden den Tod oder wurden chemisch verletzt.
Die Konvention über das Verbot von chemischen Waffen wurde am 3. September 1992 nach 20 Jahren Verhandlungen gebilligt und bislang haben 188 Länder diese Konvention unterschrieben. Die Islamische Republik war einer der ersten Staaten, die unterzeichneten.
Iran ist eines der größten Opfer chemischer Waffen im letzten Jahrhundert. Das Saddamregime hat während des 8-jährigen Krieges, den es dem Iran auferlegte, breit angelegt chemische Waffen gegen die iranischen Armeekräfte und Zivilisten angewandt.
Den Rohstoff und die Technologie für den Bau von C-Waffen erhielt Saddam von westlichen Ländern mit den USA an der Spitze.
Dieses Jahr war es das 6. Mal, dass eine Reihe von chemisch Verletzten Irans am Rande der Sitzung der Konvention für das Verbot von chemischen Waffen in Den Haag zugegen waren, um die bleibenden Folgen des Einsatzes von C-Waffen zu demonstrieren.
Die Konvention für das Verbot von C-Waffen verbietet die Herstellung, Lagerung und den Einsatz von C-Waffen durch die Länder, die sie unterzeichnet haben.
Die Vernichtung der Arsenale mit C-Waffen ist eines der Hauptziele dieser Konvention.
Laut Zeitplan dieser Konvention sind alle chemischen Waffen der Mitgliedsländer bis April 2007 zu vernichten gewesen, aber bis zum 28. Oktober 2010 waren erst 43131 Tonnen, d.h. circa 60 Prozent der von den Mitgliedsländern angegebenen C-Waffen vernichtet worden.
Daher musste diese Organisation einen neuen Termin ansetzen, nämlich den 29. April 2012. Bis dahin haben die Mitgliedsländer Zeit die restlichen Waffen zu beseitigen.
Die USA und Russland besitzen die größten C-Waffen-Arsenale. Sie gehören zu den Ländern, die nicht ihre Verpflichtungen gegenüber der Konvention eingehalten haben.
Es war daher ein wichtiges Thema auf der 16. Jahressitzung der Organisation für das Verbot von C-Waffen, diese beiden Länder diesbezüglich an ihre Verpflichtung zu erinnern.
Die Mitgliedsländer der Blockfreien Staaten haben gleichzeitig mit Beginn dieser Sitzung in einer Erklärung die USA und Russland aufgefordert, Maßnahmen zur Vernichtung ihrer C-Waffen bis zum festgelegten Termin zu ergreifen.
Die USA sind das einzige Land, welches im 21. Jahrhundert diese tödliche Waffe eingesetzt hat. Im 20. Jahrhundert hat dieser Staat im Vietnamkrieg weitgehend zur C-Waffe gegriffen. Er setzte 72 Millionen Liter des Giftstoffes Dioxin in Vietnam ein tötete damit 30 Tausend Menschen und zerstörte über 700 Tausend Hektar landwirtschaftliche Anbauflächen in diesem Land.
Trotzdem dieser Krieg vor 40 Jahre zu Ende ging, sind die Vietnamesen noch immer Opfer der Folgen des US-Einsatzes des Entlaubungsmittel Agent Orange während des Krieges. Im jetzigen Jahrhundert habend die Amerikaner in Irak und Afghanistan chemische Waffen eingesetzt, zum Beispiel 2004 Phosphorbomben in der irakischen Stadt Fallutscha. Diese chemische Waffe haben sie auch in Afghanistan und Pakistan verwendet.
Die US-Regierung hat vor Beginn der 16. Jahressitzung der Organisation für das Verbot von C-Waffen durch diplomatische Verhandlungen und Medienaktionen versucht, eine Hinausschiebung der Frist zur Vernichtung der C-Waffen bis 2021 zu erreichen. Man versucht auf diese Weise die militärische Überlegenheit in diesem Bereich zu wahren.
Daher ist nicht zu erwarten dass dieser Staat bis zum 29. April 2012 seine chemischen Waffen vernichten wird. Washington drückt sich davor und verletzt eines der wichtigsten Abrüstungsabkommen der Welt.
Der Einsatz von C-Waffen wird international so stark verabscheut, dass seit der ersten Produktion solcher Waffen bereits viele Bestimmungen weltweit zu ihrem Verbot aufgestellt wurden.
Die Konventionen von Den Haag von 1899 und 1907 zum Verbot chemischer Bombardierungen und generell des Einsatzes von chemischen Waffen gehören zu den internationalen Bemühungen um ein Verbot.
Ein Jahrhundert nach der ersten Konvention über das C-Waffen-Verbot hat die Völkergemeinschaft begriffen, dass eine zwingende Konvention verabschiedet werden muss. Aber die US-Regierung als größter Besitzer von C-Waffen und deren Benutzer denkt selektiv über diese Konvention und versucht der Durchführung dieses Weltvertrages auszuweichen.
Der Artikel 12 der Konvention für das Verbot von C-Waffen unterstreicht, dass die Akte des Mitgliedlandes, welches sich nicht an die Konvention hält wegen Gefährdung des Friedens und der Sicherheit auf der Welt an den UN-Sicherheitsrat und die UN-Vollversammlung weiterzuleiten ist. Es bleibt abzuwarten wie Staaten, die sich über den Frieden und die Sicherheit auf der Welt sorgen mit der Tatsache, dass die USA der Durchführung eines der wichtigstes Abrüstungsverträge auf der Welt aus dem Wege gehen, verfahren werden. Wird diese Weltkonvention ebenso Opfer der Suche nach internationaler Überlegenheit seitens der USA werden und ein Fetzen Papier bleiben?



