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Dienstag, 04 Oktober 2011 03:46

Griechenland spart sich tot

Griechenland spart sich tot
Haushaltsentwurf signalisiert: Rezession auch 2012, Arbeitslosenrate steigt auf 16,4 ProzentDie griechische Wirtschaft erfüllt alle Erwartungen von Experten: Sie geht weiter den Bach runter.
Wie am Montag in Athen aus dem Haushaltsentwurf für das kommende Jahr hervorging, wird die Rezession im kommenden Jahr anhalten, die Staatsverschuldung dürfte dann auf 371,9 Milliarden Euro steigen, das sind 172,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Das Kabinett hatte am Sonntag abend den Haushaltsentwurf für 2012 gebilligt.
Dem Entwurf zufolge dürfte die Wirtschaftsleistung 2012 um 2,5 Prozent zurückgehen. Für dieses Jahr wird mit einem Einbruch um 5,5 Prozent gerechnet. Zugleich geht die Regierung von einem Anstieg der Arbeitslosenrate auf 16,4 Prozent im kommenden Jahr aus. Das Land wird demnach seine mit den Geldgebern vereinbarten Defizit-Ziele in diesem und dem kommenden Jahr verpassen.
Um den Staatsbankrott abzuwenden, ist Griechenland auf regelmäßige Hilfszahlungen von EU und IWF aus einem Rettungspaket von insgesamt 110 Milliarden Euro angewiesen. Eine »Troika« von Inspektoren der EU, der Europäischen Zentralbank und des IWF prüfte noch am Montag, ob Athen die Voraussetzungen für die Auszahlung einer weiteren Tranche von acht Milliarden Euro erfüllt.
Die »Troika« hatte eine Überprüfung Anfang September wegen Unstimmigkeiten mit der griechischen Regierung über deren Reformbemühungen abgebrochen. Danach kündigte Athen weitere Sparmaßnahmen an, darunter Rentenkürzungen und eine neue Vermögenssteuer. Die Bevölkerung läßt sich das allerdings nicht gefallen – seit Monaten wird täglich in vielen Städten demonstriert.
Zweifel an einer Rettung Griechenlands schickten die Börsen weiter auf Talfahrt. »Die Märkte gehen weiterhin davon aus, daß die Zahlungsunfähigkeit Griechenlands unabwendbar und es eher die Frage des Wann statt des Ob ist«, sagte Anlagestratege Nick Stamenkovic von RIA Capital Markets. (dapd/reuters/jW)

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