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Mittwoch, 28 September 2011 14:53

- Kommentar vom Fuß des iranisch-deutschen Berges

  - Kommentar vom Fuß des iranisch-deutschen Berges
Hört bei Geld die Freundschaft auf? Es gibt ein deutsches Sprichwort das folgendermaßen lautet: „Bei Geld hört die Freundschaft auf.
“ Damit kommt eine Eigenart zum Ausdruck, die in Deutschland typisch für das Land ist. Deutsche sprechen ungern darüber, was sie verdienen, sie verleihen es nicht an Freunde und wollen alles Finanzielle aus der Beziehung zu Freunden und Bekannten heraushalten. Insbesondere will niemand von seinem in Geldnot geratenen Freund belästigt werden! Kaum jemand weiß von seinem Freund, was er verdient und wie er mit seinem Geld zurecht kommt. Zuweilen wissen nicht einmal die Nachkommen, was ihre Eltern verdienen.

Im wahren Islam ist es ganz anders. Hier würde man eher sagen: Bei Geld geht die Freundschaft erst richtig los. Denn was nützt einem sein echter Freund, wenn er ausgerechnet in der wirtschaftlichen Krisensituation nicht mehr da ist? Worin besteht denn die Freundschaft, wenn man nicht einmal seinem besten Freund vertrauen und ihn bei finanziellen Schwierigkeiten um Hilfe bitten kann, falls er in der Lage dazu ist zu helfen. Und wie soll man wissen, ob ein Freund in der Lage ist zu helfen, wenn man gar nicht weiß, wie es ihm geht? Und wie soll man andererseits seinem Freund helfen, wenn man nicht mitbekommen darf, dass er in Schwierigkeiten steckt?

Zugegebenermaßen ist das Ganze keine Deutsche Eigenart, sondern vielmehr eine Eigenart von Reichen und Superreichen! Sie haben stets Angst um ihr Vermögen und wollen es horten, horten und noch einmal horten. Und daher soll niemand wissen, dass sie es horten, wie viel sie gehortet haben bzw. wie viel sie verschuldet sind. Und neben jedem, der Schulden hat, gibt es jemandem, dem jene Schulden gehören.  

Was im kleinen Freundeskreis geschieht, findet ihr Spiegelbild in der Beziehung von Staaten. Eigentlich ist Griechenland nicht erst seit gestern faktisch zahlungsunfähig und kann sich nur noch mit Unterstützung der anderen europäischen Ländern über Wasser halten. Sie haben auch zuvor schon schlecht gewirtschaftet, nur durfte es niemand wissen. Als sie ihren Beitritt in die Euro-Zone erschlichen haben, haben sie nie das wahre Ausmaß ihrer Schulden bekannt gegeben. Jetzt kommt es nach und nach heraus und alle tun so entsetzt. Und plötzlich hört die Freundschaft auch auf. Die anderen europäischen Länder wollen den Griechen nicht so ohne Weiteres helfen. Die Bundeskanzlerin hat große Mühen, eine eigene Mehrheit für ihr Hilfsvorhaben in den Regierungsfraktionen durchzusetzen. Wer sagt eigentlich, dass die anderen Länder in der Euro-Zone das gesamte Ausmaß ihrer Schulden aufgedeckt haben?

Noch dramatischer sieht die Lage in den USA aus, dem mit Abstand höchstverschuldeten Staat aller Staaten und aller Zeiten! Und dennoch kann niemand sicher sein, dass die uns bekannte astronomische Größenordnung von einigen Billionen US-Dollar Schulden die reale Größe ist oder ob die Schulden noch größer sind. Und da sowohl Europa als auch die USA mit ihren Schulden nicht mehr zurecht kommen, fangen sie jetzt auch ganz offen an, sich gegenseitig zu beschuldigen, dass jeweils die andere Seite Schuld an dem Dilemma sei. Der US-Präsident Obama hat erstmalig ganz offen die europäischen Finanzminister brüskiert und ihnen Fehlverhalten vorgeworfen. Die wollten das nicht auf sich sitzen lassen und haben sofort darauf verwiesen, dass die USA sich gefälligst um das eigene Finanzdesaster kümmern soll.


Ja, es ist nicht mehr zu übersehen. Ein immer deutlicherer Riss geht durch den Kapitalistentanker, das am untergehen ist, und jeder sieht zu, wie er sich selbst retten kann. Es gibt keinen Zweifel mehr daran, dass der Kapitalismus in seiner heutigen Form am Ende ist. Und es ist nur noch ein immer blutiger werdender Wettstreit zwischen Europa und den USA, wer zuerst untergeht, weil der Überlebende hofft, sich dann auf Kosten des Anderen retten zu können.  Bei Geld hört die Freundschaft auf.

Deutschland hat die stärkste Volkswirtschaft in Europa, und allein schon deshalb ein fundamentales Interesse daran, dass der Euro-Raum überlebt. Die Anstrengungen dafür sind enorm und teils auch deutlich gegen die USA gerichtet. So hat der deutsche Finanzminister in der letzten Woche eine Äußerung von sich gegeben, die zwar einige Verwirrung im eigenen Regierungslager verursacht hat, aber das dürfte eher daran liegen, dass viel zu viele ahnungslose Verantwortungsträger die Dimension des voll im Gange befindliche Wirtschaftsweltkrieges noch nicht verstanden haben. Der Finanzminister hat angedeutet, dass man im Bedarfsfall auch eine Euro-Rettung in unbegrenzter Höhe andenken könnte. Jene Äußerung war ein Frontalangriff auf die USA und hieß nichts anderes als: Wenn ihr unbegrenzt US-Dollars drucken könnt, um die Welt (und auch Europa) zu unterdrücken, dann können wir im Gegenzug auch unbegrenzt Euros drucken. Obamas verbale Angriffe auf Europa folgten unmittelbar darauf!

Es ist schon wirklich interessant zu beobachten, wie ein massiver Wirtschaftskrieg zwischen Europa und den USA ausgebrochen ist, und Chinesen (aber teilweise auch Russen) lachende Dritte sind. Dabei sollte man nicht vergessen, dass den “Wirtschafts-Dschihad“ weder die USA noch Europa, weder die Chinesen noch Russen ausgerufen haben, sondern seine Heiligkeit unser geehrter Imam Chamene’i – Gott schütze ihn. Und jener Aufruf galt vor allem den Bürgern der Islamischen Republik Iran und den Anhängern der Islamischen Revolution, um ihre eigenen Finanzen und Wirtschaftslage vernünftig zu gestalten und darauf aufbauend eine sich in jeder friedlichen Hinsicht bemühende Wirtschaftsordnung aufzubauen bzw. weiterzuentwickeln. Während Imam Chamene’is Anhänger noch überlegen, wie Sie jenes Jahresmotto umsetzen sollen, haben die ihm zuhörenden Engel bereits alle Anstrengung geleistet, und die Auswirkungen sehen wir in den Streitigkeiten zwischen Europa und den USA.

Würde ausschließlich die Wirtschaftsleistung ausschlaggebend für den Erfolg sein, dann hätten die USA keine Chance gegen Europa. Aber wenn auch Kriege, Plünderungen, Vertreibungen, Bombardierungen und ähnliche Verbrechen eine Rolle spielen – und das tun sie – dann wissen wir nicht, welches nächste Verbrechen von den USA ausgehen wird. Diese geheuchelte Empörung über neue Siedlungen in Ost-Jerusalem, die gestern beschlossen wurden, glaubt ihnen ohnehin kein vernunftbegabter Mensch mehr.

Europa sucht in der Wirtschaftskrise nach neuen Verbündeten. Während die Politik sich vorsichtig in Richtung Russland und China öffnen will, versuchen pro-zionistische Medien, das mit aller Macht zu verhindern und die USA als Weltmacht zu “schützen“. Wenn die übelsten Despoten, die von den USA gestützt werden, eine geradezu lächerliche Maßnahme andenken, wird das von pro-zionistischen Medien gefeiert. Die gleichen Medien, die der Islamischen Republik Iran undemokratisches Verhalten vorwerfen, loben in diesen Tagen Saudi-Arabien dafür, dass dort eventuell in 3-4 Jahren Frauen das Wahlrecht bekommen sollen. Allerdings wird der Bevölkerung nicht erzählt, was sie wählen dürfen, denn das dürfte sich allein darauf beschränken, dass sie den Auspeitscher wählen dürfen, der sie auspeitscht, falls sie selbst Auto fahren.

Die Westliche Welt ist in eine Sackgasse geraten, aus der sie nicht wieder herauskommt. Die bereits seit Jahrzehnten bestehende Sackgasse der Wertelosigkeit, die mit inhaltleeren Schlagworten wie “Freiheit“, “Demokratie“ und “Menschenrechten“ notdürftig übertüncht wurde, fiel nur deshalb so deutlich auf, weil die Wirtschaftslage als blendend dargestellt wurde. Aber jetzt ist auch jene Lüge in sich zusammengebrochen und es wird immer deutlicher, dass der Kapitalismus im Prinzip die wohl größte Form des organisierten Verbrechens ist. Und jetzt steht Deutschland da und weiß nicht mehr so richtig weiter.

Die Islamische Republik Iran hat zu diesem Zusammenbruch der Westlichen “Wertegemeinschaft“, deren Werte sich hinter ihren Massenvernichtungswaffen verstecken, erheblich beigetragen durch Fragen und Gebete; also ausschließlich friedliche Methoden! Wie oft habe ich die Teilnehmer am Freitagsgebet im Iran aus vollem Herzen die Parole ausrufen gehört: „Nieder mit der Sowjetunion“. Jene Parole wird schon lange nicht mehr gerufen, weil die Sowjetunion zusammengebrochen ist. Und wie oft habe ich die Teilnehmer am Freitagsgebet aus vollem Herzen die Parole ausrufen gehört: „Nieder mit den USA“. Bald wird auch jene Parole der Vergangenheit angehören – so Gott will. Neben den Bittgebeten an den Allmächtigen, waren die Fragen, die immer wieder aufgeworfen wurden, teils verbal, teil praktisch, von großer Bedeutung.

Gerade heute habe ich mich über eine Meldung aus dem Iran besondern gefreut und amüsiert zugleich. Iran will Marine-Schiffe in internationalen Gewässern vor den USA herumfahren lassen. Das ist nach internationalem Recht etwas völlig Legales! Und niemand wird eine ernsthafte Gefährdung der größten Waffensupermacht unserer Zeit durch einige iranische Schiffe befürchten. Dennoch regt sich die pro-zionistische Presse auf! Warum eigentlich? Der Grund liegt darin, dass durch solche Aktionen der verbrecherische Charakter des gesamten Westlichen Systems offenkundig wird, denn wenn US-Schiffe seit Jahrzehnten vor der iranischen Küste patrollieren, dann galt das als normal. Und die schießen auch! Sobald man das Verhalten, welches von der Westlichen Welt gegen den Rest der Welt ausgeübt wird, wie ein Bumerang gegen die Westliche Welt richtet, finden die Bürger es fürchterlich. Erst vorgestern hat einer der berühmtesten deutschen Kabarettisten in deutschen Fernsehen gesagt, er würde die afghanische “Übersetzung“ des deutschen Ministerausspruchs: „Deutschland wird am Hindukusch verteidigt“ kennen. Sie hieße: „Afghanistan wird im Sauerland verteidigt“. Das Lachen bleibt so manchen Zuschauer im Hals stecken.  

Zurück zum Anfang: Bei Geld hört die Freundschaft auf, heißt es im Deutschen. Schon längst wollen große Teile der deutschen Wirtschaft gerne wieder mit der Islamischen Republik Iran einen fairen Handel betreiben. Es sind die gewaltsamen Maßnahmen der USA und des Zionismus, die das verhindern. Deutschland muss sich selbst entscheiden, wie lange das Land noch den halsbrecherischen Kurs des Kapitalismus mitträgt. Der breite Bildungsstand, der Fleiß, die Arbeitsdisziplin, die Planungserfahrung und viele weitere im Land vorhandene Eigenschaften und Tugenden in der Bevölkerung werden nicht verschwinden, wenn man das untergehende Schiff des Kapitalismus verlässt und neue eigene Wege geht. Die Islamische Republik hat es vorgemacht. Und es hat mich sehr gefreut, als ich diese Woche von einem gemeinsamen Forschungsprojekt zwischen iranischen und deutschen Spitzenforschern im Bereich der Gentechnik gelesen habe. Noch ist Deutschland nicht verloren. Und bei Geld hört die Freundschaft nur dann auf, wenn der Freund eigentlich ein chronischer Verbrecher ist!

Von: Dr. Yavuz Özoguz
(Wissenschaftlicher Leiter der Enzyklopأ¤die des Islam - eslam.de)
Schilfweg 53
D-27751 Delmenhorst
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