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Samstag, 24 September 2011 06:55

Kommentar vom Fuß des iranisch-deutschen Berges

Kommentar vom Fuß des iranisch-deutschen Berges
Im Namen des Erhabenen -  Ist Deutschland eine Baustelle im Krieg? Von: Dr.Yavuz Özuguz

Deutschland befindet sich in einem unglaublichen Wirtschaftkrieg, ohne dass die Bevölkerung über das Ausmaß des Krieges informiert wird. Die Herren hinter dem US-Dollar haben beschlossen, die Weltherrschaft nicht kampflos abzutreten. Und so folgt inzwischen im Wochentakt ein Angriff auf den EURO nach dem anderen. Gerade erst in den letzten Tagen wurde von der einseitigen Waffe der sogenannten Rating-Agenturen auf Italien geschossen und die Geschütze wurden auch schon gegen Frankreich in Stellung gebracht, während Deutschland noch bemüht ist, die offene Flanke in Griechenland zu verteidigen. Griechenland zu verteidigen ist allerdings ein Kinderspiel gegenüber der drittgrößten Volkswirtschaft im EURO-Raum Italien oder gar die zweitgrößte Wirtschaft Frankreich. Das wird Deutschland allein nicht schaffen.
 
Nur zur Information: Rating-Agenturen sind ein Element des US-Imperialismus, die für die Westliche Welt verbindlich festlegen, wer wirtschaftlich vertrauenswürdig ist und wer nicht. Und eine schlechte Beurteilung führt dazu, dass die betroffenen Länder noch mehr Zinsen für ihre Schulden bezahlen müssen, die Banken noch reicher werden und die Staaten noch ärmer. Ganze Staaten in Afrika und Asien wurden mit dieser Waffe schon ruiniert! Und obwohl alle europäischen Wirtschaften – bei aller Schuldenkrise – immer noch solider sind als die US-Wirtschaft, werden nur Europäer abgestraft. Denn Europa soll und muss Sklave des US-Imperiums bleiben. Und das in Europa für die USA als U-Boot agierende England sorgt dafür, dass die Abhängigkeit nie geringer wird!
 
Deutschland hat sehr vorsichtig versucht, diese Abhängigkeit vom westlichen Imperialismus herunterzufahren. Eine sanfte Öffnung nach China und Russland wurde aber sofort von der westlichen Führungsmacht mit entsprechenden Druckmitteln belegt. Der deutsche Außenminister hat diesbezüglich einige Andeutungen gemacht und gewisse Schritte, um Deutschland aus dem Strudel westlicher Verbrechen herauszuhalten. Dafür wurde er inzwischen dermaßen abgestraft, dass nicht nur seine Absetzung als Außenminister tagtäglich von der pro-zionistischen Presse diskutiert wird, sondern auch seine Partei auf ein historisches Tief gesunken ist.
 
Erinnern Sie sich noch an “Bruder“ Genscher. Einstmals hatte der langjährige deutsche Außenminister Genscher sich gegen die Giftgasangriffe Saddams ausgesprochen. Dafür wurde er von der westlichen Welt abgestraft. Im Iran lobte man ihn für diese menschenfreundliche Geste mit “Bruder“ Genscher. Aber die FDP hat es überlebt. Erinnern Sie sich noch an Möllemann. Er hatte kein Blatt vor den Mund genommen, als er die Verbrechen des Schlächters von Sabra und Schatilla Scharon in Deutschland bekannt gemacht hat und sich gegen die Unterdrückung der Palästinenser aussprach. Möglicherweise auch dafür, musste er frühzeitig sterben. Die FDP hat es überlebt.
 
Genau jener Möllemann hatte die Vision von 18% für seine kleine Partei FDP berühmt gemacht. Letztes Wochenende gab es Landtagswahlen in Berlin. Die FDP erreichte 1,8 % und damit sogar noch weniger als die rassistische NPD mit ihren 2,1%. Ja, so geht es einer Partei, deren Verantwortliche die Verbrechen der Westlichen Welt nicht zu 150% mittragen wollen. Ob die FDP es diese Mal überleben wird, ist zweifelhaft. Diese Gefahr besteht bei den “großen“ Parteien (noch) nicht. Selbst die Grünen, die einstmals als pazifistische Partei eingetreten waren, wollen jetzt in vielen Ländern der Welt mitbombardieren. Und sie werden dafür gewählt.
 
Doch in Berlin ist auch etwas passiert, womit selbst die Wahlforscher kaum rechnen konnten. Eine junge Partei von jungen Leuten, die eigentlich bisher kaum Ahnung von Politik haben, erhielten mehr als 8 % und 15 Mandate im Berliner Landtag. Sie nennt sich Piratenpartei, wobei Piraten auch in der deutschen Sprache nicht unbedingt ein Sinnbild für Menschlichkeit sind! Das Kuriose daran ist, dass jene Partei gerade einmal 15 Personen aufgestellt hatte (14 Männer und eine Frau), und falls sie einige Stimmen mehr erhalten hätten, hätten Sie einen Mandatsstuhl nicht belegen können, denn eine Nachnominierung ist gesetzlich nicht möglich. Nichts macht den aktuellen Baustellencharakter Deutschland so deutlich, wie jener neue Landtag der Hauptstadt.
 
Der Bundesbürger wird mir möglicherweise widersprechen, denn wenn er über die Autobahnen fährt, dann hat er das Gefühl, dass sämtliche Autobahnen eine einzige und viel größere Baustelle sind. Geht er an die Universitäten und schaut sich die Lehrpläne zwischen den Masterstudiengängen und den kaum noch vorhandenen Diplomstudiengängen an, dann sieht er nur Baustellen. Das Schulwesen kann chaotischer nicht mehr sein, denn inzwischen gibt es Schulen, an denen man sowohl mit 12 Jahren Schule als auch mit 13 Jahren Abitur machen kann (wohlgemerkt an der gleichen Schule und ohne sitzenzubleiben). Das Energiewesen ist eine einzige Baustelle, denn niemand weiß so richtig, in welche Richtung die Entwicklung gehen soll und wie. Das Gesundheitswesen ist eine Baustelle, weil man einerseits weiß, dass man den Kapitalismuswahn der entfesselten Pharmaindustrie nicht mehr finanzieren kann, aber nicht weiß, wer sie aufhalten soll. Die Bundeswehr (und damit auch der Zivildienst) ist eine Baustelle, bei der man überhaupt nicht weiß, wie man die bevorstehenden Aufgaben lösen soll. In der Außenpolitik ist der inzwischen völlig gestutzte Außenminister gezwungen, seine Treue zu Israel und damit faktisch die Ablehnung eines Staates Palästina zu erklären, außer Israel wünscht solch einen Staat. Selbst in Europa vertritt Deutschland die extremste pro-zioinistische Position! Hierbei kann man kaum noch von einer Baustelle sprechen sondern von einem Abbruchunternehmen deutscher Glaubwürdigkeit, was Menschenrechte angeht. Und in allen anderen Bereichen reiht sich eine Baustelle an die nächste, und es gibt weder hinreichend Bauherren, noch eine gescheite Führung, die die Baustellen vernünftig koordiniert. Eine bedacht aufgebaute Baustelle müsste ja irgendwann einmal fertig werden, aber es sieht derzeit so aus, als wenn es immer mehr Baustellen geben würde in Deutschland. Das sieht auch der Bundesbürger und wählt in seiner Verzweiflung Piraten. Kein Mensch weiß, wofür jene Partei eigentlich steht. Das einzige, was man weiß, ist, dass sie nicht so verdorben und kapitalismushörig sein können, wie man es von den “etablierten“ vermutet. Ein Hauch von Weimar weht durch die Republik.
 
Was aber hat das alles mit dem deutsch-iranischen Berg der Missverständnisse zu tun. Zunächst einmal ist festzustellen, dass Deutschland angesichts der Probleme, in die Europa manövriert wurde, kaum noch Gelegenheit findet, sich gegen den Iran zu positionieren. Zwar “schießt“ ein Nachbar namens Blair gegen die Islamischen Republik Iran und behauptet, der Iran sei der größte Feind des Westens, aber auch in Deutschland gibt es immer mehr Menschen, die Blair vor ein Kriegsgericht wünschen. Und außerdem hat er ja nicht unrecht: Die Islamische Republik Iran ist tatsächlich der größte Feind der unmenschlichen und barbarischen kapitalistisch-imperialistischen Herrenmenschenpolitik, die sich unter dem Kleid “Westliche Welt“ kaum noch verstecken kann. Imam Chamene’i hat es in seiner historischen Rede bei der Konferenz zum Islamischen Erwachen mehr als deutlich gemacht.
 
So sehr ich Imam Chamene’i liebe, so sehr ich das System der Islamischen Republik Iran – mit allen ihren noch durch Weiterentwicklung zu korrigierenden Schwächen – verteidige, so sehr ist doch Deutschland meine Heimat, und ich wünsche mir, dass Deutschland befreit wird. Ich wünsche mir ein Deutschland, dass nicht zum Opfer der “Kapitalmärkte“ wird. Ich wünsche mir ein Deutschland, bei dem die Deutschen selbst bestimmen dürfen, ob sie hier Atomwaffen des aktuell größten Verbrecherstaates gelagert haben wollen oder nicht. Ich wünsche mir ein Deutschland, in dem frei und ohne den Staatsanwalt fürchten zu müssen von Wissenschaftlern darüber diskutiert werden darf und kann, in wie weit es mit Menschenrechten und Gerechtigkeit zu vereinbaren ist, dass sechs Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg die Palästinenser darunter zu leiden haben, dass Deutsche damals Juden Grausames angetan haben. Ich wünsche mir ein Deutschland, das den Mut aufbringt, nicht nur immer wieder von Demokratie zu faseln, sondern diesen auch im UN-Sicherheitsrat einfordert und auf das ungerechte Veto-Recht hinweist. Ich wünsche mir ein Deutschland, in dem es wieder mehr Kinder gibt, und in dem jene Kinder nicht befürchten müssen, von Homosexuellen Eltern adoptiert zu werden, falls sie ihre Elter verlieren. Ich wünsche mir ein Deutschland, in dem Jesus und Maria wieder geehrt werden! Ja solch ein Deutschland und noch viel mehr wünsche ich mir ganz offen. Aber ich weiß, dass das heutige Deutschland gefesselt in der Zwangjacke der Westlichen Welt, keinen eigenen Weg gehen darf und kann, solange nicht Politik und Bevölkerung an einem Strang ziehen. Dazu bedürfte es aber einer mutigen Bevölkerung (die z.B. die Bild-Zeitung nicht mehr konsumiert) und mutiger Politiker, die unabhängig von ihrem eigenen Schicksal, die Wahrheit aussprechen. Es können nicht alle Politiker beim Fallschirmspringen oder in einer Badewanne umkommen.
 
Für solch einen Mut bedarf Deutschland der Islamischen Republik Iran. Sicher erscheint jener Satz wie ein Schock für viele deutsche Leser. Aber in der ansonsten völlig ausweglosen Sackgasse des kapitalistischen Wahnsinns gibt es nur noch den Ausweg der Umkehr zur Vernunft. Und der Weg der Vernunft würde dann unabhängige Staaten kooperieren lassen. Ich weiß nicht, ob ich es selbst noch miterleben werde. Aber ich werde – so Gott will – mit meinen Schriften versuchen dazu beizutragen, dass Deutschland bei dem nun mit den neuen Methoden der heutigen Zeit entfesselten Dritten Weltkrieg, der sich auch wieder gegen Deutschland und Deutschlands Stärken richtet, nicht wieder der vernichtete Verlierer sein wird. Und dafür braucht Deutschland bereits befreite Verbündete.
 Dr. Yavuz Özoguz
(Wissenschaftlicher Leiter der EnzyklopÀdie des Islam - eslam.de)
Schilfweg 53
D-27751 Delmenhorst
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