Donnerstag, 16 September 2010 11:22

Worüber reden Abbas und Netanjahu?

(JUNGE WELT) - Nach einer weitgehend ergebnislosen Gesprächsrunde zwischen Israel und der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) im ägyptischen Badeort Scharm el-Scheich ist die Karawane am Mittwoch nach Jerusalem (Ostbeitolmoqaddas) weiter gezogen.
Jenseits der Blitzlichter sieht die Realität für die Palästinenser düster aus. Wie das Israelische Komitee gegen Hauszerstörungen (ICAHD) feststellt, geht der Zerstörungsprozess in Ostjerusalem weiter. Die Stadt soll nach Vorstellung der Palästinenser Hauptstadt ihres zukünftigen Staates werden, doch israelische Abrissanordnungen, Baupläne und systematische Vertreibungen palästinensischer Bewohner sprechen eine andere Sprache. Von 1967 bis 2003 wurden 90 000 Wohneinheiten für jüdische Siedler geschaffen, doch für die palästinensischen Einwohner wurden kaum Baugenehmigungen erteilt. Viele bauten daher ohne Erlaubnis, denn wenn sie Jerusalem verlassen, würden sie ihr Wohnrecht verlieren, erklärt das ICAHD. Zwischen 2001 und 2006 habe die Stadtverwaltung 34 Millionen US-Dollar an Strafzahlungen kassiert, 70 Prozent allein von Einwohnern Ostjerusalems. Israel ignoriere den Besatzungsstatus Ostjerusalems und schaffe Fakten. Jede Perspektive für Jerusalem (Ostbeitolmoqaddas) als gemeinsamer Hauptstadt beider Nationen (Israel und Palästina) werde zunichte gemacht.
Parallel zum Beginn der Gespräche am Dienstag, legten PA-Ministerpräsident Salam Fayyad und EU-Vertreter Christian Berger in Nablus den Grundstein für die zweite Phase eines gigantischen Bauprojekts zur Unterbringung der palästinensischen Sicherheitskräfte sowie für ein Gefängnis. Die 14,3 Millionen Euro teure Einrichtung wird von der Europäischen Union finanziert und sei Teil der Infrastruktur, die die Palästinensische Autonomiebehörde brauche, um »dauerhaft und umfassend Sicherheit und Rechtsstaatlichkeit für die Bevölkerung gewährleisten« zu können, hieß es in einer EU-Erklärung.
Einwohner im Westjordanland sprechen allerdings von einem »Klima der Angst«, das Polizei und Geheimdienst gegenüber allen verbreiteten, die nicht den Kurs der Autonomiebehörde unterstützten. Während früher offen und kontrovers diskutiert worden sei, traue sich heute kaum noch jemand, Mahmud Abbas und die Fatah öffentlich zu kritisieren.
Besonders wenig Hoffnung bleibt Palästinensern in Flüchtlingslagern. »Jeder Tag ist schlimmer als der vorherige«, antwortete eine Frau aus dem Lager Dheisheh. »Israel nimmt unser Land und zwingt uns, in einem großen Gefängnis hinter einer Mauer zu leben.«

2 comments

  • Comment Link Freitag, 17 September 2010 19:34 posted by

    Die Rechnung wird kommen, sobald die USA keine USA mehr sind.
    Davon bin ich überzeugt.

  • Comment Link Donnerstag, 16 September 2010 13:21 posted by

    Der Schuss wird für Abbas und seinen Clan noch ordentlich nach hinten gehen!
    Ließt er keinen Koran?
    Weiß er nicht was unsere Prophet a.s. vorrausgesagt hat!

    Abbas mutiert zu einer Puppe der Zionisten
    Wie Jordanien
    Ägypten
    Saudi Arabien
    Tunesien
    ...

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