Donnerstag, 16 September 2010 06:42

US-Staatsverschuldung beträgt in Wirklichkeit 202 Billionen Dollar

  Die USA vertuschen wie der Enron-Konzern ihren Bankrott mit Bilanzfälschungen. Die US-Staatsverschuldung beträgt nach Angaben des US-Wirtschaftswissenschaftlers Laurence Kotlikoff in Wirklichkeit 202 Billionen Dollar. Wie es aus einem vor kurzem in der "LINKEN ZEITUNG"  veröffentlichten Kommentar hervorgeht, schätzt Kotlikoff den tatsächlichen Schulden­berg der bankrotten USA auf 202 Billionen Dollar – und damit mehr als 15mal so hoch wie die offiziell zugegebene Staatsverschuldung von 13,3 Billionen Dollar.Nach einer Vorhersage des Congressional Budget Office wird das US-Haushaltsdefizit in diesem Jahr 1,3 Billionen Dollar betragen. Das ist zwar immer noch eine astronomische Zahl, aber sie ist wenigstens etwas niedriger als das im März prognos­tizierte Defizit. Sie liegt auch unter dem letztjährigen Rekorddefizit von 1,41 Billionen Dol­lar, das auf fast 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts anstieg.Mit jedem Haushaltsdefizit wächst natürlich auch die US-Staatsverschuldung, die nach of­fiziellen Zahlen derzeit über 13,3 Billionen Dollar beträgt.Nach Aussagen des Wirtschaftswissenschaftlers Professor Laurence Kotlikoff  von der Boston University ist die Situation in Wirklichkeit aber noch sehr viel dramatischer. "Vergessen Sie die offiziell zugegebene Schuldenhöhe", forderte er den Interviewer Aaron in einem Video-Clip auf. Die "tatsächliche Staatsverschuldung" – einschließlich der nicht im Haus­halt erfassten Verbindlichkeiten, die aus der Gesundheitsfürsorge, dem Gesundheitsdienst für Bedürftige, der Sozialversicherung und dem Verteidigungshaushalt erwachsen – sum­miere sich in Wirklichkeit auf 202 Billionen Dollar und sei damit mehr als 15mal so hoch wie die "offizielle Staatsverschuldung", kalkulierte der Professor und Autor."Der Kongress manipuliert seine Bilanz genau so, wie der (2002 bankrott gegangene) Enron­-Konzern das getan hat", fügte Kotlikoff hinzu, der kürzlich unter dem Titel "Die USA sind bankrott, und wir wissen es noch nicht einmal" auch einen Leitartikel für (die Wirtschafts-Website) Bloomberg geschrieben hat. Er sieht schon bald eine Inflationswelle auf die USA zurollen, die durchaus mit der Inflation konkurrieren könnte, die Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg in der Zeit der Weimarer Republik erschütterte. Wenn es der Regierung nicht gelinge, ihre Finanzen in Ordnung zu bringen, werde sie Riesenmengen Geld drucken müssen, um die hohen finan­ziellen Verpflichtungen erfüllen zu können, die bald auf sie zukommen werden. Amerika benötige dringend grundlegende Reformen seiner Gesundheitsfürsorge, seines Systems der Altersversorgung und seines Steuer- und Finanzsystems, fügte Kotlikoff hinzu. "Unsere Wirtschaft braucht jetzt eine Herzoperation, mit noch mehr Heftpflastern können wir sie nicht heilen." Wenn das nicht geschehe, seien die schwer verdienten Dollars bald wert­los, erklärte er abschließend.

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