Unser nächstes Programm beginnt um 06:30 UTC                    Siehe:  Wöchentliches Archiv  | Frequenzen  | Programmablauf
Schließen

Freitag, 10. Februar 2012

Zuletzt aktualisiert: 13:37:00 UTC

Donnerstag, 02. September 2010 um 10:01

Kritik an Blairs Memoiren

Kritik an Blairs Memoiren
Englische Anti-Kriegsaktivisten haben die Memoiren des ehemaligen Premierministers Tony Blair kritisiert. "Erstaunlich ist, dass Blair in seinem Buch seine Taten nicht bedauert und nichts bereut hat", zitierte der Fernsehsender Euro News Lindsey German von der Koalition ´Stop the war`. Blair habe alles, was er getan hat, gerechtfertigt und sogar von einem Krieg gegen Iran in der Zukunft gesprochen, kritisierte dieser Friedensaktivist. Auch Chris Nineham, ein weiteres Mitglied dieser Koalition, sagte, die Entscheidung Tony Blairs an der Seite von US-Präsident George W. Bush in den Irak einzumarschieren, habe entsetzliche Folgen gehabt, wofür sich Blair in seinem Buch nicht entschuldigt hat.
Am gestrigen Mittwoch erschienen die Erinnerungen des früheren englischen Premierministers. In seinem Buch hat er erneut seine Entscheidung verteidigt, in den Irakkrieg zu ziehen, obwohl es keine Beweise dafür gab, dass Saddam Hussein Massenvernichtungswaffen besaß. Blair räumt in seinen Memoiren ein, dass er den "Albtraum" nicht vorhergesehen habe, verteidigt seine Entscheidung für den Einmarsch aber unverdrossen.
Die Daily Mail schreib in einem Kommentar über die Memoiren Blairs: "Krokodilstränen - und noch immer keine Entschuldigung". Der Text beginnt mit den Worten: "Tony Blair wird heute die Angehörigen von Opfern des Irakkrieges empören, indem er behauptet, viele Tränen über die Toten vergossen zu haben."
Monate vor dem Feldzug der USA und Englands in den Irak im März 2003 behauptete Blair, dass die mit chemischen Sprengköpfen bestückten Raketen des Saddam-Regimes innerhalb von 45 Minuten in der Lage wären, Ziele in Europa, u.a. in Großbritannien anzugreifen. Das Werk des langjährigen Premiers und Vaters von New Labour, welches 624 Seiten stark ist, befasst sich auch mit dem zerrütteten Verhältnis des 57-Jährigen zu seinem Nachfolger Gordon Brown.
Er schreibt vom "Gordon-Problem" und vom "Gordon-Fluch". Als Blair 2007 nach jahrelangem Zögern das Amt des Premierministers endlich an den wartenden Brown übergab, wusste er nach eigenen Angaben, dass dies ein Fehler war. "Es war nicht weise, weil es nie funktionieren würde", schreibt Blair. Und: "Die Partei tat mir leid."
Blair nimmt zu Browns Makeln kein Blatt vor den Mund. "Politisches Kalkül, ja. Politisches Gefühl, nein", schreibt er. "Analytische Intelligenz, absolut. Emotionale Intelligenz, null."
Trotz dieser Mängel konnte Blair sich nie dazu durchringen, seinen Erzrivalen zu feuern. Das hätte die Partei destabilisiert, rechtfertigt er sich. Angesichts der großen Unterstützung, die Brown in Partei und Medien genoss, sei es "nahezu unmöglich" gewesen, den Wechsel in der Downing Street 10 zu verhindern.

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren