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Dienstag, 07. Februar 2012

Zuletzt aktualisiert: 11:08:08 UTC

Montag, 21. Juni 2010 um 09:31

Militärisch unterlegene Taliban töten gezielt Zivilisten

Militärisch unterlegene Taliban töten gezielt Zivilisten
Die Taliban verüben derzeit in Afghanistan deutlich mehr Anschläge als 2009. Offenbar als Reaktion auf die Angriffe der Nato.

Diese Anschläge und Anschlagsversuche der vergangenen drei Tage sind Anzeichen eines „alarmierenden Trends“, wie die Vereinten Nationen warnen. Nach einem Bericht des Sicherheitsrates über die Entwicklung von Januar bis April hat die Gewalt im Vergleich zu den ersten vier Monaten des Vorjahres drastisch zugenommen. Im Durchschnitt verüben die aufständischen Taliban einen Bombenanschlag pro Tag und setzen jeden dritten Tag einen Selbstmordattentäter ein. Die Zahl der Anschläge hat sich damit im Vergleich zu Anfang 2009 verdoppelt, die der Selbstmordattentate sogar verdreifacht.

Die zunehmende Gewalt ist „dem Anstieg an Militäroperationen (der Nato) im Süden während des ersten Quartals 2010 zuzuschreiben“, heißt es im UN-Bericht. Im Februar begann die Nato in der Provinz Helmand die Großoffensive „Operation Muschtarak“, im Frühjahr eine Offensive in der Nachbarprovinz Kandahar. Offenbar als Reaktion auf diese militärische Übermacht gehen die Taliban nach Ansicht der UN gezielt gegen Zivilisten vor. „Die Aufständischen machen ihre Drohungen gegen die Zivilbevölkerung wahr, mit durchschnittlich sieben Anschlägen pro Woche, die Mehrzahl davon in den südlichen und südöstlichen Regionen“, heißt es in dem UN-Bericht. Etwa 70 Prozent aller in Afghanistan getöteten Zivilisten seien Opfer der Taliban.

Ausländische und afghanische Truppen haben in jüngster Zeit ihre Aktivitäten gegen die Taliban in der Provinz Kunduz erstärkt. So wurden bei einem Einsatz am Wochenende zwölf Taliban-Kämpfer getötet, unter ihnen einen Anführer. Mullah Abdul Rasak soll laut Nato für zahlreiche Anschläge in der Region verantwortlich sein. Ob auch die Bundeswehr an der Operation beteiligt war, ist nicht bekannt.

Eine eigentlich erfreuliche Meldung der vergangenen Woche treibt einigen Experten allerdings Sorgenfalten auf die Stirn: Die kürzlich in Afghanistan entdeckten umfangreichen Vorkommen an Eisenerz, Kupfer, Gold und Lithium dürften die Taliban noch stärker anspornen, das Land und seine Reichtümer unter Kontrolle zu bringen – und gleichzeitig die jetzt schon den zivilen Aufbau lähmende Korruption im Staatsapparat verschärfen.

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