Donnerstag, 28 Februar 2008 17:36

Wiederaufnahme der Friedensverhandlungen in Kenia

In Kenia sind Präsident Mwai Kibaki und Oppositionsführer Raila Odinga am Donnerstag erneut zu Gesprächen über eine Beilegung der schweren politischen Krise in dem ostafrikanischen Staat zusammengetroffen.
An dem Treffen nahmen auch der frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan sowie der Präsident der Afrikanischen Union (AU), der tansanische Staatspräsident Jakaya Kikwete, teil. Angesichts mangelnder Fortschritte bei den Verhandlungen zwischen Regierung und Opposition hatte Annan am Dienstag seine Vermittlungsgespräche ausgesetzt und zu direkten Gesprächen zwischen Kibaki und Odinga aufgerufen. Beide Politiker hatten daraufhin ihre Bereitschaft zu einer politischen Lösung der Krise bekräftigt, die das Land seit der umstrittenen Präsidentschaftswahl im Dezember erschüttert.
Nach wochenlangen Verhandlungen haben sich Präsident Mwai Kibaki und Oppositionsführer Raila Odinga auf eine Teilung der Macht geeinigt: "Wir haben eine Übereinkunft", gab der als Vermittler fungierende Ex-UN-Generalsekretär Kofi Annan am Donnerstag bekannt.
Zum genauen Inhalt der Einigung wollte Annan noch nichts sagen. Odinga und Kibaki würden aber noch am Donnerstagabend ein Dokument unterzeichnen, in dem die einzelnen Modalitäten zur Beendigung der seit zwei Monaten andauernden innenpolitischen Krise festgehalten werden sollen.
Beobachter sind der Meinung, dass wenn der Konflikt nicht beigelegt wird und die blutigen Gewalttätigkeiten unter den ethnischen Gruppen in Kenia anhalten, diese in einen Bürgerkrieg münden werden. In diesem Fall wird die politische Krise in Kenia, die bisher der Wirtschaft und vor allem dem Tourismus enorm geschadet hat, weiter verschärft. Die Wirtschaftstagnation Kenias, das als "Tor von Ostafrika " bekannt ist, wird die Nachbarländer, die lediglich über die Hafenstadt "Mombasa" Handelsaustausch betreiben, sehr hart treffen. Die Nachbarländer Kenias Uganda und Ruanda haben bisher schwere Verluste einstecken müssen. Die rund vierzig ethnischen Gruppen sind seit der politischen Krise in Kenia zerstritten und die Konkurrenz unter den rivalisierenden Stämmen könnte zu ethnischen Säuberungen führen. Wenn sich die Kontrahenten nicht einigen, dann besteht die große Gefahr, dass die Bevölkerung von Kenia, die über lange Zeit in Frieden und Sicherheit gelebt hat, von den Folgen dieser unsicheren Lage, betroffen wird.

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