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Sonntag, 08 Februar 2009 04:47

Teil 2

Im letzten Beitrag haben wir auf einige Ereignisse in den Jahren nach der Verbannung Imam Khomeinis r.h. im Jahre 1964 bis zum Beginn der Bewegung der iranischen Bevölkerung im Jahre 1977 hingewiesen. In diesen Jahren lag zwar Schweigen über der iranischen Gesellschaft, aber es entstanden aufgrund der Bemühungen, die Imam Khomeini im Exil und seine Helfer im Inland zur Entlarvung des Schah-Regimes unternahmen, allmählich die Bedingungen für eine große Volksrevolution gegen die Gewalt des Schahs und die Fremdausbeutung. Der verdächtige Tod des ältesten Sohnes Imam Khomeinis, Ayatollah Seyyed Mostafa Khomeini am 23. Oktober 1977, kann als erster Funke dieser Revolution betrachtet werden. Kaum jemand konnte glauben, dass der 47-jährige Gelehrte eines natürlichen Todes gestorben sein sollte und alles deutet darauf hin, dass der Geheimdienst des Schahregimes in Zusammenarbeit mit dem irakischen Baath-Regime, ihn ermordet hat. Ayatollah Mostafa Khomeini war wegen politischer Tätigkeiten gegen das Schah-Regime, kurz nachdem Imam Khomeini verbannt worden war, festgenommen und ebenso in die Türkei ausgewiesen worden. Mit seinem Vater wurde er daraufhin in den Irak abgeschoben. Bei Imam Khomeini und anderen Gelehrten im heiligen Nadschaf in Irak erweiterte er sein theologisches Wissen und erreichte hohe wissenschaftliche Stufen. Er unterstützte in allem seinen Vater Imam Khomeini und war sein Berater. Das Schah-Regime dachte, mit seiner Ermordung könne es Imam Khomeini warnen und ihm seelisch so sehr zusetzen, dass er von der Fortsetzung seines Kampfes ablässt. Imam Khomeini zeigte trotz seiner Trauer um den kampfbereiten und gelehrten Sohn nicht das geringste Anzeichen für seelische Erschütterung. In seiner ersten Rede nach dem Märtyrertod seines Sohnes Ayatollah Seyyed Mostafa Khomeini unternahm er weitere Enthüllungen über das Pahlavi-Regime und rief die iranische Nation zur Solidarität auf, sich gegen dieses Regime zusammen zu tun.Trotz der Zensur und Unfreiheit im Iran, war der Protest gegen den mysteriösen Tod oder mit anderen Worten gegen den Märtyrertod des Sohnes Imam Khomeinis groß. In Wahrheit war es nach der Abschiebung Imam Khomeinis im Jahre 1964, das erste Mal, dass wieder große Versammlungen stattfanden. Auf diesen wurde der Verlust von Mostafa Khomeini betrauert. Und zum ersten Mal wurde wieder in der Öffentlichkeit der Name Khomeini genannt. Kaum 3 Monate später erschien in einer Zeitung, die Regime-hörig war, ein beleidigender Artikel gegen Imam Khomeini und das was den Muslimen im Iran heilig ist. Die Teheraner Zeitung Ettelaat druckte den Text am 9. Januar 1978 ab, nachdem der Schah dies persönlich angeordnet hatte. Die revolutionäre Bevölkerung war empört. Einen Tag nach dem dieser beleidigende Zeitungsartikel veröffentlicht worden war, schlossen die Gelehrten in Qom aus Protest ihre Unterrichtsräume und die Theologieschüler und -studenten demonstrierten. Am nächsten Tag, dem 11. Januar, schloss sich die Bevölkerung den Theologieschülern an und es entstand eine große Kundgebung gegen das Regime. Doch die Agenten des Regimes eröffneten das Feuer auf die Demonstranten und schlugen ihre Protestkundgebung gewaltsam und blutig nieder.Diese Demonstration zeigte, dass die Bevölkerung nur auf den Moment wartete, sich gegen das Regime zu erheben. Sie zeigte, dass die Bevölkerung nach circa 13 Jahren noch immer in Imam Khomeini ihren Anführer sah und es nicht duldete, dass er beleidigt wurde. Der Schah und seine Unterstützer in den USA hatten nicht gedacht, dass die Bevölkerung nach all der Propaganda des Schahs noch immer der Religion und ihrem religiösen Führer derartig treu geblieben war. Das Schah-Regime glaubte, der Aufstand von Qom sei ein vorübergehendes Aufbegehren gewesen und durch seine blutige Niederschlagung wäre wieder für Ruhe gesorgt.Aber zum 40. Trauertag der Opfer dieser Protestkundgebung in Qom kam es auch zu einem Aufstand in Tabriz. Zu diesem hatte der revolutionäre Geistliche Ayatollah Ghazi Tabatabai aufgerufen. Die islamische Revolution im Iran war also nicht verebbt. Am 2. Februar 1978 wurde in vielen Städten im Iran um die Märtyrer von Qom getrauert, doch die Trauerversammlungen im nordwestiranischen Tabriz wurden von den Handlangern des Schah-Regime gewaltsam angegriffen. Daraufhin strömte die Tabrizer Bevölkerung auf die Straßen und demonstrierte. Die Armee des Schahs griffen diese Demonstrationen mit Panzern und Panzerfahrzeugen an. Dutzende der Demonstranten in Tabriz kamen ums Leben oder wurden verwundet. Hunderte wurden festgenommen. Der Aufstand der Tabrizer zeigte dass die Revolution im Iran im Kommen war und die Iraner an den Erfolg eines Aufstandes gegen das tyrannische Regime zu glauben begonnen hatten. Imam Khomeini rh. verfolgte von Irak aus die Geschehnisse im Iran. In einer Botschaft teilte er sein Beileid über die Opfer in Tabriz mit und schickte folgende Botschaft, die einen Ausblick auf die Zukunft der Bewegung gab: „Der Schah sollte wissen, dass die iranische Nation ihren Weg gefunden hat und nicht ruhen wird, bis die Verbrecher zurecht gewiesen sind und dieser blutdürstigen Dynastie das Unrecht, das ihnen und ihren Vätern geschah, vergolten haben. Dank des Willens des Allmächtigen sind nun im ganzen Land hunderte Stimmen gegen den Schah und das Regime laut geworden und werden immer lauter und das Banner des Islams wird auf den Schultern der werten Geistlichen zur Vergeltungsübung an diesem Tyrannen unserer Zeit zu wehen beginnen." Imam Khomeini kündigte auch an, dass er die Feiern zum Neujahr im Jahre 1357 (1978) die im März zu Beginn jedes iranischen Sonnenjahres begangen werden, in Respekt vor den Märtyrern von Tabriz und Qom boykottiert. Auf diese Weise bahnte sich im Iran allmählich der allgemeine Aufstand gegen das unterdrückerische Regime an, und zwar unter Anführung von Imam Khomeini. Schritt für Schritt mit der Revolution Teil 473 ZeilenLiebe Hörerfreunde. Im letzten Beitrag haben Sie erfahren wie es nach dem beleidigenden Artikel über Imam Khomeini in vielen Städten Irans zu Demonstrationen kam und diese in Qom und Tabriz vom Schah-Regime niedergeschlagen wurden. 40 Tage nach der blutigen Unterdrückung der Bevölkerung von Tabriz begingen die Bürger in Yazd zusammen mit der Bevölkerung anderer Städte den 40. Trauertag dieses Ereignisses und demonstrierten danach auf den Straßen. Am nächsten Tag versammelten sie sich- einem Aufruf von Ayatollah Sadughi folgend - in der Hauptmoschee dieser Stadt. Auf dieser Versammlung forderte Ayatollah Sadughi die Rückkehr Imam Khomeinis und die Freilassung der politischen Gefangenen. Die anschließende Demonstration wurde von den Agenten des Pahlavi-Regimes angegriffen. 15 Demonstranten wurden Märtyrer und es gab eine Anzahl von Verletzten.Die Bevölkerung fürchtete sich immer weniger davor gegen das Regime zu protestieren. Imam Khomeini schickte ermutigende Botschaften und betonte die Fortsetzung des Kampfes in geschlossenen Reihen. Ein wichtiger Punkt war, dass die iranische Nation sich unter der Führung von Imam Khomeini ungeachtet jeder Gruppenzugehörigkeit zusammentat. Diese Einheit in der Führung und gemeinsame Entschlossenheit der Bevölkerung ist ein wichtiger Grund für den Sieg der Revolution gewesen. Nach 15 Jahren beging die iranische Bevölkerung zum ersten Mal den Jahrestag des Aufstandes vom 5. Juni 1963, welcher zum Symbol für die Unterstützung Imam Khomeinis und den Kampf gegen das Schah-Regime geworden war. Zur Erinnerung: bei dem Aufstand am 5. Juni hatten die Menschen gegen die Festnahme von Imam Khomeini demonstriert und viele fanden beim Angriff der Schah-Agenten auf diese Demonstrationen den Tod.Dieses Ereignisses wurde am 5. Juni 1978 zum ersten Mal in der Öffentlichkeit wieder gedacht.Die Kundgebungen der Bevölkerung hielten an und Imam Khomeini schickte Ende Juli 1978 kurz vor dem Fastenmonat eine wichtige Botschaft an die iranische Nation. Er spornte die Bevölkerung zu vermehrtem Protest an und betonte dass die Bewegung islamisch ist. Zugleich wies er auf die Täuschungsmanöver des Schahregimes hin und forderte, dass die Ereignisse der Revolution schriftlich festgehalten werden.Anfang August wurden die Volksdemonstrationen in Isfahan blutig unterdrückt. Und einige Tage später verhängte der Schah in dieser und anderen Städten militärische Ausgangssperre.Anlässlich des Massakers an den Isfahanern betonte Imam Khomeini in einer Botschaft, dass es eine Tragödie nach der anderen geben werde, solange die Pahlavi-Regierung weiter besteht. Er rief die Bevölkerung auf verstärkt alle Kräfte zu mobilisieren und in Vertrauen auf die göttliche Macht um die Befreiung aus den Fängen der in- und ausländischen Unterdrücker zu kämpfen.Angesichts der wachsenden revolutionären Bewegung, kam der Schah zu der Einsicht, dass der Aufstand landesweite Dimensionen angenommen hat und nicht mehr abbricht. Daher witterte er Gefahr. Seine Handlanger ergriffen Maßnahmen um die revolutionären Kräfte in schlechten Ruf zu bringen. In einem Interview am 18. August 1978 sagte er: Ich habe vor einer großen Tragödie, die der schwarze Reaktionismus zur Erzeugung von Furcht und Schrecken in diesem Land hervorruft, Angst. Mit schwarzem Reaktionismus meinte der Schah die Geistlichen und die revolutionären Muslime. Einen Tag nach diesen Äußerungen kam es zu einem schrecklichen Vorfall im Rex-Kino in Abadan, Südwestiran. Im Rex-Kino von Abadan befanden sich 700 Menschen, als plötzlich Rauch in den Kinosaal eindrang und der Saal zu brennen begann. In Windeseile verbreiteten sich die Flammen. 377 unschuldige Menschen, darunter Frauen und Kinder starben an den Verbrennungen oder erstickten und es gab zahlreiche Verletzte. Die Propagandamaschine des Regimes berichtete ausführlich über diesen Vorfall und stellte ihn als Maßnahme der religiösen Regimegegner hin, obwohl das Regime sich sonst über die Kundgebungen der Regimegegner ausschwieg. Ihr Argument für diese Behauptung war, dass diese Regimegegner gegen Kunst und Kino seien und aus Fanatismus den Brand gelegt hätten. Aber keiner nahm ihnen diese Lüge ab. Anhand von Beweisstücken wurde deutlich, dass die Brandstiftung im Rex-Kino ein Verbrechen war, dass der Schah angeordnet hatte um die Revolutionäre in Verruf zu bringen. Und zwar hatte man alle Ausgänge des Kinos verriegelt und die Agenten des Regimes hatten mit der Kinodirektion Absprachen getroffen.Imam Khomeini entlarvte in seiner Botschaft das Schah-Regime und sagte: Ich glaube nicht dass ein Muslim zu solch einer schrecklichen Tat bereit ist, und auch kein anderer Mensch, es sei denn dass er solche Dinge gewohnt ist und aufgrund seiner Raubtiernatur nicht mehr zu den Menschen zählt.Er fügte hinzu: Dieses menschenfeindliche Verhalten, welches gegen die islamischen Gebote verstößt ist keine Tat der Schahgegner. Die Schahgegner bringen nämlich ihr Leben zum Schutz des Islams und des Irans und von Leib, Seele und Besitz der Bevölkerung in Gefahr. Das Gerichtsverfahren, das nach dem Sieg der islamischen Revolution hinsichtlich der Brandstiftung im Rex-Kino in Abadan durchgeführt wurde und aufgrund dessen einige dieser Brandstifter verurteilt wurden, ließ keinen Zweifel mehr darüber übrig, dass diese Schandtat vom Schah veranlasst worden war. Nach 6 Monaten Protest im Iran und der Brandlegung im Rex-Kino in Abadan durch die Schah-Agenten, trat Dschamschid Amuzgar aus seinem Amt als Premierminister zurück und Dschafar Scharif Emami übernahm seinen Posten. Durch Auswechseln seiner Schachfiguren wollte das Regime vortäuschen es habe sich auch etwas an seiner Politik geändert. Scharif Emami versprach Pressefreiheit und die Auflösung des berüchtigten Geheimdienstes Savak. Aber Imam Khomeini kannte die volksfeindliche Gesinnung des Pahlavi-Regimes und seine Fremdabhängigkeit und wusste dass alle Akteure im Dienste der Interessen des Regimes und der USA handeln. Deshalb rief er in einer Botschaft die iranische Nation zu Wachsamkeit gegenüber den listigen Plänen des Schahs auf.

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