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Dienstag, 15 Mai 2012 17:19

Vierzig Jahre vergeblicher Protest gegen US-Stützpunkt auf Okinawa

Auch vierzig Jahre nachdem die USA das Okinawa-Archipel im westlichen Pazifik an Japan zurückgegeben haben, unterhalten die Amerikaner auf diesem Territorium gegen den Protest der Bewohner eine Garnision mit quasi-kolonialen Rechten.
Offiziell feiern die USA und Japan am 15. Mai die Rückgabe Okinawas an Japan und beschwören die Stabilität ihres Bündnisses, doch tatsächlich werden die Forderungen der Bewohner Okinawas nach Abzug der Amerikaner immer heftiger. Für sie bedeutet die US-Garnison eine Fortsetzung der Besatzung.
Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb die Präfektur im äußersten Westen Japans für 27 Jahre unter amerikanischer Verwaltung. Mit der formalen Rückgabe an Japan im Jahr 1952 ließen die USA sich das Recht zusichern, dort  auf Dauer einen Stützpunkt zu unterhalten. Im Zuge von dessen Ausbau wurde die lokale Bevölkerung gegen ihren erbitterten Widerstand von ihrem Land vertrieben.
Während des Koreakriegs (1950-1953) und danach während des Vietnamkriegs (1955-1975) war Okinawa dann der wichtigste amerikanische Stützpunkt in Ostasien.
Mit der Rückgabe an Japan änderte sich für die Bevölkerung nichts. 38.000 Landbesitzer fordern seit Jahrzehnten vergeblich die Rückgabe von Grundstücken, die sie gezwungenermaßen an die Amerikaner verpachtet haben. Weiter richtet sich ihre Empörung dagegen, dass große Landstriche durch Treibstoff, Schwermetalle, toxische Chemikalien und Urangeschosse verseucht worden sind, wofür niemand die Verantwortung übernehmen will. Dadurch ist die Bevölkerung einem erhöhten Krebsrisiko ausgesetzt. Der Fluglärm bei Tag und Nacht bedeutet ein weiteres Gesundheitsrisiko.
Weitere Konflikte entstehen immer wieder aus der für das Militärpersonal entstandenen Sexindustrie, die von der lokalen Bevölkerung als schwere Belästigung und Beeinträchtigung empfunden wird. Auch haben die Bürger bisher vergeblich dagegen protestiert, dass amerikanische Soldaten und Militärs straflos bleiben, wenn sie Gesetze übertreten und Verbrechen begehen. Selbst von Amerikanern verursachte Verkehrsunfälle mit Todesopfern bleiben straffrei weil den Amerikanern vertraglich die Gerichtsbarkeit über ihre Staatsbürger übertragen wurde. Und diese beschränken sich meistens darauf, die Täter nach Hause zu schicken.
Wie Die Zeit in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet, sollen von den 35.000 US-Soldaten demnächst 9.000 Marines auf andere US-Außenposten in der Region verlegt werden. Dafür verlangen die USA von Japan eine Kostenbeteiligung in Höhe von 3,1 Milliarden US-Dollar.
Außer den Militärs sind in Okinawa auch 5.500 Zivilisten mit ihren Angehörigen stationiert. Deren Unterhalt kostet den japanischen Steuerzahler jährlich 217 Milliarden Yen (ca. 20 Milliarden Euro).
Aus Sicht der USA handelt es sich bei ihrer Garnison in Okinawa um einen Vorposten der freien Welt, von dem aus Demokratie und Menschenrechte verteidigt werden. Die Bürger Okinawas sehen sich dagegen als Opfer einer quasi-kolonialen Besatzungspolitik, gegen die sie sich seit Jahrzehnten vergeblich zur Wehr setzen und dabei nicht einmal von ihrer eigenen Regierung mehr als halbherzig unterstützt werden. Die "freie Welt", die sich in Sonntagsreden gern lautstark zu Freiheit und Menschenrechten bekennt, interessiert sich für ihre Rechte ebensowenig wie für die Frage nach der Rechtmäßigkeit von weltweit ca. 1.000 US-Militärstützpunkten auf fremden Territorien, von denen das Straflager auf Guantanamo zu weltweiter "Berühmtheit" gelangt ist.
 

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