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Sonntag, 27 Dezember 2015 13:26

Interview mit Dr. Yavuz Özoguz

Interview mit Dr. Yavuz Özoguz
Entscheidend ist bei dieser Situation, dass die syrische Regierung Deutschland  nicht gebeten hat, zu kommen. Es gibt für diesen Militäreinsatz auch kein UN-Mandat.  Ein Interview mit dem deutsch-türkischen Islam-Experten, Dr. Yavuz Özoguz über seine Strafanzeige gegen die Bundesregierung

IRIB: Herr Dr. Özoguz, ich darf Sie ganz herzlich begrüßen, zu diesem Interview!

Özoguz: Asalamu-aleikum aus Deutschland!

 

IRIB: Herr Dr. Özogz, Sie haben kürzlich eine Strafanzeige gegen die Bundesregierung gestellt. Sagen Sie uns bitte, was der Anlass dazu gewesen ist?

Özoguz: Nun, erlauben Sie mir, dass ich diesbezüglich etwas aushole, weil man eine solche Strafanzeige nicht jeden Tag stellt. Es geht darum, dass ich dadurch, dass ich mit einer deutschstämmigen Frau verheiratet bin, die Gelegenheit hatte, mich mit den früheren deutschen Generationen zu unterhalten. Auch durch meinen früheren Beruf hatte ich die Gelegenheit, mit älteren Deutschen zu sprechen. Dabei kam man immer wieder auf den 2. Weltkrieg und auf die Frage, inwieweit die deutsche Bevölkerung damals eine gewisse Mitschuld trug. Die Enkel-Generation, zu der auch  ich dann zählen würde, hat immer wieder den Eltern den Vorwurf gemacht, warum habt ihr geschwiegen? Warum habt ihr nichts dagegen getan, dass Deutschland damals einen ungerechten Krieg begonnen, der   dann zu einer Katastophe in der Welt geführt hat? Ich denke, wir befinden uns im Augenblick in Deutschland in einer sensiblen Situation wie damals. Wir befinden uns in einer Situation, die für Deutschland eine sehr, sehr historisch-kritische Situation ist, in der Deutschland einmal mehr in einen ungerechten Krieg eintritt. Ich will hier nicht von der Gerechtigkeit Gottes sprechen, oder von anderen Dingen. Wenn es darum ginge, dann müsste man laufend Strafanzeige stellen. Nein, es geht hier wirklich um Spielregeln, die Völker miteinander vereinbart haben, um halbwegs ein friedfertiges, ein friedliches Leben auf diesem Planet zu ermöglichen. Zu diesen vereinbarten  Spielregeln gehört es, dass kein Volk einen Angriffskrieg gegen ein anderes Volk, und kein Staat einen Angriffskrieg gegen einen anderen Staat führen darf. Und auch kein Staat darf  seine Soldaten irgendwohin schicken, nur weil es seinen eigenen Interessen entspricht. In diesem Zusammenhang muss man leider feststellen, dass Deutschland hier aus meiner Sicht die  rote Linie überschritten hat. Deutschland hat hier mit der Entsendung von Aufklärungsflugzeugen eine Entscheidung getroffen, die das internationale Recht bricht, die auch das Völkerrecht bricht. Denn Deutschland wird hier Teil eines Angriffskriegs sein. Die deutschen Aufklärungsflugzeuge haben die Aufgabe, Informationen im Zusammenhang mit dem Krieg in Syrien zu sammeln und  an die  Amerikaner und Französen  weiterzuleiten, die sie dann bei ihren Militäroperationen verwenden, also für ihre Bomdardments. Dabei kommen immer wieder Menschen ums Leben, darunter auch viele Zivilisten. Entscheidend ist bei dieser Situation, dass die syrische Regierung Deutschland  nicht gebeten hat, zu kommen. Es gibt für diesen Militäreinsatz auch kein UN-Mandat.

 

 

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Geführt wurde das Interview von Seyed Hedayatollah Shahrokny 

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