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Montag, 18 Mai 2015 13:31

Interview mit Willy Wimmer

Interview mit Willy Wimmer
"Aber das, was sich am letzten Wochenende wieder mal gezeigt hat, macht deutlich, dass Deutschland und die Deutschen wirklich von der "Krippe bis zur Bahre" ausgespäht werden und dass offensichtlich   der eigene Nachrichtendienst willentlich, oder weil er die Einrichtungen zur Verfügung stellt, den Vereinigten Staaten erlaubt, Deutsche "nach Strich und Faden" auszuspähen und zwar nicht nur deutsche Unternehmen, sondern auch deutsche Politiker und einzelne Bürger, die in Fadenkreuz der Amerikaner gekommen sind." Ein Interview mit dem CDU-Politiker, Willy Wimmer, über die Art der Zusammenarbeit von BND und NSA  

IRIB: Herr Wimmer,  ich darf Sie ganz herzlich begrüßen zu diesem Interview!

Wimmer: Guten Tag, Herr Shahrokny, guten Tag nach Teheran!

 

IRIB: Herr Wimmer, Sie haben kürzlich einen Artikel veröffentlicht, in dem Sie sich mit der Informationspolitik der Bundesregierung hinsichtlich der Zusammenarbeit zwischen dem deutschen Bundesnachrichtendienst(BND) und dem amerikanischen Geheimdienst (NSA) befassen. Lassen Sie mich einen Satz aus diesem Artikel zitieren und Sie dann darum bitten, uns das  zu erläutern. Sie schreiben, ich zitiere: " Sollten die neuen Erkenntnisse, die in der Presse genüsslich über die verflixte Zusammenarbeit zwischen BND und den amerikanischen Nachrichtendiensten zur intensiven Ausspähung der europäischen und deutschen Industrie ausgearbeitet werden, nur im Ansatz zutreffend sein, dann sollte die Frau Bundeskanzlerin Konsequenzen ziehen," Zitatende. Was für Konsequenzen meinen Sie?

Wimmer: Die Konsequenzen beschreibe ich, ja, einige Sätze später, in diesem Artikel, indem ich darauf aufmerksam mache, dass diese verhängnisvolle Berichterstattung eigentlich nur den Schlüssel zulässt, dass man am besten auf dem Kanzleramt die Flagge mit den drei Affen, die nicht hören, die sehen und nicht sagen, aufzieht und "schwarz-rot-Gold" hereinholt. Das ist aber eine Anmerkung, die natürlich ironisch gemeint ist. Aber das, was sich am letzten Wochenende wieder mal gezeigt hat, macht deutlich, dass Deutschland und die Deutschen wirklich von der "Krippe bis zur Bahre" ausgespäht werden und dass offensichtlich   der eigene Nachrichtendienst willentlich, oder weil er die Einrichtungen zur Verfügung stellt, den Vereinigten Staaten erlaubt, Deutsche "nach Strich und Faden" auszuspähen und zwar nicht nur deutsche Unternehmen, sondern auch deutsche Politiker und einzelne Bürger, die in Fadenkreuz der Amerikaner gekommen sind. Ich beziehe mich da ausdrücklich auf das, was die großen deutschen Zeitungen an diesem Wochenende einvernehmlich geschrieben haben. Das hinterlässt natürlich nicht nur ein bitteres Gefühl in der deutschen Bevölkerung, sondern auch die Frage an die Frau Bundeskanzlerin, denn das ist die einzige, die man da fragen kann. Was bespricht sie eigentlich mit den Amerikanern zu Lasten des deutschen Volkes?

 

IRIB: Warum hält die Bundesregierung diese Informationen zurück? Warum spielt man nicht mit offenen Karten?

Wimmer: Das kann man natürlich vermuten, aber die Vermutung ist ja nicht aus der Luft gegriffen. Möglicherweise sind die Beziehungen nachrichtendienstlicher Art zu Lasten der deutschen Bevölkerung durch den Bundesnachrichtendienst und den amerikanischen Dienst so gravierend, dass man schlimme Konsequenzen für Deutschland selbst befürchtet, wenn das alles offengelegt werden sollte. Das muss eine Dimension sein, die uns in Atem nimmt. Wir sind seit ja und Tag an der Nase herumgeführt worden, was die Breite der Zusammenarbeit zu Lasten des deutschen Volkes mit den Vereinigten Staaten anbetraf und die offensichtlichen Erklärungen, die auch Frau Bundeskanzlerin dazu abgegeben hat, waren offensichtlich nur deshalb  so formuliert, wie sie formuliert waren, um den Deutschen Sand in die Augen zu streuen und sie die ganze Dimension vergessen zu lassen. Das scheint nicht zu gelingen.         

 


 Das Interview wurde am 27. Apr. aufgezeichnet!


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Das Interview wurde geführt von Seyyed-Hedayyatollah Shahrokny

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