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Sonntag, 26 April 2015 14:35

Interview mit Christoph Hörstel

Interview mit Christoph Hörstel
 Während der Verhandlungsrunde habe ich schon gesagt: "Das Ding ist tot." Das liegt ganz einfach daran, dass die USA und Großbritannien  hier nicht mitmachen. Das sind beide Staaten, insbesondere die USA, die den Krieg in Europa mitplanen.

 
Ein Interview mit dem deutschen Regierungsberater und Publizist, Christoph Hörstel, über anhaltende Spannungen in der Ostukraine

IRIB: Herr Hörstel, ich darf Sie ganz herzlich begrüßen zu diesem Interview!

Hörstel: Beste Grüße nach Teheran, lieber Herr Shahrokny!

 

IRIB: Herr Hörstel, trotz der Minsker Vereinbarung, trotz der Vereinbarung über Waffenruhe, herrscht in der Ostukraine immer noch keine echte Waffenruhe. Man spricht zwar darüber, dass man sich an die Minsker Vereinbarung halten müsste, man hält sich aber nicht daran. Woran liegt es?

Hörstel: Lieber Herr Shahrokny, lassen Sie mich vor mehr  als zwei Monaten beginnen. Jetzt vor zwei Wochen habe ich bereits geschrieben,  praktisch im  Entstehen des Minsker Prozesses. Während der Verhandlungsrunde habe ich schon gesagt: "Das Ding ist tot." Das liegt ganz einfach daran, dass die USA und Großbritannien  hier nicht mitmachen. Das sind beide Staaten, insbesondere die USA, die den Krieg in Europa mitplanen. Auf der Insel fühlt man sich relativ sicher, deswegen leistet man da nicht so richtig Widerstand. Das ist die Situation. Wer auf Minsk setzt, der ist ein Kriegstoter. Das ist das große Problem. Die Reise vom französischen Präsidenten, Hollande, mit der deutschen Bundeskanzlerin, Merkel,  nach Moskau zu Putin war ein Grundfehler. Das ist nett, dass sie es gemacht haben. Das hat ein bisschen Aufschub gebracht, zwei Monate Aufschub war in der letzten Woche, der  jetzt zu Ende gehenden Woche. Hier hat der Krieg in der Ostukraine wieder angefangen. Der Aufschub ist gut für Menschen, aber er bringt nichts im Prinzip. Das macht die ganze Sache wahnsinnig schwierig. Die USA setzen weiter auf Krieg. Grade haben sie mehrere Bataillonen in die Ukraine eingeflogen, um dort Soldaten zu trainieren. Warum sollte man das denn machen? Die werden sie nicht trainieren, an irgendwelchen Waffen,   die deckungsgleich sind mit der russischen Produktion, sondern es wird vorgearbeitet, für das Handhaben von Waffen aus amerikanischer Produktion, die in Teilen auch schon angekommen sind. Sie wurden fotografiert, von den Widerständlern im Kampfgebiet. Diese Art Lügereien, mit denen wir uns  hier richtig herumschlagen müssen und wissen gar nicht, was da richtig läuft.    Dass wir glauben, ein Zusammensitzen in Minsk könne etwas bremsen, wenn die USA weiter auf Krieg setzen.  Das ist alles verheerend, weil das in die politische Debatte Schärfe bringen.

 

Das Interview wurde letzte Woche aufgezeichnet!  
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Das Interview wurde geführt von Seyyed-Hedayatollah Shahrokny,

 

 

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