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Samstag, 21 Februar 2015 13:47

Interview mit Christoph Hörstel

Interview mit Christoph Hörstel
"Es ist zwar richtig, dass bei dem Staat von ISIS mit Sicherheit auch Freunde und Verbündete beteiligt waren, aber auch die USA. Das hat er hier klüglich verschwiegen, weil der dadurch – wie soll ich sagen – der Regierung Obamas eine Untersuchung im Hause ersparen will." Ein Interview mit dem deutschen Publizisten, Christoph Hörstel, über die jüngsten Äußerungen des pensionierten US-Generals Wesley Clark

IRIB: Herr Hörstel, ich darf Sie ganz herzlich begrüßen zu diesem Interview!

Hörstel: Viele Grüße nach Teheran, lieber Herr Shahrokny!

 

IRIB: Herr Hörstel, es ist noch nicht ein Jahr her, dass die brutale Terrorgruppe ISIS, also „Islamischer Staat im Irak und in  Syrien, oder spräter dann IS, also „Islamischer Staat“, plötzlich auftauchte und im Irak eine Stadt nach der anderen eroberte. Kaum jemand in der Öffentlichkeit wusste so genau, wie diese Gruppe entstanden ist. Nur eins wusste man und zwar, dass sie  über moderne Waffen verfügt und dass sie viel Geld hat. Es gab zwar Mutmassungen, jedoch keine genauen und nachprüfbaren Inforamationen über die Staaten, die diese Gruppe unterstützt und auf die Beinge geholfen haben. Nun will ein pensionierte US-General wissen, wer hinter dieser Terrorgruppe steht. Dieser General a.D. ist kein anderer als der ehemalige Nato-Kommandant für Europa, Wesley  Clark.  Er hatte kürzlich dem amerikanischen Fernsehsender „CNN“ ein Interview gegeben, indem er darüber einige wichtige Informationen  verraten hat. Sagen Sie uns, Herr Hörstel, bitte, was er alles in diesem Interview in den Raum gestellt hat?

Hörstel:  Das Wesentliche ist – lieber Herr Shahrokny –einfach, dass er im Prinzip zwei Dinge erklärt hat, die nicht so stimmen. Sie sind aber in der Erklärung schon – wie soll ich sagen – hart genug, um allerhand Alarm und Aufregung zu verursachen. Ich übersetze so live aus Englisch, weil  sie auf Deutsch nicht so vorliegt:  "ISIS wurde gestartet durch die Finanzierung   unserer Freunde und Alliierte."  Die Leute in der Region werden ihm sagen, wenn Sie jemanden haben wollen, der bis zum Tode gegen Hisbollah kämpft, dann muss man nicht Personalsuche-Poster irgendwo aushängen, wo dann darauf steht: Ihr könnt bei uns antreten und die Welt verbessern, sondern man sucht sich Hitzköpfe und – wie soll ich sagen – kampflustige religiöse Fundamentalisten und die werden dann gegen die Hisbollah kämpfen. Der sagte dann, das ist eine Art "Frankenstein". Er hat also IS oder ISIS mit Frankensteinen, mit einem Monster, verglichen. Jetzt kommen die Lügen. Es ist zwar richtig, dass bei dem Staat von ISIS mit Sicherheit auch Freunde und Verbündete beteiligt waren, aber auch die USA. Das hat er hier klüglich verschwiegen, weil der dadurch – wie soll ich sagen – der Regierung Obamas eine Untersuchung im Hause ersparen will. Er schiebt also  die Schuld auf andere. Washington steht hinter dieser Strategie. Das ist eine typische CIA-Strategie, das können wir später erläutern.  Jetzt kommt die zweite Lüge und dass es um Hisbollah gegangen sei. Ja – wie soll man sagen – Hisbollah ist hin und wieder verwickelt und das ist richtig, aber hauptsächlich  sehen wir große Geländegewinne in Syrien und im Irak. Das finde ich ja sehr interessant und tatsächlich ist ein Effekt, dass wir jetzt genau in den Bombenkrieg hineingekommen sind, über Syrien, den der russische  Präsident abzuwenden hoffte, mit einer Geschichte um Chemiewaffen  des Assad-Regimes. Denn damals standen die USA kurz vor einem Bombardements und jetzt gelingt dieses Bombardements auf Syrien. Eindeutig – auch öffentlich erklärt durch die US-Regierung gegen Assads, indem man sagt, na ja, wir  sind gegen IS und wenn wir jetzt da sind, dann bomben wir ein bisschen gegen Assad. Die westliche  Bevölkerung kann natürlich nicht nachprüfen am Boden, ich auch nicht,  und das ist das, was wir aus der Regierung hören. Die meisten Bomben in Syrien  fallen, um die Bevölkerung und die  Regierung Assads zu schwächen und die wenigsten treffen irgendwas Volles bei IS.  Das ist auch subjektiv verständlich so, das ist die Lage. Der General geht also vorne, mit einer öffentlichen Erklärung, die die US-Regierung vor den weltweit immer lauter gewordenen Erklärungen schützen soll, die unter anderem ich im iranischen Rundfunk geäußert habe, aber nicht nur dort, sondern auch  im russischen Rundfunk, in den zahlreichen Deutsch-Interviews immer wieder, dass die USA dahinter stecken. Das ist den Amerikanern offenbar zu viel geworden. Dieses Konzert der Anklagen.  Und jetzt haben sie hier versucht, mit Wesley Clark,  ganz vernünftig eine große Nebenkerze zu werfen, die natürlich auch schädlich ist. So wie der Aufsatz von Seymour Hersh über furchtbarer Folterarien in diesem schrecklichen Gefängnis bei Bagdad im Irak, wo dann Fotos rauskamen und dann hat man ein paar einfache Soldaten angeklagt, einige Generale mussten ihre Posten weggeben, nur zu verstecken, dass die amerikanische Regierung die Foltergeschichten angeordnet hat.  


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Das Interview wurde geführt von Seyyed-Hedayatollah Shahrokny,

 

 

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