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Samstag, 31 Januar 2015 11:12

Interview mit Willy Wimmer

Interview mit Willy Wimmer
"Diejenigen, die Sanktionen gegenüber Russland verhängt haben – das gilt sowohl für die europäischen Staaten als auch für die Vereinigten Staaten als auch für Kanada – das sind genau diejenigen, die den Konflikt gegenüber der Russischen Föderation losgetreten haben.  Sie sind im klassischen Sinne die Konfliktpartei – die europäischen Staaten und die beiden nordamerikanischen Staaten."Ein Interview mit dem CDU-Politiker, Willy Wimmer, über Zuspitzung des Konflikts in der Ostukraine

IRIB: Herr Wimmer, ich darf Sie ganz herzlich begrüßen, zu diesem Interview!

Wimmer: Guten Tag, Herr Shahrokny, guten Tag nach Teheran!

 

IRIB: Herr Wimmer, die Gefechte in der Ostukraine dauern unvermindert an und fordern täglich neue Opfer. In dieser Situation versuchte man vergeblich, beide Seiten  an den Verhandlungstisch zu bringen. Ein für Freitag in der russischen Hauptstadt, Minsk, geplantes Treffen wurde kurzfristig abgesagt. Was ist der Grund dieser Absage?

Wimmer: Das sind wohl alles taktische Spielchen, die da betrieben werden. Man tut gut daran, sich in der Bewertung nicht auf diese Spielchen einzulassen. Diese Dinge haben inzwischen eine Dimension erreicht, die über das aktuelle Schlachtfeld  in der Ostukraine weit hinausgehen, wenn man die großen deutschen Zeitungen an diesem Wochenende liest, die bis in die Dimension eines Nuklearkrieges zwischen den Vereinigten Staaten und der Russischen Föderation reichen.  Also, vor diesem Hintergrund ist das, was da in Minsk passiert ist, oder nicht passiert ist, Ausdruck für eine sehr bewusste Entwicklung seit einem Jahr. Man kann vermuten, dass das schon sehr länger geht, was die Ursachen betrifft.  Vor diesem Hintergrund ist das eine schreckliche Entwicklung, mit der wir zutun haben. Und da sind solche Absagen wie die von Minsk nur Ausdruck für eine Gesamtentwicklung.

 

IRIB: Man macht Russland ein weiteres Mal für die Zuspitzung der Krise in der Ukraine verantwortlich, weshalb auch die EU-Außenminister neue Sanktionen gegen Moskau beschlossen haben. Wie beurteilen Sie diese Entscheidung der EU-Außenminister?

Wimmer: Ja, man muss zwei Dinge auseinanderhalten: Auf der einen Seite diese aktuelle Entscheidungslage, die ja wesentlich von der Neuwahl der griechischen Regierung bestimmt worden ist- das hätte viel schlimmer ausfallen können, wenn es nicht die Griechen gewesen wären, die auf die Bremse getreten haben. Das ist das eine. Das zweite ist, man sollte die "Kirche im Dorf lassen", wie es bei uns so schön heißt. Diejenigen, die Sanktionen gegenüber Russland verhängt haben – das gilt sowohl für die europäischen Staaten als auch für die Vereinigten Staaten als auch für Kanada – das sind genau diejenigen, die den Konflikt gegenüber der Russischen Föderation losgetreten haben.  Sie sind im klassischen Sinne die Konfliktpartei – die europäischen Staaten und die beiden nordamerikanischen Staaten. Vor diesem Hintergrund sind sie Kriegspartei in der Auseinandersetzung, die wir derzeit auf dem Territorium der Ukraine erleben. Also, vor diesem Hintergrund sollten die Europäer, also die Staaten der Europäischen Union, nicht den Eindruck erwecken wollen, sie seien irgendwie geartete neutrale Gruppe, die versucht, den Konflikt beizulegen. Im Gegenteil, das ist die Staatengruppe, die auf Weisung der Vereinigten Staaten – und das hat der amerikanische Vizepräsident, Joe Biden, ganz deutlich gesagt -  die Sanktionen   verhängt hat, um amerikanische Staaten gegenüber der Russischen Föderation durchzusetzen. Das ist eine große "Public Relation Kampagne"  die wir derzeit erleben. Aber die Staaten der Europäischen Union sollten nicht davon ausgehen, dass ihre Bevölkerungen dafür irgendwie hätten.

 

IRIB: Das Problem ist – wie Sie gerade angedeutet haben, dass die Griechen die jüngste Entscheidung der EU-Außenminister nicht mittragen wollen. Und wie Gysi kürzlich gesagt hat, wird es diesbezüglich Nachahmer geben. Steuert die Europäische Union auf eine Spaltung zu?     


 

Das Interview  in voller Länge im Audio!

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Das Interview wurde geführt von Seyyed-Hedayyatollah Shahrokny

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