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Dienstag, 09 Dezember 2014 08:40

Interview mit Gerhard Wisnewski

Interview mit Gerhard Wisnewski
  Ich habe sowohl den Ton  analysiert, als auch das Bild und auch das Verhalten der Personen in diesem Video. Bei dem Opfer stellt man fest, dass es eine ganze Liste zusammengekommen ist, von seltsamen Verhaltensmerkmalen: In dieser Situation ist das Opfer absolut ruhig, bewegt sich nicht, zittert und schlottert auch nicht, seine Körperhaltung ist entspannt und atmet vollkommen ruhig, sein Blick senkt sich kaum, er strahlt sogar Sicherheit aus, bei seiner Rede, dieser Journalist, der gleich enthauptet werden soll.  Ein Interview mit dem deutschen Journalist, Schriftsteller und Filmautor Herrn Gerhard Wisnewski über  Echtheit der Videos, die die Terrorgruppe "Islamischer Staat" veröffentlicht
 

IRIB: Ich darf Sie, Herr Wisnewski, ganz herzlich begrüßen zu diesem Interview!

Wisnewski: Ich grüße Sie auch, Herr Shahrokny!

 

IRIB: Herr Wisnewski, die Gräueltaten der Terrorgruppe "Islamischer Staat" (IS) hat viel Wut und Entrüstung  in aller Welt ausgelöst. Diese Terrorgruppe hat in letzter Zeit viele unschuldige Menschen enthauptet, unter anderem ein amerikanischer Journalist. Teile dieser Enthauptungen wurden auf Videos im Internet gestellt. Sie haben sich speziell mit dem Fall des US-Journalisten beschäftigt, deshalb möchte  ich Sie darum bitten, uns zu sagen, zu welchen Erkenntnissen Sie gekommen sind?

Wisnewski: Ja, Herr Shahrokny, ich habe mich damit beschäftigt, im Rahmen meines neuen Jahrbuches "Ungeklärt, unheimlich, unfassbar", das erst gerade erschienen ist. Viele werden sich bestimmt erinnern: Am 19. August 2014 war das, als plötzlich die Meldung durch die Welt ging, IS-Terroristen hätten einen amerikanischen  Journalisten hingerichtet, enthauptet. Es ging dann ein Video um die Welt, auf  " youtube" konnte man auch besichtigen, was viele natürlich nicht getan haben, aus naheliegenden Gründen.  Da stellte man fest, dass hier einiges nicht stimmt, mit diesen Horrorvideos, die hier aus dem Bereich "IS" verbreitet wurden.

 

IRIB: Wie wollen Sie es begründen, dass es nicht stimmt?

Wisnewski: Ich habe früher sehr viel im Filmbereich gearbeitet, Dokumentationen gemacht. Ich habe mir das Video mehrmals sehr genau  angeschaut.  Es geht hier darum, dass ein schwarz vermummter Terrorist in der Wüste steht und neben ihm das Orange gekleidete Opfer kniet und dann eine perfekte Abschiedsansprache, sozusagen, hält. Das Opfer hält also eine Ansprache, klagt die eigene Seite an, die amerikanische, wegen Gräueltaten und verabschiedet sich von seiner Familie. Das kam mir komisch vor, weil wenn man sich gerade in der eigenen Enthauptung befindet, man nicht so eine perfekte Rede halten kann. Ich habe sowohl den Ton  analysiert, als auch das Bild und auch das Verhalten der Personen in diesem Video. Bei dem Opfer stellt man fest, dass es eine ganze Liste zusammengekommen ist, von seltsamen Verhaltensmerkmalen: In dieser Situation ist das Opfer absolut ruhig, bewegt sich nicht, zittert und schlottert auch nicht, seine Körperhaltung ist entspannt und atmet vollkommen ruhig, sein Blick senkt sich kaum, er strahlt sogar Sicherheit aus, bei seiner Rede, dieser Journalist, der gleich enthauptet werden soll. Was auch auffällig ist, ist,  dass man keine Spannung zwischen den Kontrahenten spürt, zwischen diesen beiden Personen, also zwischen Delinquenten und Henker. Das Opfer  verspricht sich   in seiner Rede kein einziges Mal. Er hastet, stottert und stoppt nicht und vergießt den Text nicht. Die Stimme hat einen  regen, kräftigen Klang. Also, kurzum, das Ganze ist unwahrscheinlich. Weitere Merkmale, was man sieht, sind, es handelt sich um eine Wüstenszene und augenscheinlich in der Wüstensonne. Der Man wartet auf seine Hinrichtung, aber Sie sehen keinen einzigen Schweißtropfen auf seiner Stirn. Also, kurz und gut, das ganze Video ist von vorne bis hinten unglaubwürdig.  

 

Rundfunk: Kann es nicht vorkommen, dass man in einer solch prekären Lage sprachlos wird?

Wisnewski: Also, das kann ich mir schlecht vorstellen. Man muss sich ja auch vorstellen, dass eine Rede, die einige Minuten dauert, die er auch freihält, die hat man in dieser Rede antrainiert. Ich muss an der Person irgendwelche Spuren vom psychischen    oder physischen Druck erkennen. Aber, er sieht ganz normal aus, er hat keine Augenringe, er weint nicht, er hat aber auch einen guten körperlichen Zustand. Im weiteren Verlauf des Videos kommt es dann mit dieser berühmten Enthauptungsszene. Nur die meisten Menschen, die sich dieses Video nicht angeschaut haben, wissen gar nicht, dass man diese Enthauptung letztlich erstens nicht sieht, und zweitens, das, was man von ihm sieht, vollkommen unglaubwürdig ist, nämlich, man sieht, wie der Henker tatsächlich mit einem großen Messer am Hals des Opfers herumsäbelt , bevor das Bild abgeblendet wird. Es tritt keinerlei Blut aus. Da haben einige westliche Fachleute den Verdacht geschöpft und gesagt: Das kann eigentlich nicht sein.

 

IRIB: Worauf wollen Sie hinaus?

Wisnewski: Es gab einige etablierte Fachleute, die gesagt haben, dieses Video ist eine Inszenierung. Ich beschäftige mich schon seit ganz vielen Jahren  mit dem Phänomen des sogenannten  "Phantom -Terrorismus", also gestellter, inszenierter  Terrorismus und des Terrors,  mit dem irgendwelche Terror-Gespenster aufgebaut werden, die dann die Bevölkerungen beunruhigen sollen. Hier geht es natürlich ganz klar darum, a) den sogenannten "Islamischen Staat", aber b) den Islam allgemein, global in die Ecke einer ganz grausamen   Bewegung und Religion zu stellen, zu welchen Untaten sie tätig ist. Da führt man der Weltöffentlichkeit    seit einiger Zeit ein solches Enthauptungsszenario nach dem anderen vor. Man muss sich auch vorstellen, wenn man das aus der Perspektive dieser Terrorgruppe "Islamischer Staat" betrachtet. Was wäre das für eine Presse-Arbeit, Pressevertreter zu Konferenzen nicht einzuladen, sondern zur Enthauptung. So was habe ich noch nie gehört, so eine Presse-Arbeit. Also, das Ganze ist absurd und unwahrscheinlich.

 

IRIB: Diese Inszenierung müsste irgendjemandem nutzen, wem sollte es nutzen?

Wisnewski: Das kann nur der westlichen, der amerikanischen, Seite nutzen, die ja den Krieg der Kulturen selber "erfunden" hat. Man wird sich erinnern, an Samuel Huntington und seinen Kampf der Kulturen, ein amerikanischer Politikwissenschaftler, der 1993 letztlich aus dem heiteren Himmel heraus, prophezeit hat: "Wir würden in einigen Jahren einen Kampf der Kulturen und der Religionen erleben."  Etwas, was man sich damals nicht vorstellen konnte.  Tatsächlich wurde dieser Krieg der Kulturen oder der Religionen eingeleitet, mit dem 11.09. 2001, als angebliche "Islamisten" ein Attentat auf "Word Trade Center " verübt haben. Das war der Donnerschlag, mit dem dieser Krieg der Religionen, dieser künstliche Krieg der Religionen gestartet wurde. Das wird immer weiter mit weiteren Inszenierungen fortgesetzt

 

 

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 Das Interview wurde geführt von Seyed Hedayatollah Shahrokny

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