Diese Webseite wurde abgebrochen. Wir wechseln auf Pars Today German.
Montag, 29 September 2014 08:17

Interview mit Dr. Yavuz Özoguz

Interview mit Dr. Yavuz Özoguz
"Dieser Angriff auf den Irak soll, wenn wir in der Folge schauen, dazu führen, dass die USA, die aus dem Irak mehr oder weniger entfernt wurden, weil man die nicht mehr haben wollte, nun wieder zurückkehren. Zuerst hieß es, sie würden ein paar Luftschläge fliegen, dann sind Ausbilder dorthin gegangen und seit ein paar Tagen ist von Einsatz der Bodentruppe die Rede. Das heißt, die USA, die einmal die Kontrolle über den Irak verloren haben, sollen sie auf diesem Wege wieder gewinnen."Ein Interview mit dem deutsch-türkischen Islam-Experten, Dr. Yavuz Özoguz über  mögliche Unterstützer  der IS-Terroristen

Rundfunk: Seit gut drei Monaten sorgt die Terrorgruppe „Islamischer Staat“(IS) im Irak und in Syrien für Angst und Schrecken und außerhalb der genannten Länder für Entsetzen.  Die Gräueltaten, die diese Gruppe begeht, sind kaum zu übertreffen.  Das alles begann anfangs Juni, als sie in atmenberaubenden Tempo Gebiete im Nordirak besetzten. Es gibt lediglich Mutmaßungen, wer diese Gruppe ist. Ich möchte deshalb diese Frage an Sie stellen: Wer sind  die IS-Terroristen? Wer finanziert sie? Und wie stark ist ihre Schlagkraft real?

 

Özoguz: Das sind natürlich schwierige Fragen, wo wir auf Indizien zurückgreifen müssen, um etwas dahinter blicken  oder hinter die  Kulissen schauen zu können. Denn das, was vor den Kulissen oder auf der Bühne  vorgestellt wird, ist ein Theaterstück voller Lüge, voller Verschwörung und voller Heuchelei. Umso schwieriger ist hinter die Kulissen zu schauen. Zunächst einmal müssen wir und das Gesamtbild ansehen. Das Gesamtbild sieht so aus, dass diese terroristischen  Verbrecher nicht erst vor drei Monaten angefangen haben, zu morden, sondern das tun sie seit Jahren, nämlich in Syrien. Die Gräueltaten, die sie in Syrien begangen haben, waren nicht weniger schlimmer als das, was wir jetzt hören. Nur seit zwei, drei europäische Köpfe abgeschlagen wurden, sind sie in die Schlagzeilen gekommen. Die IS-Terroristen haben früher in Syrien hunderte, sogar tausende Köpfe abgeschlagen, darunter übrigens auch Christen. Aber solange das in Syrien war, solange es im Interesse der westlichen Welt war, hat sich keiner im Westen darüber aufgeregt, der Westen hat das gar nicht wahrgenommen. Die zionistisch dominierende Presse hier hat  das Problem überhaupt nicht thematisiert, so konnten sie damals problemlos wüten. Nun sind diese Terroristen in den Irak eingedrungen und haben dort Regionen erobert. Jetzt muss man sich die Frage stellen, ob das jetzt passiert ist, weil sie erstens  ihrem Auftraggeber aus dem Rudern sind, weil zweitens die Auftraggeber die Kontrolle über sie verloren haben, was durchaus möglich ist, oder drittens, auch das geschieht im Auftrag der Auftraggeber. Denn interne Quellen sagen immer wieder, dass 80 Prozent dieser Kämpfer, dieser Soldaten oder besser gesagt dieser Söldner sehr einfache Bürger sind, die zwischen „Weiß“ und „Schwarz“ kaum unterscheiden können und vom Islam keine Ahnung haben, dennoch die Vorstellung haben, irgendwo als Muslim aufzutreten.  Die restlichen 20 Prozent macht die IS-Führung aus. Das sind gekaufte Leute, die ihre Seele an den großen Satan verkauft haben, also an die USA und Israel. Deshalb ist hier große Vorsicht geboten, was dort bezweckt wird. Dieser Angriff auf den Irak soll, wenn wir in der Folge schauen, dazu führen, dass die USA, die aus dem Irak mehr oder weniger entfernt wurden, weil man die nicht mehr haben wollte, nun wieder zurückkehren. Zuerst hieß es, sie würden ein paar Luftschläge fliegen, dann sind Ausbilder dorthin gegangen und seit ein paar Tagen ist von Einsatz der Bodentruppe die Rede. Das heißt, die USA, die einmal die Kontrolle über den Irak verloren haben, sollen sie auf diesem Wege wieder gewinnen. Dann passiert etwas, was das Völkerrecht auf den Kopf stellt: Wir haben jetzt in den letzten Tagen gehört, dass die USA syrisches Gebiet bombardiert haben. Solche Bombardements sind unter zwei Umständen möglich:

  1. Wenn der amtierende Regierungschef um Hilfe bittet. Das ist im Falle Syrien sicherlich nicht geschehen.

2. Wenn es ein U-Mandat gibt, das heißt, wenn der Sicherheitsrat einen Beschluss gefasst hat. Auch das ist nicht geschehen. Insofern haben die USA völlig auf eigene Faust gehandelt und somit das Völkerrecht gebrochen, die Souveränität eines Staates zerstört und ein Gebiet bombardiert, wobei übrigens nach vorliegenden Meldungen auch noch unschuldige Menschen umgekommen sein sollen. Wir haben einmal mehr Massenmord des großen Satans und einen Völkerrechtsbruch. Für mich als deutscher Staatsbürger scherzt das umso mehr, wenn unsere Bundesregierung an der Seite dieses Völkerrechtsbruchs steht. Das tun natürlich umso mehr weh.  


                                                                  ....................................................................
Geführt wurde das Interview von Seyed Hedayatollah Shahrokny 

Medien

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren