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Donnerstag, 08 Mai 2014 12:31

Interview mit Christoph Hörstel

Interview mit Christoph Hörstel
Es ist besser, dass in der Ukraine soviel wie möglich Strukturen stehen bleiben. Aber im Moment, bei dieser Verbrecher-Strategie Waschingtons,  sehen ich wenig Chance für die Ukraine.      Ein Interview mit  Christoph Hörstel, Regierungsberater und Publizist,  über die Zukunft der Ukraine

Rundfunk:Herr Hörstel, heute ist zum ersten Mal seit der Krise in der Ukraine eine erfreuliche Nachricht verbreitet worden. Die 12 OSZE-Militärberater  sind im Osten des Landes freigelassen worden, dank der erfolgreichen Vermittlung Tukins, des Sondergesandten des  russischen Präsidenten, Putins.  Sie sind freigelassen worden ohne Gegegenleistung, wie es dazu heißt. Gegner der Kiewer Regierung hatten  auf einem Austausch beharrt. Ist da keine Gegenleistung erbracht worden?

Hörstel: Ich kann mir gut vorstellen, dass tatsächlich Gegenleistung erbracht werden, aber schweigend. Das ist bei solchen Dingen eigentlich üblich. Das Problem ist im Pronzip, dass man die Dinge nicht weiß. Ich kann es von hier aus auch nicht überblicken. Ich habe keine Direktkontakte in die Ukraine. Ich bin aber auch nur jemand, der normalerweise alle Medien zur Kenntnis nimmt, auch von der anderen Seite,  und im Prinzip  auch gelegentlich Informationen bekomme von Menschen von dort, aber eben nicht Festes. Und auf diese Art und Weise ist mein Bild im Wesentlichen lückenhaft.  Ich will vielleicht etwas korrigieren in ihrer Fragestellung. Das ist eindeutig keine OSZE-Delegation. Es handelt sich um eine Deutschland-geführte, zwischen Deutschland und der Ukraine, bilateral vereinbarte Mission, der sich Offiziere anderer Nato-Staaten angeschlossen haben. Der einzige Nicht-Nato-Mann, nämlich der Schwede, ist ja frühzeitig entlassen worden, wegen seiner Zuckerkrankheit. Diese Dinge – wie soll ich sagen – sind eben sehr gewichtig, weil man in der deutschen Politik immer gesagt habe, das sei eine OSZE-Delegation – was schlicht gelogen war. Die OSZE hat besritten, aber man wollte gerene darauf beharren, vor allem, weil man meint, dass der rechtliche Status besser sei, was auch stimmt. In Wahrheit handelt es sich – meiner Ansicht nach – um eine ganz klare Spionage-Mission, die ungeschickt von Deutschland eingetütet worden ist,  die erste Affäire, die die neue Bundesverteidigungsministerin von der Leyen nun am Hals hat.

 

Rundfunk: Die Freilassung von diesen 12 Menschen hat aber nicht zum erhofften Abflammen der Gewalttätigkeiten in der Ukraine geführt. Die Zusammenstöße zwischen Gegnern und Anhängern der Kiewer Regierung gehen unvermindert weiter, wobei sich die beiden Seiten gegenseitig für die Fortsetzung der Gewalt verantwortlich machen. Welcher der beiden Seiten soll man glauben?

Hörstel: Das ist ein dunkles Kapitel in der Geschichte dieses jungen Landes. Im Prinzip haben wir  eine Lage, in der die Bevölkerung im Süden und Osten die Kiewer Regierung nicht anerkennt und sie hat auch Recht dazu. Es gibt gewichtige Staaten, die es auch nicht tun, Russland zum Beispiel, aber auch eine Reihe anderer. Ich erkenne diese Regierung auch nicht an. Es gibt überall in der ganzen Welt Experten, darunter auch  in Nato-Ländern, die das auch nicht tun.  Das sieht also so aus, dass diese Regierung tatsächlich Killer- und Möder-Banden aus der  sozialnationalistischen Ecke, Nazis, ihrer eigenen Truppe beigeordnet hat. Sie bilden eine gemeinsame Streitmacht und so ziehen sie in diesen Kampf. Ich spreche deshalb vom Bürgerkrieg in der Ukraine. Das muss natürlich alle die Bevölkerungsteile, die sich ohnehin durch die vom Ausland gesteuerte Machtergreifung in Kiew verunsichert fühlen, die dann auch noch sehen, wie sie, Nazi-Schläger und Nazi-Mörder, die vorher den legitimen Präsidenten,  Janukowitsch aufgrund seiner schwachen Reaktion, verjagt haben, nun auf ihre Städte zurollen.   Die sehen weiter, wie die ganze Stadt Slowiansk, wo eben diese Spionage-Delegation gefasst worden war,  umgeben ist mit 15 Tausend Mann und hunderten schweren Waffen und ungefähr 200 Panzern. Das muss sie unglaublich bedrohen, weil die genau wissen, was passiert in so einerStadt, wenn sie erobert wird oder die Volkswehr-Starßen-Posten weggeschossen werden? Was passiert dann? Da ist keine Familie mehr sicher. Das macht die Sache ungeheheurlich schwierig. Man hat gesehen, wie blutig es im Gewerkschaftshaus zuging. Es gibt bei Rassia Todey Fots und Videos, die das belegen. Zicht Tote liegen in den Fluren, das Gebäude brennt. Es gibt Blutlachen.Wir haben ganz unangenehme Berichterstattung von dort. Wir haben ein lächerliches, groteskes Echo in unseren mächtigen Westmedien.Und von der Europäischen Union kommt: „Man sei besorgt.“ Das ist wirklich fürchtbar. Das ist auch fürchtbar eben auch wegen dieser Nähe zu den Nazi-Banden. Das ist unerträglich.

 

Rundfunk: Wie erklären Sie sich, dass diese Nazi-Banden bei den westlichen Medien und Politikern Unterstützung und Anerkennung  finden?

Hörstel: Ich habe die schon mal mit der Taliban in Afghanistan verglichen, obwohl ich damit der Taliban unrecht tue. Es ist einfach ein Machtmittel gewesen, eine zu allem bereitere radikale Truppe. Die wurde ausgerüstet, trainiert, angeleitet, ständiger Kontakt zur US-Botschaft in Kiew, um eben die Unruhe in der Stadt herbeizuführen, ohne dass tatsächlich  irgendwelche sinnvollen, breitangelegten Gesprächen an runden Tischen in den aufrührigen Städten passiert wären. Das zeigt, dass man hier gar keine Lösung wirklich im Auge hat.  Die Kräfte, die von außen diesen Putsch gegen die legitime Regierung unterstützt haben, die diese Nazi-Banden hochgerüstet, angeleitet und trainiert haben, die heute auch noch unterstützen, wollen bloß Chaos. Sie wollen irgendwie Russland dazu  zwingen, mit Truppen die Grenze zu überschreiten. Das ist der Punkt, um den es hier geht. Russland muss sich natürlich Zeit lassen. Das ist der ganze Hintergrund. Man fragt dann, warum macht man das? Man macht das ganz offensichtlich, weil man keine zu allem breiten Bundesgonossen findet, die politisch anders gelagert ist. Solche Verrückten kann man nur aufseite der CIA finden. Sie werden dann kalt benutzt, egal für was für ein Hintergrund. Für mich reißt das also den Rest der Maske von der Nase.

 

Rundfunk: Wie geht es nun in diesem Land weiter?

Hörstel: Der Fahrplan Waschingtons ist ganz offensichtlich, dieses Land in totales Chaos zu stürzen. Und wie ich eben gesagt habe, Russland dazu zu bringen, notgedrungen, ich sage notgedrungen, die Truppen über die Grenze zu schicken. Russland hat dazu gar keine Lust, die Russen haben null Lust, die Ukraine in irgendeiner Form in einen Anschluss zu bringen, schon gar nicht wie die Krim. Es wird hier ständig gelogen. Sie sagen immer, die prorussischen seien die, die das wieder in der Ukraine gegen die Kiewer Regierung aufmocken. Das stimmt nicht im Geringsten.

Das sind absolute, die allemeisten davon, Nationalisten der Ukraine. Sie wollen eine föderale, ordentliche Ukraine, die von einer ordentlichen, vertrauenswürdigen Regierung in ebenfalls ordentlicher, vertrauenswürdiger Weise regiert wird. Und das bekommen sie nicht, das bekommen sie seit 25 Jahren nicht, seit die Ukraine sich aus dem Sowjetverband gelöst hat, durch den Zerfall der Sowjetunion. Das ist die ernste Lage. Diese Gelüge hilft uns auch nicht weiter. Ich sehe den Westen mit seiner Chaos-Stragetie so erfolgreich kommen, wie in Libyen und Syrien. Das hilft bisher Herrn Assad und seiner Regierung fürs Überleben. Das Land ist kaputtgeschossen.

Es ist besser, dass in der Ukraine soviel wie möglich Strukturen stehen bleiben. Aber im Moment, bei dieser Verbrecher-Strategie Waschingtons sehen ich wenig Chance für die Ukraine.     

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Das Interview wurde geführt von Seyyed-Hedayatollah Shahrokny

 

 

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