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Mittwoch, 09 April 2014 14:16

Interview mit Willy Wimmer

Interview mit Willy Wimmer
 In diesem östlichen Landesteil wird eigentlich das Geld verdient, das diese Ukraine ausgibt. Aber die Menschen in den östlichen Landesteilen, die das Geld erwirtschaften, haben keine Möglichkeit, über dieses Geld zu befinden.Ein Interview mit dem CDU-Politiker, Willy Wimmer, über die Situation in den östlichen ukrainischen Landesteilen

Rundfunk: Herr Wimmer, die Ukraine kommt offenbar nicht zur Ruhe. Es gab gesten, es gibt laufend Demonstrationen in den östlichen Lanesteilen, insbesondere durch russisch-stämmige. Diese stürmen und besetzen öffentliche Gebäude. Auch sie fordern wie neulich die Bewohner der Krim-Insel Anschluss an Russland. Dazu würde ich  gerne Ihre Kurzeinschätzung hören.

Wimmer: Ja, Herr Sharokny, das ist eine komplizierte Situation, die erst jetzt in das allgemeine europäische Bewusstsein rückt. Denn man darf ja nicht verkennen, dass in diesen östlichen Landesteilen der Ukraine rund acht Millionen Menschen leben, die sich als russische Bürger oder als Russen ukrainischer Staatsbürger emphinden, in einer Bevölkerung, die insgesamt 42 Millionen Menschen in der Ukraine ausmacht. Das Problematische, was wir – weil es keinen Grund gab, hinzusehen,  über viele Jahre hinweg nicht gesehen haben, ist: Das Geld wird von denen ausgegeben, die aus dem Westen der Ukraine sind und  die in den zurückliegenden Jahrzehnten wenig unternommen haben, den  Menschen in dem öslichen Teil der Ukraine ein Zugehörigkeitsgefühl zu geben. Das stößt jetzt auf eine schwierige Gemengenlage, die natürlich hervorgerufen worden ist durch die revolutionären Umstände in Kiew, die in einen Putsch gemündet sind. Das wird ein riesiges Problem geben, nicht nur für die Ukrainer, sondern auch für alle Nachbarländer.

Rundfunk: Warum hat es bisher keine Proteste seitens der russisch-stämmigen Ukraine gegeben. Was ist der Grund, dass sie jetzt protestrieren?

Wimmer: Es gibt mit Sicherheit eine Vielzahl von Gründen geben, die man im Augenblick möglicherweise noch nicht alle sieht. Aber wir dürfen natürlich nicht verkennen, dass die Ereignisse auf dem inzwischen berühmt gewordenen Maidan-Platz in Kiew dazu beigetragen haben, dass sich die Leute, die russisch-stämmig sind, bedroht fühlen müssen, auch durch Kräfte, die sich jetzt zum ersten Mal auf dem Maidan-Platz gezeigt haben und die man getrost als neue ukrainische Nazis bezeichnen kann. Das sind Dinge, die rühren auch an die jüngere Geschichte in Europa und jüngere Geschichte in der ehemaligen Sowjetunion. Vor diesem Hintergrund muss man sich nicht wundern.

Das Zweite, das man aber sehen muss, es ist inzwischen bekannt, dass die Vereinigten Staaten offensichtlich Milliarden Dollar in den zurückliegenden Jahren ausgegeben haben, um Kräfte in der Ukraine zu unterstützen, möglicherweise auch zusammen mit dem Milliardär „Zarvos“. Diese Kräfte hatten die Aufgabe, revolutionäre Umstände in der Ukraine herbeizuführen. Sie werden jetzt auch noch durch Beschlüsse des amerikanischen Kongresses belohnt, dass weitere Milliarden zur Verfügung gestellt werden, um diese Kräfte zu unterstützen. Aber diese Kräfte richten sich nicht auf eine einheitliche Ukraine, sondern ausgesprochen deutlich gegen die russisch-stämmige Bevölkerung. Das heißt, es wird in der Ukraine eine Situation geschaffen, in der man einem bedeutenden Bevölkerungsteil, nämlich  russisch-stämmigen Menschen sagt, dass sie eigentlich in der Ukraine nicht willkommen sind. In jedem anderen Staat Europas hätte man unter einer solchen Situation eine föderale Ordnung in dem Gemeinwesen eingestellt und herbeigeführt, um mit einer solchen Situation fertigwerden zu können. Die Ukraine will auch unter neuer im Amt befindlichen Regierung eigentlich den Einheitsstaat haben, der mit diesen Schwierigkeiten nie im Leben fertig werden wird.   

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Das Interview wurde geführt von Seyyed-Hedayyatollah Shahrokny

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