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Mittwoch, 12 Februar 2014 14:44

Interview mit Dr. Irmgard Pinn

Interview mit Dr. Irmgard Pinn
Die Souveränität, die der Iran zurückgewonnen hat. Wenn man die einmal wieder hat, dann unterschätzt man sie oft. Also, die reellen Faktoren. Man blickt mehr auf die wirtschaftlichen Probleme Ein Interview mit Frau Dr. Irmgard Pinn, Sozialwissenschaftlerin, über den Jahrestag des  Siegs der Islamischen Revolution im Iran 

Rundfunk: Frau Dr. Pinn, wir stehen vor dem Jahrestag des Siegs der Islamischen Revolution im Iran. Diese Revolution ist weiterhin ein begehrtes Thema der Weltpresse.  Die Meldungen darüber fallen mal positiv, mal negativ aus, wobei die negativen übersteigen, wenn sie aus den westlichen Medien kommen.

Was fällt Ihnen am ehesten ein, wenn Sie auf alle diese Jahre zurückblicken?

Pinn: Nun, aus der großen Distanz von soviel Jahren, was damals geschehen ist, sieht natürlich anders aus, sowohl was die Befürchtung, was die Hoffnung, was die Ereignisse selber betroffen hat. Ich denke, wenn wir das aus der heutigen Sicht beurteilen wollen, müssen wir uns einfach an die Situation erinnern, in der sich Persien oder der Iran zu jener Zeit befand, unter Schah-Herrschaft, die heute in ein verklärtes Licht gerückt wird, auch nicht zuletzt durch die westlichen Medien. Wie das Land damals aussah, nämlich, dass das unter totaler Vorherrschaft der westlichen Medien, insbesondere der USA, stand und praktisch seine Souveränität aufgegeben  hatte. Es war eine Zeit, in der für einen Teil der Bevölkerung im Iran zwar Wirtschaftsaufschwung stattfand, aber wenn man gleichzeitig sich vor Augen hält, dass die großen Teile der Iraner Analphabeten waren und viele abgelegene Regionen nicht einmal elektrisiert  waren – von sonstigen zivilisatorischen Fortschritten  ganz abgesehen- dann kann man – glaube ich – beurteilen, was die Revolution eben die Befreiung des Landes von fremder Vorherrschaft für die alle große Mehrheit der Iraner bedeutet hat. Und das ist - bei allen Schwierigkeiten und allen, was man vielleicht auch kritisieren kann - doch ein Fortschritt und Gewinn für die Bevölkerung.

 

Rundfunk: Sie sagten gerade, dass die Revolution vielen Iranern  auch Hoffnungen erweckt hat. Sind diese Hoffnungen auch erfüllt?

 

Pinn: Ich denke, die Hoffnungen, die damals von den großen Teilen der iranischen Bevölkerung  geäußert wurden, konnten nicht einfach eins zu eins in wenigen Jahren erfüllt werden. Es gibt, denke ich,  vieles, was tatsächlich erreicht worden ist. Wie ich schon sagte, die Souveränität, die der Iran zurückgewonnen hat. Wenn man die einmal wieder hat, dann unterschätzt man sie oft. Also, die reellen Faktoren. Man blickt mehr auf die wirtschaftlichen Probleme. Es liegt möglicherweise daran, dass man das, was man  sich vielleicht erhofft hat, nicht erreicht hat. Aber im Großen und Ganzen – denke ich -, dass vieles erreicht worden ist und das, was nicht erreicht worden ist, nach meiner Einschätzung zum großen Teil daran lag, dass einerseits die Hoffnungen zu hoch waren und andererseits die Partizipation der Bevölkerung, das eigene Engagement, recht bald nachgelassen hat. Also, der Wirtschaftsaufschwung und so weiter kommt nicht von oben, sondern er kommt im Grunde ganz durch das Engagement der Bevölkerung selbst.   Beim Aufbau der Bürgergesellschaft, der Zivilgesellschaft, hat teilweise zu viele Hindernisse gegeben.  Aber, andererseits sehen wir, wie man jetzt im Vorfeld des Jahrestags der Revolution gesehen hat, welche großen Fortschritte im Iran zum Beispiel im Bereich der Wissenschaften erreicht worden sind, in der Produktion von Medikamenten, wie viele Kilometer Straßen gebaut worden sind, so dass sozusagen heute die entfernsten Dörfer die Elektrisierung reicht, dass es Wohlfahrtprogramme gibt, dass der Anteil der Iraner, die eine Sozialversicherung haben, sehr stark angestiegen ist. Wenn man das alles gegen andere aufwiegt, sieht die Bilanz – finde ich – nicht so schlecht aus, wobei man sagen muss, dass jeder seine persönliche Situation am wichtigsten betrachtet. Aber wir sehen auch, dass jetzt gerade in allerletzter Zeit wieder die Türen zum wirtschaftlichen Erfolg geöffnet werden. Ich denke, dass wir im nächsten Jahr viel positiver über diese Ereignisse reden werden.

            Die Fortsetzung folgt!                                                .................................
Das Interview wurde geführt von Seyyed-Hedayatollah Shahrokny

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