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Montag, 28 Oktober 2013 10:40

Interview mit Shraga Elam

Interview mit Shraga Elam
" Netanjahu will aus der Geschichte mit dem Iran Kapital schlagen". Ein Interview mit dem israelisch-schweizerischen  Buchautor, Shraga Elam, über Äußerungen des iranischen Ministerpräsidenten zum iranischen Atomprogramm.

  

Rundfunk: Herr Elam, Israels Ministerpräsident, Benjamin Netanjahu, reist in letzter Zeit durch die Welt, um für seinen antiiranischen Standpunkt zu werben. Er nutzt jede Gelegenheit, wie kürzlich bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem US-Präsident, John Kerry, in Rom, wo er sagte, man könne auch dem neuen iranischen Präsidenten nicht trauen. Wie kommentieren Sie diese Äußerungen Netanjahus?

 

Elam: Es ist eine komplizierte Sache. Zuerst würde ich spontan sagen: Wenn Netanjahu sich negativ über das iranische Atomprogramm äußert, dann sagt er das aus Erfahrung und wie Israel selbst mit seinem  Atomprogramm umgegangen ist. Er war diesbezüglich nie ehrlich. Von daher weiß er aus der israelischen Erfahrung, dass man Erklärungen zum Atomprogramm nicht ernstnehmen darf oder kann. Es ist sehr schwer einzuschätzen, was die entsprechenden Erklärungen aussagen sollen. Wenn man Medienberichte verfolgt, dann kann man die Erkenntnis gewinnen, dass sich die israelischen Politiker über die gegenwärtig im Iran zu beobachtende Mäßigung freuen.

 

Rundfunk: Die Meinung von Netanjahu über das iranische Atomprogramm weicht sich stark von der der westlichen Politiker stark ab. Europäer sind sogar diesbezüglich optimistisch. Oder wie sehen Sie das?

 

Elam: Die Erklärung ist ganz einfach. Nicht nur die Europäer, sondern auch der US-Präsident Obama begrüßt die neuen Töne aus dem Iran und das ist dann  selbstverständlich, dass die Europäer optimistisch sind.

Man hat Iran immer wieder Militärschlag angedroht, aber selbst Netanjahu, dass dieser keine gute Option ist. Es ist allen bekannt, dass ein Militärschlag gegen den Iran

a)      das Atomprogramm nicht stoppen kann und

b)      der Region noch mehr Leid bringen wird.

Das weiß auch Netanjahu. Ich würde jedoch sagen, er will aus der Geschichte mit dem Iran Kapital schlagen. Er will dafür  zum Bespiel Konzessionen in der Palästinenserfrage bekommen. Das ist keine kluge Politik, die Netanjahu derzeit betreibt. Er würde sagen, der israelische Ministerpräsident könnte stattdessen etwas Mutiges unternehmen, zum Bespiel die iranische Führung nach Israel einladen, oder ähnliches.

Man soll dem neuen Kurs aus dem Iran eine Chance geben. Netanjahu reagiert, wie  viele andere israelische Politiker auch, sehr hysterisch und unverhältnismäßig auf Äußerungen der iranischen Verantwortlichen. Netanjahu ist kein ehrlicher Politiker, dumm ist er aber auch nicht. Also, ich sage es noch einmal, man muss dieser Lockerung im Iran eine Chance geben, selbst wenn man hier misstrauisch ist. Misstrauen ist gegenseitig und berechtigt. Das ist das Hauptproblem. In der Politik muss man versuchen, Misstrauen abzubauen, sonst kommt man nicht voran.

Aber als Fazit möchte ich sagen, diese Reaktion aus Israel darf man nicht allzu ernst nehmen.

 

Rundfunk: Herr Elam, erinnern wir uns daran, dass Netanjahu bis vor kurzem der Meinung war, dass die Sanktionen nichts nutzen und trat für einen Militärschlag gegen den Iran ein.

Jetzt sagt er, die Sanktionen hätten gewirkt, deshalb darf man sie nicht lockern oder gar aufheben. Ist das nicht ein klarer Widerspruch?

 

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Das Interview würde geführt von Seyyed Hedayatollah Shahrokny

 

                                                                            

 

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