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Donnerstag, 15 August 2013 10:33

Interview mit Dr. Yavuz Özoguz

 Interview mit Dr. Yavuz Özoguz
Mit Antisemitismus-Keule gegen demokratische Errungenschaften. Ist Deutschland dabei, einen wesentlichen Bestandteil seiner schwer erkämpften Demokratie, Redefreiheit,  selbst zu vernichten?  

Ein Interview mit dem deutsch-türkischen Islam-Experten, Dr. Yavuz Özoguz, über 

Rundfunk: Herr Dr. Özoguz, für den kommenden Freitag(den 16. August) ist eine Veranstaltung über Palästina geplant gewesen. Offenbar gab es da Schwierigkeiten, so dass diese Veranstaltung aller Voraussicht nach nicht wie geplant am kommenden Freitag stattfinden wird. Sagen Sie uns bitte, wie die Sache ist?

Özoguz: Nun, zunächst einmal, wir haben die ganz große Hoffnung, dass die Veranstaltung nicht abgesagt wird. Der Reihe nach ist die Veranstaltung "Palästinenser, Frieden auf Basis von Gerechtigkeit" seit nun einem Monat im Internet angekündigt worden und zwar in den Räumlichkeiten von "Urania Berlin" in Berlin. Dabei sollten Frau Dr. Gabi Weber, Ärztin und Mitbegründerin des "Freiburger Cafe Palestine e.V.", Stephanie Landgraf und Johannes Gulde, Kommunikationswissenschaftler und Film-Autoren, die gemeinsam einen wunderbaren Film über Palästina gedreht haben,  unter Berücksichtigung der israelischen Position, Raif Hussein, Politologe und Nahost-Experte und Vorsitzender der "Deutsche Palästinensischen Gesellschaft", Petra Wild, Islamwissenschaftlerin und Publizistin, sein. Petra Wild ist die Autorin des Buches "Apartheid, ethnische Säuberung in Palästina". Auch meine Wenigkeit sollte dabei sein und dort referieren. Das war jedenfalls der Plan, die Ankündigung seit einem Monat. Nun ist es passiert, dass natürlich bei  einer Veranstaltung mit  einer  Kombination von sehr, sehr bekannten Persönlichkeiten in Deutschland, dazu noch vom Kulturrat der Islamischen Republik Iran organisiert, und auch noch in dieser aktuellen Situation, der Zionismus alle seine Kräfte mobilisiert. Die Zionisten haben dagegen eine Kampagne im Internet ohne gleiches gegen "Urania Berlin" gestartet. Die zionistischen Netzwerke haben sich zusammengeschlossen und "Urania Berlin" mit Mails und allen möglichen Schriften bombardiert, damit die Veranstaltung abgesagt wird. Tatsächlich hat dann "Urania Berlin" die Räumlichkeiten für die Veranstaltung am Freitag gekündigt unter anderem mit Hinweis darauf, dass das Landeskriminalamt angeblich die Veranstaltung nicht schützen könne, was alles ein unsinniger Vorwand ist, wenn diese Behörde das tatsächlich gesagt hat.  Wie dem es auch sei, sind die Räumlichkeiten für so  eine Veranstaltung mit hochkarätigen Persönlichkeiten   eine Woche vor dem Termin, sie sollte am Freitag, den 16. August, um 18:Uhr stattfinden, gekündigt worden. Nun laufen hinter den Kulissen neue Planungen. Ich gehe davon aus, dass bald neue Räumlichkeiten dafür präsentiert werden, auf die die Zionisten keinen Zugriff haben. Ich denke einmal, bei dieser Werbung, die die Zionisten mehr oder weniger  unfreiwillig für uns gemacht haben, würde der alte Urania-Raum nicht mehr ausreichen. Er ist für etwa 200 Personen gedacht. Es gab bereits – wie es mir bekannt ist - über 150 Anmeldungen zu dieser Veranstaltung. Jetzt angesichts dieser neuen Lage, angesichts der zionistischen Intervention, würde so ein Raum überhaupt nicht ausreichen, deswegen wird nach einem größeren Raum gesucht. Ich habe die Hoffnung und große Zuversicht, dass ich Ihnen am nächsten Wochenende, mehr von diesem eintägigen Seminar berichten kann, Inschu-allah!

Rundfunk: Herr Dr. Özoguz, in Deutschland verweist man mit stolz auf Redefreiheit. Ist das  Land nicht dabei, dieses kostbare und schwer erkämpfte Gut selbst  zu vernichten?

Özoguz: Solange Palästina nicht befreit ist, solange wird Deutschland nicht befreit werden können. Das müssen wir jetzt mehr als früher in den Fokus rücken, in den Vordergrund rücken. Die Befreiung Deutschlands hängt von der Befreiung Palästinas ab. Solange Palästina unter dem Joch des Zionismus leidet, wird auch Deutschland leiden. Deutschland wird seine eigenen Grundrechte gegenüber eigenen Bürgern nicht umsetzen können. Wir sehen das dieser Tage mehr als deutlich. Schauen Sie  sich die Situation an: Eine Woche vor dem Quds-Tag wurde über ein Spektakel bezüglich der so genannten Friedensverhandlungen diskutiert, weltweit, warum, weil der internationale Quds-Tag riesig erfolgreich ist und immer mehr Zulauf in der ganzen Welt bekommt. Sobald der Qugs-Tag zu Ende war und bevor die sogenannten Friedensgespräche zwischen den Palästinensern und Israelis begangen, kündigten die Zionisten den Bau von über eintausend weiteren  Siedlungen in den sogenannten besiedelten Gebieten an. Das ist nichts anders als Landraub, das ist nichts anders als die schlimmste Art der Besatzung. Der Zeitpunkt dieser Ankündigung ist nichts anders die übelste Form des Versuchs, die Palästinenser zu demütigen. Die Situation ist natürlich komplex. Man muss dazu sagen, die Palästinenser tragen selbst eine Portion  Mitschuld an dem, was im Augenblick passiert, das muss man ja an dieser Stelle einmal sagen dürfen. Wir haben oft genug darüber gesprochen,   dennoch ist  angebracht, das nochmals zu erwähnen. Wer sich gegen den Imam stellt, wer sich gegen die Heiligkeit unserer Zeit stellt, wird er  sicherlich scheitern. Wir haben die Situation gehabt, dass zumindest ein Teil der palästinensischen Widerstandsbewegung Hamas sich gegen den Imam gestellt hat. Sie hatten ihr Hauptquartier in Syrien, dann sind sie nach Katar gezogen und haben sich dort gegen Hinweise des Imams gestellt, sich mit Muslimbrüdern in Ägypten verbündet, weil sie dachten, sie könnten noch lauter schreien. Sie haben den Imam völlig vergessen, die Islamische Republik Iran beiseite geschoben. Was ist das Ergebnis? Aus Kater wurden sie rausgeschmissen. Als Mursi dann  gestürzt wurde, wurden ihre Versorgungstunnel zerstört. Gaza steht vor Scherbenhaufen, Hamas steht vor Scherbenhaufen ohne dengleichen und weiß nicht, wie sie die Islamische Republik um Hilfe bitten kann. Das muss ich ja wirklich sagen. Es ist traurig, welch eine Führung das unterdrückte und armselige Volk hat. Aber jetzt zurück zu unserer Tagung. Wir wollten bei dieser Tagung natürlich diesen Punkt ansprechen. Der eigentliche Sinn dieser Tagung ist, wie der Titel sagt: „ Palästina, Frieden auf Basis von Gerechtigkeit.“ Und die Gerechtigkeit gibt es dort nicht, Gerechtigkeit gibt es auch in Deutschland nicht, denn die Meinungsfreiheit wird diesbezüglich unterdrückt. Deutschland ist ein wichtiges Land für den Zionismus, Deutschland versorgt den Zionisten mit Waffen, Geld etc. und wenn die Öffentlichkeit auch ein Minimum an Gerechtigkeit zulassen würde, würde es Probleme geben für dieses zionistische Raubprojekt, deshalb wird man die freie Meinungsäußerung nicht zulassen. Zionisten mobilisieren alle ihre Kräfte, um jede Gegenstimme, jede Gegenmeinung, zu unterdrücken. Ich hoffe in diesem Fall- und  da bin ich zuversichtlich, wird es ihnen nicht gelingen, das Gegenteil wird eintreffen, ihr Plan wird ins Gegenteil umschlagen. Die Veranstaltung wird nicht unterdrückt werden können, sondern sie wird eine Verbreitung erfahren. Wohl gemerkt, ich wiederhole, ursprünglich war der Raum für ca. 200 Personen gedacht. Ich gehe jetzt davon aus, dass Inschullah viel mehr Leute kommen, auch natürlich durch dieses Interview. Ich kann allen Ihren Hörern empfehlen, auf die Seite von Muslim-Markt zu schauen, oder entsprechenden Veröffentlichungen verschiedener antizionistischer Gruppen zu schauen. So erfahren sie, wann und wo die Veranstaltung stattfindet. Sie können sich dann dazu beim Kulturrat der Botschaft der Islamischen Republik anmelden. Eine Anmeldung zur Teilnahme an der  Veranstaltung ist erforderlich, aber die Teilnahme selbst ist kostenlos. So werden  die Zionisten ihre Tat bereuen.

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Das interview führte Seyed Hedayatollah Shahrokny

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